Gründungszeit ohne Eidgenossen

Die klassischen, auf die Innerschweiz zentrierten Themen der frühen Schweizergeschichte – der Bundesbrief von 1291, die Ereignisse am Morgarten 1315 und die Reichsfreiheit in den sogenannten Königsbriefen – werden neu dargestellt und auf innovative Weise in die weiteren politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge eingeordnet.

Das Buch stützt sich auf jahrelange intensive Forschungen und setzt neue Massstäbe in der Darstellung der sogenannten Anfänge der schweizerischen Eidgenossenschaft um 1300.

Roger Sablonier, Gründungszeit ohne Eidgenossen. Politik und Gesellschaft in der Innerschweiz um 1300, Baden, 2008.

Die Symbiose von Natur und Mensch im Entlebuch

Die UNESCO-Biosphäre Entlebuch (UBE) ist ein seit 2001 anerkanntes Naturschutzgebiet (ca. 400 m2) im Entlebuch (Kanton Luzern).

Die UNESCO-Biosphäre Entlebuch

Das Entlebuch wird oft als der Wilde Westen von Luzern bezeichnet. Die UBE wurde 2008 auch als Naturpark von nationaler Bedeutung anerkannt.

Die Erlangung des Status durch die UNESCO war keine Selbstverständlichkeit. Die Voraussetzungen Dafür waren gegeben: eine herrliche Natur mit einer auch für Schweizer Verhältnisse besonderen Flora und Fauna, die grösste Moorlandschaft des Landes, die Berglandschaften, kleine Flüsse und Bäche, keine grossen landwirtschaften Betriebe (rund 850 Bauernhöfe) und keine grossen Agglomerationen, und trotzdem leicht zugänglich.

Im Entlebuch, benannt nach dem Dorf Entlebuch, gab es den (üblichen) Zwiespalt zwischen Wirtschaft und Naturschutz. Grundlage für diese Diskussion war die angenommene Volksinitiative vom 7. Dezember 1987, die sogenannte Rothenthurm-Initiative.

Rothenthurm-Initiative

Diese Initiative wurde später in Artikel 78, Absatz 5 der Verfassung aufgenommen:

Moore und Moorlandschaften von besonderer Schönheit und gesamtschweizerischer Bedeutung sind geschützt. In ihnen dürfen keine Gebäude oder Bodenveränderungen vorgenommen werden. Ausgenommen sind Einrichtungen, die dem Schutz oder der Verbesserung der derzeitigen landwirtschaftlichen Nutzung von Mooren und Moorflächen dienen.

Dieses Gesetz zielt darauf ab, die Moore und Torfgebiete im ganzen Land unter Schutz zu stellen. Die Wirtschaft, auch die Landwirtschaft, im Entlebuch befürchtete, dass dies zu Lasten der wirtschaftlichen Entwicklung gehen würde (weniger Strassenbau, kein Ausbau von Dörfern, Gewerbegebieten, Landwirtschaftsflächen usw.).

Das Referendum

Einige engagierte Bürgerinnen und Bürger sahen dies jedoch unter einem ganz anderen Gesichtspunkt, nämlich den Möglichkeiten, die sich daraus für die Wirtschaft und den Schutz der  Natur ergeben.

Tatsächlich gelang es einer 1997 eingesetzten Projektgruppe, nach Anhörung der zuständigen kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Behörden, der Bürger, der Unternehmen und der Naturschützer einen Plan vorzulegen.

Das Ergebnis war ein durchdachtes Konzept, um die Bevölkerung, den Naturschutz und die Wirtschaft für den Erhalt und die Nutzung der Natur zu gewinnen. Die Landwirtschaft, die Holzindustrie, die Energieerzeugung, der Tourismus, die Dienstleistungen und die kleinen und mittleren Unternehmen sahen die Vorteile des Konzepts mit der Erhaltung der Moorlandschaft gemäss dem Volksentscheid von 1987.

Im September 2000 stimmten die Bürger*innen der acht Gemeinden (Entlebuch, Hasle, Doppleschwand, Schüpfheim, Flühli-Sörenberg, Marbach, Escholzmatt und Romoos) mit 94% für das Referendum, das Entlebuch als anerkannte Biosphäre der UNESCO zu nominieren.

