Basel, das jüdische Museum der Schweiz. Foto/Photo: TES

Das Jüdische Museum der Schweiz hat seine Türen wieder geöffnet

In einem aufwendig umgebauten Holzgebäude hat das Jüdische Museum der Schweiz in Basel ab dem 30. November 2025 sein neues Zuhause gefunden. Das einstige Tabaklager in der Vesalgasse, das an das jüdische mittelalterliche Friedhofsareal grenzt, verbindet jüdische Geschichte mit zeitgenössischer Architektur.

Eröffnungsrede von Direktorin Naomi Lubrich

Ein erster Blickfang sind das markante Frontispiz und die mittelalterlichen jüdischen Grabsteine. Das Frontispiz ist eine Übertragung im architektonischen Massstab des Reliefs «Jeziory» (1973) des US-Künstlers Frank Stella (1936–2024). Frank Stellas Kunstwerk bezieht sich auf das Dorf Jeziory im heutigen Weissrussland mit seiner eindrücklichen Holz-Synagoge, wie sie einst in vielen hundert Dörfern im Raum Litauen-Polen standen.

Die erste Sonderausstellung zeigt Originalkunstwerke aus Stellas «Polish Village»-Serie neben Modellen der zerstörten Synagogen. Diese waren so wie das neue Museumsgebäude aus Holz. Die Ausstellung ist bis Januar 2027 zu sehen.

Frank Stella. Bild: Jüdisches Museum der Schweiz

Moshe Verbin, Rekonstruktion einer Holzsynagoge. Bild: Jüdisches Museum der Schweiz

Die Dauerausstellung zeigt auf zwei Etagen die Geschichte des Judentums in der Schweiz vom römischen Altertum bis zur Gegenwart. Das Kapitel «Kult» beleuchtet den Zusammenhalt der jüdischen Gemeinden. Im Kapitel «Kultur» erzählen Themen wie Herkunft, Selbstbestimmung und Überleben eine ebenso einzigartige wie wechselhafte Geschichte. Das Verhältnis zur nichtjüdischen Umgebung wurde vom Streben nach Gleichberechtigung, von der Entwicklung städtischer Gemeinden, von Antisemitismus und Selbstbehauptung geprägt.

Insgesamt präsentiert das Museum rund 500 Objekte aus 2000 Jahren von Basel bis Riga, von Aleppo bis Eilat und von Spanien bis Südamerika, darunter etwa 150 Leihgaben bzw. Dauerleihgaben aus privaten und institutionellen Sammlungen.

In einem späteren Artikel wird auf dieses Museum und die Kulturgeschichte des jüdischen Lebens in der Schweiz näher eingegangen.

(Quelle und weitere Informationen: das Jüdische Museum der Schweiz)