Chasté crap da sass

Das neoromantische Schloss in Sils Maria am Ufer des Silvaplanasees wurde 1906 vom deutschen General Wilhelm, Prinz zu Schaumburg-Lippe (1834-1906) erbaut. Es ist eines der bedeutendsten Beispiele für die späthistorische Architektur in Graubünden.

Das Schloss ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Der Name bedeutet Steinburg (auf Romanisch Chasté crap da sass).

(Quelle: www.engadin.ch)

150 Jahre Rigi Bahnen

Der königliche Rigi (Kanton Luzern) ist heute ein Ferien- und Ausflugsparadies. Er  ist u.a. für die erste Zahnradbahn der Welt (seit 1871) und die heutigen Berg- und Seilbahnen (Rigi Bahnen AG) bekannt.

Das Prädikat königlich verdankt dieser Berg (1 800 Meter) Albrecht von Bonstetten (1443-1504). Er beschrieb den Berg im Jahr 1479 als „Regina Montium“, die Königin der Berge. Von Bonstetten war Geograph, Humanist und Dekan des Klosters Einsiedeln.

Der Name Rigi leitet sich von dem lateinischen Wort Riga ab, das Linie bedeutet. Riginen ist die geografische Bezeichnung für den oberen Rand des Berges. Diese Bezeichnung weist bereits darauf hin, dass der Berg nicht sehr steil ist. Er ist, im Gegensatz zum gegenüberliegenden Pilatus (2.137 Meter), leicht zugänglich. .

Seit dem dreizehnten Jahrhundert und der Eröffnung des St. Gotthard-Passes (um 1230) ist  Luzern ein wichtiges Handelszentrum.

Die Kapelle stammt  aus dem Jahr 1689. Die Kapelle war, aufgrund eines von der Kirche anerkannten „Wunders“,  ein Wallfahrtsort . Jedes Jahr kamen Tausende von Reisenden und Pilgern vorbei.

Der Berg liegt am Rand des Mittellandes und der Alpen sowie der Nord-Süd-Handelsroute. Er  bietet eine herrliche Aussicht auf die Alpen und das Mittelland und liegt am Vierwaldstättersee. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Rigi im neunzehnten Jahrhundert zu einer der ersten touristischen Attraktionen der Schweiz wurde.

1816 eröffnete das Hotel Kulm, 1840 folgte das Kurhotel auf der Rigi Scheidegg und 1875 das Grand-Hotel Schreiber. Im Jahr 2021 hat die Königin der Berge nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

(Quelle und weitere Informationen: www.rigi.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Schwyz, Forum Schweizerische Geschichte und Bundesbriefmuseum

Der Name für die Schweiz, la Suisse auf Französisch, Svizzera auf Italienisch und Svizra auf Romanisch, leitet sich vom Kanton und der Stadt Schwyz ab, ein altes germanisches Wort Sueit für Sengen.

Schwyz spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Schweiz als souveränes Land in einem Prozess von Jahrhunderten.

Schwyz, Uri und Unterwalden waren die ersten Eidgenossen und Gegner der Habsburger und des Klosters Einsiedeln (1314 Plünderung des Klosters, 1315 Schlacht bei Sempach).

1513 bestand die Eidgenossenschaft aus 13 unabhängigen deutschsprachigen Kantonen.  Nur Freiburg (Fribourg) war zweisprachig. 1648 wurde die Eidgenossenschaft als souveräner Staat anerkannt.

Die bemerkenswerte Schweizer Flagge hat ihren Ursprung auch im Mittelalter und in Schwyz: die Soldaten trugen ein weisses Kreuz auf rotem Grund auf dem Schlachtfeld.

In Schwyz wird diese Geschichte in zwei Museen dargestellt, dem Forum Schweizer Geschichte (www.forumschwyz.ch), einem der drei Nationalmuseen (die anderen befinden sich in Zürich und Prangins) und dem Bundesbriefmuseum (www.bundesbrief.ch).

Die Via d’Acqua transalpina

Der Ingenieur Rudolf Gelpke (1873-1940) propagierte 1903 in seinem Masterplan die Schiffbarmachung des Hochrheins bis zum Bodensee, eine Verbindung von Rhein und Zürichsee und einem Kanal vom Genfersee zum Bodensee und die Rhein-Gotthard-Wasserstrasse mit Häfen in Flüelen und Biasca.

Der Bündner Ingenieur Pietro Caminada (1862-1923) hatte jedoch auch 1907 kühne Pläne: Die Via d’Acqua transalpina, ein schiffbarer Wasserweg über die Alpen. Der Ausbau der Wasserwege und Kanalnetze stand ganz oben auf der Agenda in Europa.