Seitdem hat sich das Entlebucher Armenhaus (so nannte man diese Region in der Schweiz bis 2001)bis 2022 zu einem prosperierenden Gebiet mit Naturschutz entwickelt.

Die Wanderung und eine aktuelle Ausstellung

Wer das nicht weiss, würde nicht vermuten, dass die Gondelbahn von Flühli nach Sörenberg, dem grössten Wintersportgebiet des Kantons, mitten in diesem Naturschutzgebiet liegt. Auch in anderen Orten wurden seit 2001 Gondeln und andere touristische Einrichtungen gebaut.

Eine Wanderung von Sörenberg (1423 m ü. M.) zum Kemmeriboden-Bad, das fast 500 Meter tiefer ander Emme im Kanton Bern, an der Grenze zwischen Emmental und Entlebuch, liegt, zeigt jedoch, wie sorgfältig die Beziehung zwischen Mensch und Natur gestaltet wurde.

Die Landwirtschaft lebt offenbar vom Label ‘Echt Entlebuch’; für fünfhundert Agrar-, Milch- und Fleischprodukte. Die Entwicklung des Fremdenverkehrs, aber auch kleiner und mittlerer

Unternehmen, eine ausgezeichnete Infrastruktur und blühende Dorfgemeinschaften mit bis zu 400 kulturellen, sportlichen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Vereinen (bei einer Einwohnerzahl Von 17.000) zeigen, dass die Region in guter Verfassung ist. Rund 600.000 Touristen besuchen das Gebiet jährlich.

Eine aktuelle Ausstellung im Entlebucherhaus in Schüpfheim zeigt diese Facetten und die Entwicklung des Entlebuchs (www.entlebucherhaus.ch). Die UNESCO war davon so begeistert, dass sie im Jahr 2011 die Bezeichnung ”Modellregion für die

Welt” verlieh. Die Bekanntheit der UBE erreichte 2014 sogar die Teilnahme des Films ”The Entlebuch” am Filmfestival in Cannes und die Auszeichnung mit dem European Energy Gold Award 2017 für ihre energiesparenden und umweltfreundlichen Massnahmen.

Die Wanderer in der UBE werden Zeugen dieser innovativen Symbiose zwischen Mensch, Aktivität und Natur. Auch Kunst ist überall präsent, zum Beispiel auf dem Skulpturenweg entlang der Emme.

Die Natur in der UBE (und im Allgemeinen) ist auch die ultimative Form der Kunst, wie die natürlich geformten Eisskulpturen an der Felsen, die Silhouetten der Berggipfel oder die märchenhaften Bäche und Wasserfälle inmitten der Bäume zeigen.

Zudem wartet im Hotel Landgasthof Kemmeribodenbad (aus dem Jahr 1834) eine willkommene Überraschung: die weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus bekannte ”Nidle”(die Kemmeriboden Merängge).

Wie der Name schon sagt, wurde dieses Hotel 1834 als Kurort gegründet, als Mineralwasserquellen entdeckt wurden.

(Weitere Informationen: www.kemmeriboden.ch).

Der Schweizer Alpen-Club (SAC)

Der Schweizer Alpen-Club (SAC, Sektion Basel) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land).

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur Skitouren, Bergsteigen und andere Sportarten im Hochgebirge und in den Alpen, sondern auch (Wander-)Aktivitäten in anderen Regionen.

(Quelle und weitere Informationen: www.sac-cas.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Pfahlbausiedlung Wauwil

Das Wauwilermoos (Kanton Luzern) zählt zu den bedeutendsten steinzeitlichen Fundstellen Europas. Ab 17 000 v.Chr. war das Gebiet des Wauwilermooses eisfrei. In dieser Zeit setzte auch die Verlandung der drei Seen Wauwiler See, Mauensee und Hagimoorsee durch Sand, Seekreide und Torf ein.

Im 19. Jh. wurde der Wauwilersee trockengelegt, so dass heute von den ursprünglich drei Seen nur noch der Mauensee besteht.

Schon bald nach dem Ende der letzten Eiszeit (um 14 000) durchstreiften erste Tierherden die karge Landschaft. Die Menschen folgten diesen im Rhythmus der Jahreszeiten und jagten vor allem Rentiere und Wildpferde.

