Naturpark Thal

Der Naturpark Thal (kanton Solothurn)  zeichnet sich durch ihre spezielle geographische Lage aus.

Der Naturpark (139.39 km2) umfasst drei Täler, drei Juraketten und bietet vier Zugänge ins Thal,  darunter auch die geologisch beeindruckende Klus in Balsthal und die Wolfschlucht nahe Herbetswil. Der Naturpark wird von den drei Pässen Weissenstein, Passwang und Oberer Hauenstein flankiert.

Das Thal wird geprägt durch die Landschaft des Faltenjura mit den typischen tiefeingeschnittenen Tälern, von der nordexponierten Wand des Weissensteins und von den Hügelzügen der zweiten und dritten Jurakette.

Auch die grossen Waldflächen, vor allem auf der Nordseite der ersten Jurakette, sind typisch für das Thal. Das Thal bietet Lebensraum für viele (gefährdete) Pflanzen- und Tierarten.

Auf den Brunnersberg beim Hof Brunnersberg steht im nordseitig gelegenen Wäldchen ein Bergahorn. Sein Alter wird auf etwa 250 Jahre geschätzt.

Der Naturpark Thal umfasst acht unterschiedliche Gemeinden: Aedermannsdorf, Balsthal, Herbertswil, Holderbank, Laupersdorf, Matzendorf, Mümliswil-Ramiswil und Welschenrohr-Gänsbrunnen.

(Source und weitere Informationen: www.naturparkthal.ch).

Fotostiftung Schweiz

Vor 50 Jahren, am 4. Mai 1971, wurde die Fotostiftung Schweiz in Zürich gegründet mit dem Ziel, Fotografie als bedeutendes Kulturgut zu erhalten und zu vermitteln. Heute umfasst die Sammlung der Fotostiftung rund 100 Archive, Teilarchive oder repräsentative Werkgruppen von Fotografinnen und Fotografen.

Ihre Ausstellungen und Publikationen stellen wichtige Werke der Schweizer Fotografie vor und regen zur Auseinandersetzung mit einem Medium an, das sowohl Dokument als auch künstlerisches Ausdrucksmittel ist.

Zu den frühen Ausstellungen zählt eine Hommage an Ernst A. Heiniger (1903-1993)  im Jahr 1979. Dieser Vorgeschichte ist es auch zu verdanken, dass die Fotostiftung Schweiz heute das Archiv von Heiniger betreuen und präsentieren kann.

Die Ausstellung Ernst A. Heiniger – Good Morning, World! ist bis 10. Oktober 2021 in der Fotostiftung Schweiz zu sehen. In der Passage zur Fotobibliothek zeigt das Museum bis 10. Oktober Dokumente aus der Gründerzeit.

(Quelle und weitere Informationen: www.fotostiftung.ch).

Der sechste Schweizer Schlössertag

Der sechste Schweizer Schlössertag am Sonntag, 3. Oktober stellt dieses Jahr die Frau in den Mittelpunkt. Attraktionen werden in 25 Mitgliedschlösser angeboten.

Frauen spielten schon in der frühen Geschichte eine tragende Rolle. Im Mittelalter entstand aufgrund von Kriegen einen Überschuss von 15% mehr Frauen als Männer. Geprägt war das 17. Jahrhundert von der Entwicklung der Frau im Bildungsbereich. Im 18. Und 19. Jahrhundert zeigte sich die literarische Ader der Frau immer stärker. Nach Einführung des Frauenstimmrechts im 20. Jahrhundert nahm der Wunsch nach Gleichstellung immer mehr zu.

Starke Frauen prägten immer wieder mal die Geschichte. Auch diese 25 Schlösser werden zu knapp der Hälfte von Frauenhänden geführt.

Die 25 Schlösser:

Castelli di Bellinzona, Château de Chillon, Château de Grandson, Château de Gruyères, Château de Morges, Château de Prangins, Château de Romont, Château d’Yverdon, Stockalperschloss Brig-Glis, Schloss Burgdorf, Schloss Habsburg, Schloss Hallwyl, Schloss Heidegg, Schloss Hünegg, Schloss Jegenstorf, Schloss Kyburg, Schloss Landshut, Schloss Lenzburg, Schloss Oberhofen, Schloss Spiez, Schloss Thun, Schloss Waldegg, Schloss Werdenberg, Schloss Wildegg, Burg Zug.

(Quelle und weitere Informationen www.dieschweizerschloesser.ch).

Von der Römischen Hauptstadt Aventicum zur Provinzstadt Avenches

Avenches liegt im Herzen des schweizerischen Mittellandes in der sogenannten Drei-Seen-Region. In der Antike gehörte das Gebiet zum Territorium der Helvetier.

