Die Aare und ihre Orte, Natur und Juragewässerkorrektion
12 März 2025
Die Aare mündet bei Koblenz (Kanton Aargau) in den Rhein. Auf ihrer 295 Kilometer langen Reise von ihrer Quelle im Oberaargletscher fliesst sie durch die Aareschlucht, den Brienzer- und Thunersee, Bern, den Bielersee, Solothurn und durch verschiedene Orte, die ihren Namen tragen, wie Büren an der Aare, Aarwangen, Wangen an der Aare, Aarburg und Aarau, die Hauptstadt des Kantons Aargau.
Im 19. Jahrhundert wurde die Aare während der ersten Juragewässerkorrektion/Correction des eaux du Jura (1868-1891), den Schweizer Deltawerken, ein Jahrhundert vor dem niederländischen Äquivalent reguliert!
Danach wurden noch einige Anpassungen vorgenommen, unter anderem bei der Zweiten Juragewässerkorrektion/Correction des eaux du Jura (1962-1973). Seitdem ist der wasserreichste Fluss des Landes mit mehr Wasser als der Rhein „gezähmt“.
Die Einwohner der vielen schönen Dörfer und Städtchen, landwirtschaftlichen Gebiete und Infrastrukturen bleiben von Überschwemmungen verschont, abgesehen von einigen aussergewöhnlichen Umständen.

Wangen an der Aare
Eines dieser schönen mittelalterlichen Städtchen ist Wangen an der Aare (Kanton Bern). Im 11. Jahrhundert gab es dort eine Benediktinerpropstei des Klosters der Abtei Trub. Die Herzöge von Zähringen sind die Gründer des Städtchens. Die Grafen von Kyburg erwarben den Ort nach dem Aussterben der Zähringer Dynastie im Jahr 1218.
Nach Verwüstungen durch die Gugler (französische Söldner) während des 100-jährigen französisch-englischen Krieges (1337-1453) erwarb Bern das Städtchen. Der Landvogt residierte im Landvogteischloss (15.–18. Jahrhundert).

Wangen war damals ein wichtiger Umschlagplatz für die Schifffahrt auf der Aare. Salz war eine der kostbarsten Waren. Es kam aus Bayern, Tirol und Lothringen. Das markante Salzhaus (1775) erinnert an diese Zeit. Der Wohlstand ist noch immer sichtbar.

Das Salzhaus



Die Holzbrücke über die Aare wurde 1552 gebaut. Davor gab es jedoch schon Vorgänger. Die reiche Vergangenheit zeigt sich auch im Rathaus, dem Zeitglockenturm (Zytgloggeturm) und einem monumentalen Zentrum.


(Quelle und weitere Informationen: Gemeinde Wangen an der Aare)

Aarwangen
Aarwangen ist auch so ein kleiner Ort, den man einfach so vorbeifährt. Aarwangen ist jedoch auch einen Besuch wert. Die Kelten, Römer, Alemannen und Burgunder kannten diesen Ort an der Aare bereits wegen des Umschlagplatzes für Waren zwischen dem Westen und Osten der Schweiz. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1212.
Die Herren von Aarwangen bewohnten das Schloss an den Ufern der Aare. Ihre Nachfolger waren die Herren von Grünenberg, die im Dienst der Habsburger standen. Nach der Eroberung des Aargaus erwarb Bern den Ort im Jahr 1432. Der Landvogt residierte bis 1798 im Schloss.

Insgesamt regierten 75 Landvögte bis zur Entstehung der Helvetischen Republik (1798-1803) in Aarwangen. Das Schloss zeigt die Wappen dieser 75 Landvögte in einer Galerie. Seit 1803 und der neuen Konföderation (1803-1813) ist Aarwangen die Hauptstadt des Bezirks Aarwangen im Kanton.
(Quelle und weitere Informationen: Gemeinde Aarwangen)






