Kaiserstuhl. Foto/Photo: TES

Kaiserstuhl, Schloss Rötelen und die Friedhofskapelle

Kaiserstuhl im Kanton Aargau, nicht zu verwechseln mit Kaiserstuhl im Markgräflerland, ist eine der erstaunlich gut erhaltenen mittelalterlichen Städte der Schweiz.

Das mächtige Obertor von Kaiserstuhl ist das markante Wahrzeichen und der Anfang der Geschichte der Stadt (seit 1270) Kaiserstuhl. Die Freiherren von Regensberg liessen um 1260 Turm und Stadtmauer am Rheinübergang errichten.

Am Rhein gelegen, blickt es auf eine Geschichte zurück, die von Kelten, Römern, Alemannen, Franken, dem Heiligen Römischen Reich, dem Kloster Wettingen, dem Bischof von Konstanz, den Habsburgern, den Eidgenossen, dem Kanton Aargau und dem Rhein geprägt ist. Kaiserstuhl gehörte lange Zeit zum Kloster Wettingen und seit 1294 zum Bistum Konstanz.

Die Vögte des Bischofs residierten am rechten Rheinufer im Schloss Rötelen in Hohentengen. Sie erhielten damit die Kontrolle über die wichtige Handelsroute zwischen Süddeutschland und dem Schweizerischen Mittelland.

Die bischöfliche Herrschaft endete nicht im Jahr 1415 als Folge der Eidgenössischen Eroberung des Aargaus (mit Ausnahme des Fricktals). Der Bischof behielt die volle Gerichtsherrschaft bis 1578 und Kaiserstuhl blieb während der Reformation (um 1525) katholisch. In den Villmergerkriegen von 1656 und 1712 wurde das katholische Kaiserstuhl von Zürich besetzt.

Die regionale (wirtschaftliche) Zentrumsfunktion ging jedoch 1798 verloren.  Die definitive Abtrennung der rechtsrheinischen Gebiete des Bistums Konstanz und die Gründung des Grossherzogtums Baden sowie der Übergang von Kaiserstuhl an die Helvetische Republik (1798-1803) und den Kanton Baden (nachher Kanton Aargau im Jahr 1803), bedeutete das Ende jahrhundertealter politischer Beziehungen. Der Rhein wurde (Landes-) Grenze und ist es noch immer.

Friedhofkapelle zu den Vierzehn Nothelfern

Ein weiteres Schmuckstück ist die kleine Kapelle zu den Vierzehn Nothelfern aus dem Jahr 1530 auf dem Friedhof. Es handelt sich um einen spätgotischen polygonalen Bau mit einem Spitzbogenfenster und einer Innenausstattung aus der Barockzeit.

Diese Kapelle ist auch die letzte Ruhestätte von zwei Pfarrern des Klosters Rheinau im protestantischen Kanton Zürich, das 1862 geschlossen wurde. Die Pfarrer Ambrosius Widmer (1807-1874) und Basilius Maienfisch (1808-1881) waren renommierte Kunstexperten und Wissenschaftler ihrer Zeit.

(Quelle und weitere Informationen: www.kaiserstuhl.ch)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

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