Ein ideales Siedlungsgebiet, das als Verkehrsweg von Südwesten nach Nordosten zwischen den Gebieten des Genfersees, des Neuenburgersees, des Murtensees, des Bielersees, der Aare, der Rhône und des Rheins diente.

Avenches heute

Die Helvetier

Die Geschichte der Migration bestimmter keltischer Stämme (Helvetier und Rauraci) nach Ostfrankreich im Jahr 58 v. Chr. ist aus dem Buch De Bello Gallico von Julius Caesar (100-44 v. Chr.) bekannt.  Die Geschichte nach der Niederlage in Bibracte in diesem Jahr ist aber viel weniger bekannt.

Zwei Städte (Kolonien) wurden um 44 v. Chr. von den Römern gegründet (Colonia Iulia Equestris (Nyon) und Augusta Raurica (Augst)). Die Stämme verbündeten sich mit den Römern (Foederati).

Die Pax Romana stand kurz vor ihrem Beginn, abgesehen von einigen gewaltsamen Unterbrechungen (vor allem in den Jahren 68/69 n. Chr.), bis 260 n. Chr.
Die Stadt Aventicum (heute Avenches) war damals mit rund 20 000 Einwohnern die Hauptstadt der Helvetier.

Der grösste Teil der römischen Stadt lag nordöstlich der heutigen Stadt. Die flache Ebene war ideal für die Anlage einer Stadt nach schachbrett- oder gridachtigem Muster mit rechtwinklig verlaufenden Strassenzügen und Quartieren (insulae).

Bild: Musée romain d’Avenches

Der Ausbau der Stadt kam in den ersten Jahren des 1. Jahrhunderts schnell voran. Die Jahre 68-69 n. Chr. waren für Avenches sehr wichtig.

Als Kaiser Vespasian (9-79) 69 an die Macht kam erhob er die Stadt in einer Kolonie mit dem Name Colonia Pia Flavia Constans Emerita Helvetiorum Foederata. Confoederatio Helvetica (CH) ist noch heutzutage der Name.

In jener Zeit begann man mit dem Bau der Stadtmauer. In den nachfolgenden Jahrzehnten veränderte sich das Stadtbild grundlegend. Es entstanden zahlreiche öffentliche Gebäude.

Das Forum wurde umgebaut. Der Wohlstand dauerte bis in die ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts an. Gemäss Schätzungen dürfte die Stadt 20 000 Einwohner gezählt haben (heute 4 000).

Der Hafen und der Kanal

Aventicum entstand inmitten eines Gebietes, das von einem Netz von schiffbaren Wasserwegen durchzogen war. Der Zugang zu diesen Wasserwegen war von grosser Bedeutung. Aventicum baute also um 5. n. Chr. einen künstlichen Hafen, der in den Murtensee hinausragte.

Dieser Zugang zu den Land- und Wasserwegen war ein wesentlicher Faktor für die Wahl der römischen Eroberer (um 15. v. Chr.) hier eine neue Stadt Aventicum zu gründen.

Der Hafen war eine aus Steinen und Kies mit einer Palisadenwand aufgehäufte Landzunge, in der Verlängerung der einen Kilometer langen Strasse, die von Norden her in die Stadt führte.

Um 125 n. Chr. entstand östlich des Hafens auch noch ein schiffbarer Kanal (870 m lang, Breite 7 m) zum See. Ein breiter Schotterweg verlief entlang des Ostufers. Weshalb baute man aber eine solche Wasserstrasse in unmittelbarer Nähe eines Hafens ? Es handelt sich hier wahrscheinlich um eine private Initiative, ähnlich wie zum Beispiel die Pont d’Aëlim im Aostatal, 3 v. Chr. 

Nach der Mitte des dritten Jahrhunderts begann der langsame Zerfall und Niedergang. Die einstmalige Hauptstadt hatte verlassen jedenfalls noch soviel an Bedeutung ≈, dass sie für kurze Zeit zum Bischofssitz avancierte. Nach dem sechsten Jahrhundert gibt es aber vier Jahrhunderte keine Nachrichten über Aventicum.

Das römische Museum

Die römische Vergangenheit ist aber teilweise gut erhalten, das Amphitheater, das Theater und das Heiligtum, die Thermenanlage, die Stadtmauer mit einem Turm und Osttor,  das Forum, die Hafenanlagen und die Wohnbauten, die heute nicht mehr zu sehen sind.