Die bislang ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit im Wauwilermoos datieren in die Zeit um 14 000 v.Chr. Die Klimaerwärmung am Ende der Eiszeit förderte die Verbreitung des Waldes und neuer Tierarten. Auch das pflanzliche Nahrungsangebot verbesserte sich.

Der Mensch in der Jungsteinzeit (4500-2000 v. Chr.) wurde sesshaft. Die Zeit der sogenannten Pfahlbauer brach an. Im Wauwilermoos lebten die Menschen in bodenebenen oder leicht abgehobenen Pfahlbauten.

2011 hat die UNESCO die «Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen» zum Weltkulturerbe ernannt. Unter den 111 eingetragenen Fundstellen aus sechs Ländern befinden sich drei Luzerner Fundstellen: Hitzkirch-Seematt, Sursee-Zellmoos und die Egolzwil E3 (im Wauwilermoos).

Die Egolzwil ist die älteste bekannte Schweizer Pfahlbausiedlung aus der Zeit um 4300 v.Chr. Die charakteristische Keramik dieser Fundstelle war gar namensgebend für einen Kulturraum der Zentralschweiz: die Egolzwiler Kultur

Der Archäologische Lernpfad (rund 7 km) Wauwilermoos umfasst sechs Stationen, die sich alle im Bereich der wichtigsten Fundstellen befinden.

Start- und Endpunkt bildet die Pfahlbausiedlung Wauwil mit der Rekonstruktion von drei Pfahlbauhäusern, einem Grabungszelt und Jägerzelt sowie einem Informationspavillon.

Im Wauwilermoos kennt man bislang ein Dutzend Pfahlbaudörfer, die ältesten davon datieren um 4400 v. Chr. Sie gehören damit zu den ältesten der Schweiz.

(Quelle und weitere Informationen: www.pfahlbausiedlung.ch).

Habsburg und die Schweiz

Vor 900 Jahren wurde die Habsburg, die namensgebende Burg “Havichsburg” der Habsburger, erstmals erwähnt. Die Burg und das Dorf im heutigen Kanton Aargau bestehen noch immer. Es ist schwer vorstellbar, dass das mächtige Haus Habsburg in der heute bescheiden wirkenden Burg seinen Anfang genommen hat.

Die Habsburger tragen in der Schweizer Geschichte den Stempel der Verlierer. Gleichzeitig mit dem Rückzug aus ihrem Stammland, dem Aargau, konnten sie sich zur bestimmenden Macht in Europa aufschwingen.

Wenn die Entstehung der Eidgenossenschaft vom Rand aus – vom Aargau, Thurgau oder Elsass aus – erzählt wird, ergeben sich ganz neue Blickwinkel. Der Kern der Eidgenossenschaft in der Innerschweiz wird dabei zum Teil eines übergeordneten Kräftespiels, in dem Kaiser und Könige, Savoyer und Tiroler, Berner und Zürcher, Innerschweizer und Aargauer eine Rolle spielten.

Das Buch schildert die Geschichte des Aufstiegs der Habsburger und ihr Verhältnis zu ihrem ehemaligen Stammland.

(Bruno Meier, Ein Königshaus aus der Schweiz. Die Habsburger, der Aaugau und die Eidgenossenschaft im Mittelalter, Baden, 2008).

 

Die Landschaft der Schweiz

In seinem Buch fordert der Autor künftige die Entwicklung des Landes nicht mehr von der Besiedelung, sondern von der Landschaft her zu denken ist.

Die Schweiz gilt immer noch als einer der schönsten Länder der Welt. Gleichwohl werden die Anliegen zum Schutz von Natur und Landschaft oft nicht genügend gewichtet.

Landschaft ist jedoch für die Gesundheit und das Wohlbefinden so wichtig wie Luft, Wasser und gesundes Essen für den Körper. Die Menschheit braucht die Landschaft – aber ebenso braucht sie die Menschheit.

Im ersten Teil des Buches führt uns der Autor durch die von Erfolgen, aber auch von Rückschlägen gezeichnete Geschichte des Landschaftsschutzes in den Nachkriegsjahrzehnten – am Beispiel der Schweiz.