Die Broschüre ‘Canaux de montagne’ im Jahr 1907 zeigt ein neues Transportsystem von Genua durch die Poebene nach Mailand und an den Comer See, durch das Valle San Giacomo hinauf zum Splügenpass, auf 1.200 Metern Höhe, wo der Wasserweg durch einen 15 Kilometer langen Tunnel in die Roflaschlucht führt, dann durch die Viamala-Schlucht nach Thusis, auf dem Rhein in den Bodensee und weiter bis Basel. Die Schiffe sollen die grossen Steigungen mit ‘geneigten Röhrenschleusen’ überwinden.

Es war kein 1. April Witz. Der Ingenieur scharte Prominente, Politiker und Geldgeber um sich. König Vittorio Emanuele III. lobte den Erfinder. Die öffentliche Meinung und Zeitungen hielten das System auch durchführbar.

Der Gotthardtunnel (1882)  und der Suezkanal  (1869) waren schon gebaut. The sky was the limit. Es war die Zeit der Technikeuphorie und des Machbarkeitsglaubens. Nur einige Fachleute sprachen von Science-Fiction.

Das Projekt blieb jedoch   eine Utopie und so gibt es bis heute keine kletternden Schiffe in den Alpen.

(Quelle: H. Stalder, ‘Schiffe sollen klettern lernen’, in Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2020).

Korrektur: Melinda Fechner

Die Schaufelradschiffe des Genfersees

Die Association des amis des Bateaux à Vapeur du Léman (ABVL) ou Dampferfreunde Genfersee ist ein Verein mit dem Ziel, durch Spenden zur Erhaltung und dem fahrplanmässigen Einsatz der acht Schaufelradschiffe der Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman (CGN) beizutragen.

Die Montreux, Vevey, Italie, La Suisse, Savoie, Simplon, Helvétie und Rhône wurden zwischen 1904 und 1927 gebaut.

(Weitere Informationen: www.abvl.ch).

Le Pays d’Enhaut

Bis 1555 gehörte das Gebiet des Pays-d’Enhaut zum Graf von Gruyère. Nach ihrem Konkurs wurde das Gebiet bis 1798 von der Stadt Bern verwaltet.

Das Gebiet wurde 1803 dem neuen Kanton Waadt zugewiesen (Mediationsakte).

Die drei Hauptdörfer sind Rougemont, Château-d´Oex und Rossinière, kleinere Dörfer sind u.a. Flendruz, Gérignoz, Le Pré, Les Moulins und La Tine.

Château-d’Oex verdankt seinen Namen einer alten Burg der Grafen von Gruyères. Obwohl die Burg verschwunden ist, lebt ihr Name weiter.

Die Region ist bekannt für ihre schönen Chalets, den regionalen Park Gruyère Pays d’Enhaut, die Käseproduktion, die vier (romanischen) Kirchen und das Zentrum für Ballonfahrten (Espace Ballon).

Die Kirche in Château-d´Oex wurde nach dem grossen Brand von 1800 restauriert und dominiert noch heute die Skyline des Dorfes.

Die anderen (romanischen) Kirchen befinden sich in Rossinière (13. Jahrhundert), Rougemont (11. Jahrhundert) und L’Etivaz (15. Jahrhundert).

Die Eisenbahn veränderte 1904 das Leben und den Tourismus für immer, einschliesslich den Baus der (Holz-)Stationen. Die Holzhäuser sind jedoch das spektakulärste Kulturerbe.

Die Einheimischen benutzten den Begriff Chalet für Gebäude auf den Almen, aber die Touristen nannten alle Holzhäuser seit dem 19. Jahrhundert Chalets.

Le Borjoz (1604), Le Grand Chalet (1754), Clos Fleuri (1600), l’Hotel de Ville (1645) und la Maison de la Place (1664) in Rossinière,

Les Foisses (1705), Hôtel de Commune (1709), La Cotze (1654), la Maison du Cordier (1655), Les Clématites (1647), les Arolles (1701) in Rougemont und

la Vielle Cure des Poses (1551) und la Maison des Monnaires (1753) in Château-d’Oex sind nur einige Beispiele für das reiche Erbe der Holzhäuser.

Das Heimatmuseum du Pays d´Enhaut in Château-d´Oex zeigt diese Architektur und andere regionale Kultur und Geschichte.

(Quelle und weitere Informationen: (www.chateau-doex.ch).