Wie in anderen Städten des Römischen Reiches war die imperiale Macht in der ganzen Stadt omnipräsent. Der Kaiser hatte die politische, legislative, militärische und religiöse Macht. Viele Objekte zeugen davon, wie zum Beispiel die 1939 entdeckte goldene Büste von Kaiser Marcus Aurelius.

Viele andere Funde, Medaillons, Elfenbeinobjekte, Portraits, Statuen, Mosaike, Macht- und Religionssymbole, zeugen von den Zeremonien des Kaiserkultes, dem Kult der kaiserlichen Familie als Halbgötter.

Die römische Gesellschaft war tief religiös und der Haupttempel stand den Machtzentren wie der Kurie, dem Forum und der Basilika, gegenüber.

Statuen und Denkmäler wurden zu Ehren der kaiserlichen Familie oder lokaler Würdenträger als Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit für ihre Grosszügigkeit bei der Finanzierung öffentlicher Gebäude, Veranstaltungen, Speisenverteilung usw. errichtet.

Das römische Museum von Avenches das sich im mittelalterlichen Turm des römischen Amphitheaters befindet, bietet einen guten Überblick über das Leben in dieser römischen Provinzstadt. Der Theaterkomplex, einschliesslich der Überreste des römischen Tempels (Le Cigognier), das Amphitheater und andere Überreste, können ebenfalls besichtigt werden.

Die heutige Stadt Avenches

Erst im 11. Jahrhundert trat die Stadt Avenches wieder in die Öffentlichkeit, als Bischof Burkhard von Oltigen ( um 1000-1089), über dem westlichen Zugang zum Amphitheater einen Wehrturm erbauen liess, heute das Römermuseum der Stadt.

Die Renaissance der Stadt erfolgte in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts mit der Gründung der heutigen Stadt auf dem Hügel.

(Quelle und weitere Informationen: D. Castella (Hrsg), Aventicum. Eine römische Hauptstadt, Avenches 2015; www.aventicum.org)

Korrektorin: Melinda Fechner

Kaiserstuhl, Schloss Rötelen und die Friedhofskapelle

Kaiserstuhl im Kanton Aargau, nicht zu verwechseln mit Kaiserstuhl im Markgräflerland, ist eine der erstaunlich gut erhaltenen mittelalterlichen Städte der Schweiz.

Das mächtige Obertor von Kaiserstuhl ist das markante Wahrzeichen und der Anfang der Geschichte der Stadt (seit 1270) Kaiserstuhl. Die Freiherren von Regensberg liessen um 1260 Turm und Stadtmauer am Rheinübergang errichten.

Am Rhein gelegen, blickt es auf eine Geschichte zurück, die von Kelten, Römern, Alemannen, Franken, dem Heiligen Römischen Reich, dem Kloster Wettingen, dem Bischof von Konstanz, den Habsburgern, den Eidgenossen, dem Kanton Aargau und dem Rhein geprägt ist. Kaiserstuhl gehörte lange Zeit zum Kloster Wettingen und seit 1294 zum Bistum Konstanz.

Die Vögte des Bischofs residierten am rechten Rheinufer im Schloss Rötelen in Hohentengen. Sie erhielten damit die Kontrolle über die wichtige Handelsroute zwischen Süddeutschland und dem Schweizerischen Mittelland.

Die bischöfliche Herrschaft endete nicht im Jahr 1415 als Folge der Eidgenössischen Eroberung des Aargaus (mit Ausnahme des Fricktals). Der Bischof behielt die volle Gerichtsherrschaft bis 1578 und Kaiserstuhl blieb während der Reformation (um 1525) katholisch. In den Villmergerkriegen von 1656 und 1712 wurde das katholische Kaiserstuhl von Zürich besetzt.

Die regionale (wirtschaftliche) Zentrumsfunktion ging jedoch 1798 verloren.  Die definitive Abtrennung der rechtsrheinischen Gebiete des Bistums Konstanz und die Gründung des Grossherzogtums Baden sowie der Übergang von Kaiserstuhl an die Helvetische Republik (1798-1803) und den Kanton Baden (nachher Kanton Aargau im Jahr 1803), bedeutete das Ende jahrhundertealter politischer Beziehungen. Der Rhein wurde (Landes-) Grenze und ist es noch immer.

Friedhofkapelle zu den Vierzehn Nothelfern

Ein weiteres Schmuckstück ist die kleine Kapelle zu den Vierzehn Nothelfern aus dem Jahr 1530 auf dem Friedhof. Es handelt sich um einen spätgotischen polygonalen Bau mit einem Spitzbogenfenster und einer Innenausstattung aus der Barockzeit.