Im zweiten Teil konzentriert er sich anhand von 12 kon­kre­ten Beispielen auf einzelne Landschaften, die gerettet werden konnten.

Im dritten Teil skizziert Hans Weiss mehrere Anregungen und Forde­run­gen für den zukünftigen Umgang mit Natur und Landschaft.

Zentral ist für der Autor das politische Engagement der Be­völ­ke­rung. Viele Landschaften konnten nur gerettet werden, weil sich die Bevölkerung für den Natur- und Land­schafts­­schutz engagierte.

Hanss Weiss, Achtung: Landschaft Schweiz. Vom nachhaltigen Umgang mit unserer wichtigsten Ressource, Zürich 2020.

Chinesische Gegenwartskunst im Schloss Mauensee

Das Schloss Mauensee  (Kanton Luzern) wurde erstmals im Jahre 1184 erwähnt. Aus dem 13. Jahrhundert stammen die ersten Zeugnisse einer Burg auf der Insel. Der See und die Insel  gelangten 1455 an Luzern. Zwei Jahre später wurde das Landgut aber schon wieder verkauft und wechselte anschliessend mehrmals den Besitzer.

Das heutige Schloss wurde 1605 errichtet. In den kommenden Jahrhunderten änderten sich die Besitzverhältnisse wiederum mehrere Male. Seit 1998 befinden sich das Schloss und die Insel im Privatsitz der Familie Sigg.

Ulrich Adolf Sigg (1946) wohnt auf Schloss Mauensee, wo er einen Teil seiner Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst unterhält. Von 1995 bis 1998 war er Botschafter der Schweiz für China.

In den 1970er Jahren begann er chinesische Gegenwartskunst zu sammeln. Innert weniger Jahrzehnte trug er so die weltweit grösste und bedeutendste Sammlung auf diesem Gebiet zusammen.

Die Insel ist nicht öffentlich zugänglich und mit einer Brücke mit dem Festland verbunden.

(Quelle und weitere Informationen: www.mauensee.ch).

Der Kardinal und Absinth in Neuenburg

Die berühmte Brasserie du Cardinal de Fribourg befindet sich am Fusse des Neuenburger Schlosses zwischen den alten Stadtmühlen und dem Flussbett des Seyon.

Die Inneneinrichtung hat ihren Jugendstil-Charme von 1905, der typisch für die Belle Époque war, bewahrt: eine Fantasiewelt mit bunt bemalten Kacheln, reichlich Dekor und Fenstern mit Kristallgravuren. Die Aussenfassade, ebenfalls aus dem Jahr 1905, steht unter Denkmalschutz.

Die Brasserie bietet auch Absinth-Degustationen nach alter Manier an. Der Absinth, (die Grüne Fee, la Fée verte), ein starkes alkoholisches Getränk aus der Region, war lange Zeit (1910-2005) verboten, was seinen legendären  Ruf verstärkte.

Die Maison de l’Absinthe in Môtiers im Val-de-Travers (Kanton Neuenburg) bietet einen historischen Überblick über diese Geschichte. Besucher können dort auch die Grüne Fee zu sich nehmen.

(Quelle: www.neuchateltourisme.ch/belle-epoque).

 Korrektorin: Melinda Fechner

Die geträumte Stadt Basel

Disponible en anglais, allemand et néerlandais.

Cees Nooteboom schrieb (Die Dame mit dem Einhorn. Europäische reisen, Frankfurt am Main 1997):

“Denn woraus besteht eine Stadt ? Aus allem, was in ihr gesagt, geträumt, zerstört, geschehen ist. Aus dem Gebauten, dem Verschwundenen, dem Geträumten, das nie realisert wurde. Die Stadt is ein Buch, der Spaziergänger sein leser. Er kann auf jeder beliebigen Seite beginnen, vor- und zurückgehen in Raum und Zeit”.

Die Ausstellung Die geträumte Stadt geht visionären Ideen nach, unabhängig davon, ob sie realisiert wurden oder (noch) nicht.

