Die Schweizer Geschichte von Wahlen und SAC-Basel
26 November 2025
Die Römer kamen, sahen, siegten und verliessen das heutige Schweizer Territorium wieder, hinterliessen jedoch eine bleibende Präsenz. Sie gründeten Colonia (Colonia Iulia Equestris (Nyon), Colonia Augusta Rauracorum (Augst und Kaiseraugst), Colonia Pia Flavia Constans Emerita Helvetiorum Foederata, kurz Aventicum (Avenches) und Forum Claudii Vallensium (Martigny). Darüber hinaus ist die römische Präsenz an zahlreichen anderen Orten deutlich sichtbar, zum Beispiel in Vindonissa (Windisch), Orbe-Boscéaz oder Vallon.
Ohne die Römer gäbe es auch kein Christentum und keine Bistümer, Kathedralen, Basiliken und Klöster in Genf, Lausanne, Freiburg, Sitten, Basel, Zürich, Lugano, St. Gallen, Romainmôtier, Chur und vielen anderen Orten.


Wahlen
An vielen anderen Orten ist die römische Präsenz jedoch kaum oder gar nicht sichtbar. Der römische Wachturm auf dem Berg Stürmenchopf (768 m) und die römische Villa in Wahlen (Kanton Basel-Landschaft) sind der Natur preisgegeben. Die Geschichte dieses kleinen Dorfes ist jedoch typisch schweizerisch.
Wahlen liegt an einer alten römischen Strasse. Diese führte vom heutigen französischsprachigen Teil der Schweiz durch das „Val Terbi“ bei Delsberg (Delémont) über den Fringeli und den Plattenpass bei den Blauen zur Rheinkurve bei Basel.

Blauen
Zahlreiche Funde deuten auch auf eine Besiedlung in der Bronze- und keltischen Zeit hin. Die Alemannen kamen im 5. und 6. Jahrhundert. Das Dorf gehörte anschliessend zu merowingischen, karolingischen und burgundischen Königreichen, dem Heiligen Römischen Reich, verschiedenen lokalen Dynastien, dem Bistum Basel und Habsburg.

Grenzstein der Kantone Solothurn und Basel-Landschaft
Der Name des Dorfes wird einerseits mit dem lateinischen „Vallum“ (Wall, Befestigung), andererseits mit dem alemannischen „Walch“, dem gleichbedeutenden „Welsch“, in Verbindung gebracht. Das Dorf wurde erstmals in Dokumenten aus den Jahren 1166 und 1179 erwähnt.
Das Geschlecht Von Wahlen tritt 1275 in Erscheinung. Durch Erbschaft gelangt die Hälfte des Dorfes später in den Besitz des Hauses Österreich, während die andere Hälfte an das Bistum Basel fällt. Das Dorf wurde bis zur französischen Invasion 1792 von Vögten verwaltet.
1525 schliesst sich Wahlen der Bürgerschaft der Stadt Basel an und nimmt 1529 den neuen Glauben an, bis Bischof Christoph Blarer von Wartensee 1589 die Gegenreformation durchführt. Nach der französischen Invasion und Besetzung 1792 wird die Raurakische Republik ausgerufen; drei Monate später wird das Dorf von Frankreich annektiert und dem Département Mont-Terrible zugeordnet, das ab 1800 im Département Haut-Rhin aufgeht. 1815 wird Wahlen durch einen Beschluss des Wiener Kongresses (1814–1815) dem Kanton Bern zugewiesen. 1994 entscheidet sich das Dorf im Referendum für den Anschluss an den Kanton Basel-Landschaft.

Der Schweizer Alpen-Club (SAC), Sektion Basel
Für das Jahresfest des SAC-Basel ist Wahlen ein symbolischer Ort. Das Jahresfest des SAC Basel steht immer im historischen Zeichen von Mitgliedern mit langjähriger Mitgliedschaft, einige seit 50, 60 oder 70 Jahren! Zwar haben diese die meisten der oben beschriebenen Entwicklungen nicht persönlich miterlebt, aber zwei oder fast drei Generationen Mitgliedschaft sind erwähnenswert.

Das Eidgenössische Jodlerfest findet vom 26. bis zum 28. Juni 2026 in Basel statt.
Auch die Strecke von Bärschwil nach Wahlen bietet verschiedene historische und natürliche Höhepunkte, darunter der Kalköfen Stritteren, das Buechloch von Bärschwil, die Dichter Albin Fringeli (1899–1993) und Dieter Fringeli (1942–1999), ihr Bauernhof sowie die ehemalige Glashütte an der Birs.
Der Schweizer Alpen-Club (SAC, Sektion Basel) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet und anderswo im Land. Obwohl der Name anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur (Ski-)Touren in den Alpen, sondern auch Wanderungen und Aktivitäten in anderen Regionen.
(Quelle und weitere Informationen: www.sac-cas.ch).
Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen



Die Birs bei Bärschwil und die ehemalige Glashütte


Albin Fringeli und Dieter Fringeli und ihr Bauernhof



Der Kalköfen Stritteren

Keine SAC-Hütte, sondern eine einfache Hollenhütte
Eindrücke aus der Umgebung






