Belle und Isabelle zurück im Palais DuPeyrou in Neuchâtel
7 Dezember 2025
Belle van Zuylen (1740–1805) war kürzlich erneut die Protagonistin des Palais DuPeyrou in Neuchâtel. Die letzte Ausgabe der Nouvelle Revue neuchâteloise ist vollständig Belle gewidmet, die seit ihrer Heirat 1771 in Colombier unter dem Namen Isabelle de Charrière lebte, dem Namen ihres Ehemanns Charles-Emmanuel de Charrière de Penthaz (1735–1808).
Unter dem Titel „Isabelle de Charrière d’Utrecht à Colombier. Une femme de lettres engagée au siècle des Lumières“ stellt diese Ausgabe das Leben von Belle/Isabelle in Wort und Bild ins Rampenlicht.

Michel Schulp präsentiert die neue Ausgabe der Nouvelle Revue neuchâteloise am 4. Dezember 2025
Das Palais DuPeyrou war für Isabelle nicht nur ein Ort, sondern auch das Zuhause ihres besten Freundes in Neuchâtel, Pierre-Alexandre DuPeyrou. Pierre-Alexandre, geboren 1729 in Paramaribo als Sohn eines Neuenburgers im Dienst der Republik, liess dieses Palais nach seiner Rückkehr nach Neuchâtel im Jahr 1774 erbauen (er war auch der Hauptfinanzier und Auftraggeber des Rathauses von Neuchâtel). Er starb 1794 in Neuchâtel.

Unbekannter Künstler, Pierre-Alexandre DuPeyrou (1729–1794). Sammlung: Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel
Zu dieser Zeit war Neuchâtel ein Fürstentum des Königs von Preussen (offiziell bis 1857, obwohl es bereits seit 42 Jahren ein Kanton der Eidgenossenschaft war!). Nicht nur die „Dörfer“ der Innerschweiz und Appenzells besitzen oft eine kosmopolitische Grösse im Kleinen, sondern auch Neuchâtel sowie die Uhrenstädte Le Locle und La Chaux-de-Fonds. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie seit Jahrhunderten in den weltweiten Handelsnetzwerken einen festen Platz einnehmen. Die Welt, nicht Europa, is the sky für Schweizer Kaufleute und Unternehmer!


Isabelle nahm an zahlreichen Veranstaltungen im Salon des Palastes teil. Sie reiste auch häufig nach Lausanne, Genf und Paris. Sie war eine regelmässige Besucherin der Salons und der Gesellschaften der Aufklärung und kannte die berühmtesten französischen, englischen, deutschen und schweizerischen Vertreter dieser Zeit.
Isabelle ist sozusagen mehr als zwei Jahrhunderte später für einen kurzen Moment wieder in den Salon des Palais DuPeyrou zurückgekehrt. Diese grossartige Publikation folgt auf „Le manoir du Pontet à Colombier“ in der Nouvelle Revue neuchâteloise, Nr. 76, Winter 2002.
(Quelle und weitere Informationen: „Isabelle de Charrière d’Utrecht à Colombier. Une femme de lettres engagée au siècle des Lumières“ in La Nouvelle Revue neuchâteloise, Guillaume Poisson und Michel Schulp (Hrsg.), Nr. 167–168, Herbst–Winter 2025, 178 Seiten).
Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