Der Raum Die visionäre Stadt stellt drei städtebauliche Visionen für Basel vor, die Räume Die hohe Stadt und Die wachsende Stadt sind dem Wachstum der Stadt in die Höhe und die Weite gewidmet, der Raum Die geerbte Stadt handelt vom Umgang mit der Altstadt, der Raum Die Kunst Stadt schildert die Geschichte des Basler Kunstmuseums, und der Raum Die kreative Stadt soll die Besucher*innen dazu inspirieren, eigene Träume von Stadt zu entwickeln.

Der Titel lässt zwei Interpretationen zu. Ein Traum kann eine Vision sein, die nie verwirklicht wird, oder er kann ein Traum ((oder ein Albtraum) sein, der Wirklichkeit ist.

Beide Möglichkeiten gelten für Basel und wahrscheinlich für jede Stadt. Auch der konstante Faktor der Stadt, der Rhein, war nicht vor Träumen gefeit. Im Jahr 1932 gab es einen konkreten Plan, den Fluss um die Stadt herum umzuleiten und das frei werdende Land zu bebauen.

Dazu kam es zwar nicht, aber ein Teil des Plans wird in anderer Form verwirklicht. Ausserdem war es kein unrealistischer Plan. Die realisierte Juragewässerkorrektion (siehe Swiss Spectator am 16. Juni 2020) von 1868-1891, die teilweise realisierte Verbindung des Rheins mit dem Genfersee (Swiss Spectator, am 9. Januar 2022) und der nicht realisierte Schifffahrtsweg über den Gotthard (La Via d’Acqua transalpina, Swiss Spectator am 22. März 2021) zeigen die (Un-)Möglichkeiten.

Ausserdem verbindet der Rhein die Schweiz mit den Niederlanden und indirekt Basel mit Amsterdam. Auch in Basel gab es in den 1950-60er Jahren fortgeschrittene Pläne für eine Autobahn mitten durch die Altstadt, die sogar beim Hotel Les Trois Rois umgesetzt wurden.

In Amsterdam wollten die Behörden die Grachten zu schütten und auch eine Autobahn quer durch die Stadt bauen. Sogar das Rembrandt-Haus in der Jodenbreestraat wurde fast abgerissen. Eine Gedenktafel gegenüber dem Rembrandthuis zeigt, wo der Abriss des alten Stadtzentrums endete.

Der Unterschied besteht darin, dass in Amsterdam die Gewalt von Aktivisten den Bau verhinderte, während in Basel ein Referendum für und von den Einwohnern durchgeführt wurde.

Doch zum Glück sind nicht alle Träume Albträume.  In Basel und seinen weltberühmten Architekturbüros wurden verschiedene Projekte realisiert, und mit Erfolg.

Die Ausstellung zeigt die Geschichte von 150 Jahren Plänen, Entwürfen, Ablehnungen, Misserfolgen, Erfolgen, Volksabstimmungen und realisierten und nicht realisierten Bauprojekten, von Hochhäusern und Flachbauten, Bürokomplexen, Museen und anderen öffentlichen Gebäuden.

Der mittelalterliche Stadtkern ist auf dem Münster, dem Spalenberg, dem Gebiet um die Leonhardskirche und St. Alban noch weitgehend intakt. Das erste Hochhaus der Stadt war die Kathedrale, das jüngste Hochhaus ist der zweite Roche-Turm.

Die beiden Türme von Roche sind jedoch selten auf Postkarten oder in Kombination mit den Türmen der Kathedrale (1500 nach dem Erdbeben von 1356 wieder errichtet) zu sehen, obwohl beide etwas gemeinsam haben:

Die beiden Roche-Türme (2015 und 2020 errichtet) sind wie die Türme der Kathedrale ungleich hoch. Roche hingegen wird in einigen Jahren seinen dritten Turm bekommen, die Kathedrale sicher nicht.

(Quelle und weitere Informationen: www.mkk.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner 

Die Wauwiler Ebene und das Klima

Der Planet Erde ist etwa vier Milliarden Jahre alt. Die Menschheit, die Spezies Homo Sapiens, ist rund 300 000 Jahre alt. Zwanzig Millionen Jahre davor lag der Kanton Luzern noch an subtropischen Meeresküsten.