Diese Kapelle ist auch die letzte Ruhestätte von zwei Pfarrern des Klosters Rheinau im protestantischen Kanton Zürich, das 1862 geschlossen wurde. Die Pfarrer Ambrosius Widmer (1807-1874) und Basilius Maienfisch (1808-1881) waren renommierte Kunstexperten und Wissenschaftler ihrer Zeit.

(Quelle und weitere Informationen: www.kaiserstuhl.ch)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Weitere Eindrücke

 

 

 

125 Jahre Roche und Basel

Die beiden Roche-Türme in Basel entsprechen den beiden Kirchtürmen des Basler Münsters auf der anderen Seite des Rheins, sie ähneln ihnen sogar in der Hinsicht, dass sie nicht gleich hoch sind. Allerdings sind die Türme des Münsters schon etwas länger da.

Dies schmälert jedoch nicht die herausragende Präsenz des multinationalen Pharmaunternehmens. Roche wurde vor 125 Jahren, im Jahr 1896, gegründet und ist heute das grösste Pharmaunternehmen der Welt. 

Die Website des Unternehmens und die (internationalen) Medien informieren ausführlich über dieses Jubiläum, die Höhen und Tiefen, die Erfolge und Misserfolge.

Das Pharmaunternehmen Roche und Basel haben eine enge Beziehung zueinander. Tatsache ist, dass das Unternehmen die Stadt immer grosszügig unterstützt hat. Das Tinguely-Museum und zahlreiche weitere Projekte in der Stadt zeugen davon. 

Roche lässt das 125-jährige Jubiläum auch nicht unbemerkt verstreichen. Der Zoologische Garten erhält 20 Millionen Franken für Erweiterungen und Erneuerungen.

Ab dem 28. September bietet die Roche auf Turm I Lichtskulpturen der Stadt und ihrer Bewohner an. Vier Tage lang wird der Roche-Turm zum leuchtenden Mittelpunkt der Stadt.

Das Kunstprojekt „The Cost of Life“ startet am 13. Oktober im Pharmazeutischen Museum und im Tinguely-Museum. Der Künstler Paddy Hartley wird sich mit dem Spannungsfeld zwischen Lebensverlängerung und medizinischem Fortschritt, Gentechnik und der Rolle der Technologie im Leben im Allgemeinen beschäftigen.

Roche schenkt der Stadt die App ARTour, welche für die Veranstaltung geschaffene Kunstwerke enthält. Die Augmented-Reality-Technologie (ART) wird sie visualisieren.

(Quelle: www.roche.com, www.pharmaziemuseum.ch).

Neues Sammlungszentrum Augusta Raurica

Das neue Wissenschafts- und Verwaltungszentrum des Freilichtmuseums Augusta Raurica in Augst/Kaiseraugst wurde im Jahr 2021 eingeweiht. Das Zentrum befindet sich in der Nähe des Ostports, des Viadukts an der Ostseite der römischen Stadt und in der Nähe des archäologischen Zoos.

Das Zentrum bündelt alle Aktivitäten des Museums in einem Gebäude. Zuvor waren die Abteilungen auf fünf Standorte verteilt.

Die Bibliothek und verschiedene Lager- und Forschungsräume für archäologische Funde sind mit modernsten Geräten ausgestattet. Das Gebäude verfügt auch über Seminar- und andere Empfangsräume. Das Zentrum beherbergt die Verwaltung und andere Abteilungen des Museums.

(Quelle und weitere Informationen: www.augustaraurica.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Die Michaelskapelle in Ligerz

Die Michaelskapelle in Ligerz ist eines der bemerkenswertesten Gotteshäuser im Kanton Bern. 1261 datiert die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Ligerz.

Die aufkommende Wallfahrt im Mittelalter erforderte ein grösseres Kirchengebäude. In den Jahren 1522 bis 1526 wurde die heutige, südlich des Turms anschliessende spätgotische Kirche errichtet.

Die Holzdecke stammt aus dem Jahr 1526 und zeigt in einem lateinischen Schriftband den Abschluss der Bauarbeiten an der Kirche. Schon 1528 allerdings bereitete die Reformation dem Pilgerwesen ein Ende.

Das Innere der Kirche ist geprägt von den Renovationen der Jahre ab 1669. Aus jener Zeit stammen die Endgestalt der Kanzel, zahlreiche Chorgestühle und die in ihrer Art einmalige französischsprachige Gesetzestafel. Sie enthält die 10 Gebote in reformierter Zählung.

In den 1960er und 70er Jahren wurde die Kirche einer umfassenden Renovation unterzogen.

(Quelle: https://bielersee-tourismus.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner