Schinken im Asphalt gekocht

Ein Restaurant im Val-de-Travers bietet ein bemerkenswertes Rezept: Schinken im Asphalt gekocht. Die Asphaltminen in diesem Tal wurden seit Anfang des 18. Jahrhunderts genutzt.

1711 entdeckte der griechische Arzt Eirini d’Eyrinys (1630-1730) die ersten medizinischen Anwendungen dieses Materials und legte auch den Grundstein für Asphalt als Naturzement. Er wurde damit alt. Die erste Mine war ein Tagebau im Combe-Vaubayon.

Um 1830 beginnt in Travers der Abbau des Bergwerks. Die Mine ging bald in den Besitz einer englischen Firma über, der „Neuchâtel Asphalte Company Ltd.“. 1960 wurde die Mine von einer anderen englischen Firma übernommen.

Der Betrieb wurde 1986 eingestellt, danach wurde die Mine für die Öffentlichkeit freigegeben und ein Museum und Restaurant eröffnet. Besucher können Hunderte von Metern Schächten besichtigen. In Asphalt gekochter Schinken gehörte zur täglichen Ernährung der Bergleute.

(Quelle und weitere Informationen: www.mines-asphalte.ch).

Die Schlussrede des Films Der grosse Diktator

Die Schlussrede des Films Der grosse Diktator (1940) von Charlie Chaplin (1889-1977) ist aktueller denn je.  Der Inhalt dieser Rede soll in Form von Menschen visualisiert werden.

Mit einem Selfie im Museum (Chaplin’s World) oder auf der site www.letusallunite.world wird das eigene Gesicht kopiiert und zu einem Buchstaben zusammengesetzt. Die kombinierten menschlichen Buchstaben bilden so die Schlussrede des Films.

(Quelle und weitere Informationen: www.letusallunite.world).

Die Weinbauregion Bielersee

Über 80 Winzer bewirtschaften die Südosthänge des Bielersees, die Rebberge der St. Petersinsel (l’île Saint-Pierre) und die Weinbaugemeinden Erlach (Cerlier), Tschugg, Gampelen (Champion) und Ins (Anet) im Kanton Bern.

Wie ein päpstliches Schreiben von 866 belegt, wird am Bielersee seit über 1000 Jahren Wein angebaut. Nachdem im Mittelalter vor allem Abteien und Klostergemeinschaften Weingüter unterhielten, übernahmen nach der Reformation (um 1530) Patrizierfamilien aus Bern das Zepter.

Die geistlichen und die Berner Patrizier sind Geschichte, aber die kleinen Winzerdörfer des Jurasüdfusses Schafis (Chavannes), Ligerz (Gléresse), Schernelz (Cerniaux), Twann (Douanne), Kapf, Wingreis (Daucher), Alfermée und Vingelz (Vigneules) haben ihren Charme und ihre Traditionen bewahrt. Praktisch alle Weingüter sind heute kleine Familienbetriebe.

In dieser Weinbauregion begegnen sich die Städte und ländlichen Strukturen, die Romandie und die Deutschschweiz mit ihren Kulturen, Sprachen und Lebensstilen, die ruhige Fläche des Sees und die steilen Hänge des Jurasüdfusses.

(Quelle: https://www.bielerseewein.ch).

Sils-Maria und das Nietzsche-Haus

Das Nietzsche-Haus in Sils-Maria (Kanton Graubünden) ist ein Museum und ein Ort der Erinnerung an Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900). Die Sommermonate 1881-1888 verbrachte der Philosoph im Durian-Haus.

In diesem Haus sind seine wichtigsten Werke entstanden. Das Museum zeigt sein Arbeits- und Schlafzimmer, seine Bibliothek, seine Korrespondenz und andere (fotografische) Dokumentationen über sein Leben und Werk.

Seine Werke

Das Museum besitzt auch zwei Totenmasken des Philosophen und die Sammlung und Bibliothek Albi und Maud Rosenthal-Levy.

Die Ausstellung zeigt Fotografien und literarische Texte von Autoren und Freunden aus verschiedenen Ländern sowie eine einzigartige Sammlung seiner Aktivitäten als Komponist und Musiker.

Die Strasse (der Spalenweg), wo Nietzsche wohnte während seines Aufenthaltes in Basel

Darüber hinaus gibt es kleine wechselnde Kunstausstellungen und das jährliche Nietzsche Kolloquium.

(Source: P.A. Bloch, The Nietzsche House in Sils-Maria, St. Moritz 2009).

Und Sils-Maria

Das Grand-Hotel Waldhaus im Hintergrund

Das  Andrea Robbi Museum

Chasté Crap da Sass am Silsersee

Der Silsersee, SBB Bahnhof Basel

Twann

Der Twannbach gab dem Dorf Twann (französisch Douanne, Kanton Bern) seinen Namen. In einer Urkunde aus dem Jahr 1136 wird „Duana“ zum ersten Mal erwähnt.

Im 13. Jahrhundert gingen die kirchlichen Rechte an das Johanniterhaus in Münchenbuchsee (nahe Bern) über. Das Johanniterhaus oder Buchseehaus steht noch heute gegenüber der Martinskirche.

Bern gewann immer mehr Einfluss und erhielt 1388 die hohe Gerichtsbarkeit und die Nutzungsrechte am Nidauer See (Bielersee), benannt nach der Grafschaft Nidau.

Twann wurde 1487 Teil von Bern. Die Kirche St. Martin wurde 1528 protestantisch.

Die St. Petersinsel wurde 1765 Teil der Gemeinde Twann, kurz nachdem Jacques Rousseau von Bern von der Insel vertrieben worden war.

Der Bau der Strasse Twann-Neuenstadt (La Neuveville) und der Eisenbahn (1859-1860) waren wichtige Schritte für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Im Zuge der ersten Juragewässerkorrektion (1868-1878) ermöglichte die Absenkung  weitere Baumassnahmen.

Der Weinbau ist seit Jahrhunderten der wichtigste Sektor. Die vielen Weinkeller in den Strassen und die Weinberge in der Umgebung zeugen davon.

Moutier Exit. Zweiter Akte

Wann begann die Trennung des Jura in einen nördlichen und südlichen Teil und gibt es überhaupt eine Trennung ?

Ab 999 fiel die Juria an das Fürstbistum Basel. In den folgenden Jahrhunderten, vor allem im und 15. Jahrhundert, gewann Bern jedoch mehr Einfluss im südlichen Teil des Juras, unter anderem in Biel und Neuenstadt.

Während der Reformation, als Bern und andere Eidgenossen von 1512 bis 1529 in Neuenburg herrschten, war ihr Einfluss auch in Moutier (Biel und Neuenstadt) zu spüren. Moutier und andere Städte und Dörfer folgten Bern in der Reformation.

Der katholische Teil des Juras wurde 1792 in Frankreich eingegliedert (1792 die Raurakische Republik, von 1793 bis 1800 in das Département Mont-Terrible, 1800-1813 In das département Haut-Rhin).

Moutier blieb bis 1797 unter dem Schutz von Bern und der Eidgenossenschaft, als Moutier zusammen mit Biel und Neuenstadt ins Departement Mont-Terrible, undab 1800 ins Departement Haut-Rhin aufgenommen wurde. Seit 1815 gehört der ganze Jura des ehemaligen Bistums Basel zu Bern.

Welche politischen, religiösen, ökonomischen oder kulturellen Befindlichkeiten und Motiven könnten jenseits dieser Geschichte heute noch eine Rolle spielen?

Die Zumutung von Deutschsprechenden und der Deutschen Sprache, der konfessionelle Gegensatz, die (paternalistische) Haltung von Bern oder andere ’Unannehmlichkeiten’?

1832, 1836, 1849 und 1874 schickte Bern Truppen in den Jura, sodass der Katholizismus  durch Bern kein Heimat fand. In den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gab es Gewalt der Organisation Front de Libération Jurassien (FLJ).

1959 legte eine erste Abstimmung offen, dass die (grosse) Mehrheit in den nördlichen katholischen Bezirken Pruntruter Zipfel (Ajoie oder Porrentruy Region), Delberg (Delémont) und Freiberg (Franches-Montagnes) einen Kanton Jura wünschten, während die südliche Bezirke Moutier, Neuenstadt und Courtelary entschieden bei Bern bleiben wollten.

Tatsache ist, dass auch die Bevölkerung des neuen Kantons am 23. Juni 1974 nicht mit überwältigender Mehrheit ‘Ja’ gesagt hat. Mit 36 802 gegen 34 057 Stimmen setzt sich dennoch eine knappe Mehrheit für die Unabhängigkeit ein.

Es scheint heute eine Frage der steuerlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Motive zu sein. Unter diesem Gesichtspunkt machen  Befürworter und Gegner ihre eigenen Urteile.

Die Gegner argumentieren zum Beispiel, dass Moutier zusammen mit den umliegenden Gemeinden im Kanton Bern auf 10.000 Einwohner wachsen könnte, und dass die Gesundheitssorge und das Bildungswesen besser gewährleistet wären. Die Befürworter haben ihre eigenen fiskalischen, kulturellen und wirtschaftlichen Motive.

So oder so, es wird am 28. März ein Fotofinish geben. Ein interessantes Detail:Seit 2017 haben 700 Wähler Moutier verlassen und 600 Wähler sind neu in die Stadtgezogen. Diese 100 könnten bei der Volksabstimmung mit der höchsten Überwachung einerAbstimmung, die es je in der Schweiz gab,  durchaus eine wichtige Rolle spielen.

(Quelle: Christian Moser, Der Jurakonflikt. Eine offene Wunde der Schweizer Geschichte, Basel, 2020).

100 Jahre Friedrich Dürrenmatt

2021 feiert das Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) den 100. Geburtstag des Schriftstellers und Malers Friedrich Dürrenmatt (1921–1990).

Der 100. Geburtstag bietet dem CDN die Gelegenheit, neue Facetten des Schriftstellers und Malers Friedrich Dürrenmatt zu beleuchten, wobei der Schwerpunkt auf dem Dialog zwischen seinem bildnerischen und seinem literarischen Werk liegen wird.

Auch seine Biografie wird in ihren Kontrasten nachgezeichnet, verbrachte er doch als gebürtiger Berner und auf Deutsch schreibend mehr als die Hälfte seines Lebens in der französischsprachigen Schweiz, in Neuenburg.

Die Ausstellung (Friedrich Dürrenmatt  100 Jahre Ans Anni Onns) zeigt auf wie er die Schweiz des 20. Jahrhunderts wahrgenommen, beschrieben und gezeichnet hat. Dürrenmatt machte die Schweiz zum Schauplatz seiner berühmtesten Erzählungen, betr

Als Dramatiker und Künstler setzte er sich mit seinem Land in Fiktionen und Metaphern auseinander.

Die Schweiz wurde abwechselnd zu einem Dorf, einem Bunker, einer Bank, einem Gefängnis, einer Fussballmannschaft oder gar zu einem Stall.

Mit diesen Bildern erörterte Friedrich Dürrenmatt auch die Vergangenheit der Schweiz und ihren Platz im Weltgeschehen.