Die Überreste von Muscheln und Palmenblättern, die in den Felsen in Höhen von 1.000 bis 1.500 Metern versteinert sind, zeugen davon. Vor zwanzigtausend Jahren lag der Kanton jedoch unter einer achthundert bis tausend Meter dicken Eis- und Schneeschicht aus Gletschern.

Der Gletschergarten in Luzern (www. gletschergarten.ch) gibt einen eindrücklichen und vielseitigen Überblick über die jüngere Geschichte dieses Klimawandels.

Diese Klimaveränderungen lassen sich auch bei einer Wanderung durch die Wauwiler Ebene und die Seengebiete des Mauensees und des Sempachersees im Kanton Luzern beobachten.

Wenn man in den Niederlanden an Torfmoore denkt, denkt man zuerst an die Teiche in den zentralen Niederlanden, aber nicht an die zentrale Schweiz. Und wenn man an Watten denkt, denkt man an das Wattenmeer und heutzutage vielleicht an das künstliche Watt im Markermeer. Im Kanton Luzern gibt es jedoch ein grosses Torf- und Wattgebiet, in dem bis Anfang des 20. Jahrhunderts in grossem Stil Torf abgebaut wurde.

Das Gebiet entstand, als die Temperaturen nach der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren stiegen. Der gewaltige Reussgletscher, der 800-1.000 Meter hoch und mehrere Kilometer breit war, schmolz langsam ab, bis um 7.000 – 5.000 Jahre v. Chr. nur noch Seen, darunter der Sempachersee und der Mauensee, übrig blieben.

Die ersten Jäger und Nomaden kamen um 12.000-9.000 v. Chr. in dieses Gebiet. Jagd, Fischfang und primitive Behausungen und Höhlen waren die ersten Lebensgrundlagen. Erst als die letzten Reste der Gletscher verschwanden und die Erwärmung anhielt, entstanden die ersten Siedlungen und die Landwirtschaft entwickelte sich.

Die Vegetation veränderte sich, es gab Bäume und die höher gelegenen Gebiete fingen an sich für die Landwirtschaft zu eignen. Er war auch ein idealer Lebensraum für Fische, Wild und Weidetiere.

Die tiefer gelegenen Gebiete waren zu sumpfig für die Landwirtschaft, aber ein guter Lebensraum für Flora und Fauna. Ab 5.000 v. Chr. siedelten sich immer mehr Menschen in diesem Gebiet an. Die Wauwiler Ebene ist sogar eine der bedeutendsten archäologischen Fundstellen aus der Mittelsteinzeit (Mesolithikum, ca. 10.000 – ca. 4.000 v. Chr.) und der jüngsten Steinzeit (Neolithikum, 4000 – 800 v. Chr.) in Mitteleuropa. Aus dieser Zeit sind etwa dreissig Siedlungen bekannt. Diese befanden sich an den Ufern von Seen.

Die Pfahlbauten erinnern an diese Siedlungen. In Wauwil sind ein Informationspavillon und Replikas dieser Wohnungen und der Lebensweise der Bewohner realisiert worden.

In Wauwil locken nicht nur die hohen Berggipfel der Alpen, sondern auch die Seen, Dörfer und Naturschutzgebiete in der Ebene, wenige Kilometer unterhalb dieser Gipfel. Von den Gipfeln in unmittelbarer Nähe zu Wauwil lässt sich der Verlauf des einst mächtigen Reussgletschers gut erkennen.

Offenbar nimmt die Natur immer noch ihren Lauf. Die Menschheit und ihr explosives Wachstum ist ein akutes Problem, aber in Relation zu den zwanzig Millionen Jahren Erdgeschichte eher unbedeutend.

Die Geschichte der Wauwiler Ebene, einem relativ unbekannten Gebiet ausserhalb der Schweiz, zeigt Mensch, Natur und Klima in der richtigen Perspektive.

(Quelle und weitere Informationen: www.wauwil.ch)

Der Schweizer Alpen-Club (SAC)

Der Schweizer Alpen-Club (SAC) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land).

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur Skitouren, Bergsteigen und andere Sportarten im Hochgebirge und in den Alpen, sondern auch (Wander-)Aktivitäten in anderen Regionen.

(Quelle und weitere Informationen: www.sac-cas.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner