Die St. Chrischona und Bettingen

Die St. Chrischona  nahe dem Dinkelberg ist der einzige Berg (522 Meter) im Kanton Basel-Stadt. Das nahe gelegene Dorf Bettingen ist eine von drei Gemeinden in diesem kleinen Kanton. Die beiden anderen Gemeinden sind Basel und Riehen.

Der grösste Teil des Kantons liegt auf dem rechten Rheinufer, umgeben von deutschem Gebiet. Nur der Kanton Schaffhausen übertrifft in dieser Hinsicht den Kanton Basel-Stadt.

Bettingen war ein alemannisches Dorf und im Besitz von verschiedenen Fürsten und Bürgern. Die Stadt Basel kaufte Bettingen 1513, vor allem wegen der kommerziell interessanten Wallfahrtskirche St. Chrischona. Basel kaufte Riehen im Jahr 1522.

Bettingen

Bis zur Entstehung der Nationalstaaten nach 1815 bildete der Rhein keine natürliche Grenze. Viele Klöster, Bistümer, Kaiser, Könige, Grafschaften andere politische Einheiten besassen Güter in der Eidgenossenschaft und umgekehrt. Die Städte Laufenburg und Kaiserstuhl (seit 1803 Kanton Aargau) lagen, zum Beispiel, bis 1803 auf beiden Seiten des Rheins.

Die letzten ausländischen Besitztümer in der heutigen Schweiz gehörten zu Habsburg: So Tarasp bis 1803 und Rhäzüns bis 1819. Der Kanton Neuenburg war bis 1857 sogar formell ein Fürstentum des preussischen Königs, seit 1815 aber zudem ein Vollmitglied der 1815 gegründeten Konföderation.

Die Kirche

Die Kirche St. Chrischona auf dem Dinkelberg (Gemeinde Bettingen, Kanton Basel-Stadt) ist der heiligen Chrischona gewidmet.

Der Legende nach (Legenda Aurea) überlebten Chrischona und ihre beiden Schwestern die Reise von Ursula und 11 000 Jungfrauen rund 300 n. Chr. nach Köln. Chrischona starb auf dem Platz der Kirche. Ihre Überreste wurden 1506 in der Kirche beigesetzt. Die erste Kirche wurde im siebten Jahrhundert gebaut.

Die heutige Kirche stammt aus dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert und blieb bis zur Reformation ein Wallfahrtsort. Nach der Reformation verfiel die Kirche. Seit 1839 ist sie ein Komplex für die Ausbildung evangelischer Geistlicher und andere Einrichtungen.

Der nahe gelegene 250 Meter hohe Fernsehturm bietet eine fantastische Aussicht auf den Schwarzwald, die Vogesen, den Jura und die Alpen.

Bettingen war das Grenzdorf des Grossherzogtums Baden (1806-1918), der Republik Baden (1918-1933), des Dritten Reichs (1933-1945) und ist es heute des Landes Baden-Württemberg in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Kirche befindet sich auf dem höchsten Punkt des Kantons (522 Meter) und bietet eine schöne Aussicht auf den Rhein, Basel, die Alpen, den Jura und die südlichen Ausläufer des Schwarzwaldes.

(Quelle und weitere Informationen:  www.chrischona-campus.ch;   www.bettingen.bs.ch)

Korrektorin: Melinda Fechner

Wintertourismus im Engadin

Das grösste Wachstum des Sommer/Winter-, Bade- und Kurtourismus in der Schweiz und insbesondere im Engadin (Kanton Graubünden) fand zwischen 1870 und 1914 statt.

Mit dem Aufstieg der Eisenbahnen, der Verbesserung der Alpenpässe (u.a. von Bivio nach Silvaplana), neuen Strassen (für Kutschen, u.a. zwischen Poschiavo und Pontresina), Tunneln und dem Aufstieg des Gesundheitstourismus kamen nach 1850 immer mehr (englische) Besucher ins Engadin.

Alp Grüm, Val Poschiavo

Es war prestigeträchtig, wenn von einem langen Aufenthalt in einem repräsentativen Hotel oder Spa berichtet werden konnte. Im Zentrum dieses Wachstums standen Scuol, Tarasp, Sils Maria und zum Beispiel St. Moritz.

Kulm Hotel

Badrutt’s Palace

Eine besondere Initiative verdient Aufmerksamkeit. Der Besitzer des Hotels Kulm, Johann Badrutt (1819-1889), lud um 1865 auf seine Kosten englische Gäste zu einem Aufenthalt in seinem Hotel im Winter ein, zuvor war der Aufenthalt nur im Sommer.

Es war der Beginn des Wintersports und die Blütezeit von St. Moritz.

(Quelle: T. Cavadini Canonica, A. Cavadini, Das Engadin. Kurze Geschichte einer Alpinen Welt, Sondrio, 2008).

Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit in Schulklassen und an Arbeitsplatzen ist seit Jahren und weiter zunehmend eine Realität. Das Event im Sprachpanorama in Laufenburg (Kanton Aargau) bietet eine Gelegenheit, um die verschiedene Dimensionen von Mehrsprachigkeit zu thematisieren indem die Teilnehmer in kleinen Gruppen im Turnus die neun Stationen erkunden und teilnehmen an Workshops und Führungen.

Die Ausstellung am 20. Mai beschäftigt sich mit der Rolle der Sprachen im Alltag, welche Sprachen man benutzt, mit wem und wofür, die Erfahrungen und Gefühle, das Vorteil, sowie das Nachteil der Mehrsprachigkeit und die Mehrsprachigkeit in der Gesellschaft.

Das Sprachpanorama

Das Sprachpanorama in Laufenburg (Kanton Aargau) ist ein lebendiges Museum. Das Museum präsentiert eine Ausstellung über die Schweizer Dialekte, die Dialektlandschaft und die Mundarten, die Geschichte der deutschen Sprache von den Germanen bis ins 20. Jahrhundert, sowie die Mehrsprachigkeit in der Schweiz.

Weitere Themen sind das Lesen und Schreiben, die Entstehung des Alphabets, die Sprachfamilien und die Sprachenvielfalt der Welt. Das Sprachpanorama ist ein Bildungsinstitut zur Kommunikation und organisiert Workshops, Führungen und Weiterbildungen.

(Quelle und weitere Informationen: www.sprachpanorama.ch).

Das Naturschutzgebiet Häftli

Die Häftli bei Büren und Meinisberg (kanton Bern) ist seit 1991 ein Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung. Das Gebiet entstand durch die Vereinigung von den Flüssen Aare und Zihl. Die Flüsse stauten sich, wodurch sich eine dynamische Flusslandschaft bildete.

Nach der Fertigstellung des Nidau-Büren Kanals 1891 bei der ersten Juragewässerkorrektion (1868-1891) sank der Wasserstand und das Häftli entwickelte sich zu einem Stillgewässer-Weiher.

Bei der zweiten Juragewässerkorrektion (1963-1973) wurde ein Durchlass gebaut, wodurch Frischwasser ins Häftli gelangt. Auch Wasser vom Nidau-Büren Kanal wird ins Häftli geleitet. So bleibt der Charakter eines Flusslaufes erhalten.

Die Juragewässerkorrektion 

Nach dem Rückzug des Rhonegletschers am Ende der letzten Eiszeit vor 15.000 Jahren bildete sich im Raum zwischen den heutigen Städten Solothurn und La Sarraz (Kanton Vaud) ein grosser zusammenhängender See.

Nachdem der Seeabfluss die Endmoräne abgetragen hatte, sank das Wasser. Der von den Bergen gespülte Schutt füllte die Ebene auf, bis in der Steinzeit die drei heutigen Seen übrig blieben: Neuenburgersee, Murtensee und Bielersee.

Seit dem Mittelalter verschlechtert sich der Wasserstand. Die Ebenen des Seelandes wurden Sumpfgebiet und es gab viele Überschwemmungen und  Hochwasserkatastrophen.

Erst die technischen Möglichkeiten der Industrialisierung und die Entstehung des Bundesstaates im Jahr 1848 brachten den Durchbruch.

Die Juragewässerkorrektion im Drei-Seen-Land (Neuenburger-, Murten- und Bielersee) im 19. Jahrhundert ist ein hervorragendes Beispiel für ausgezeichnetes Ingenieurwesen .

Das Projekt des Ingenieurs Richard La Nicca (1794-1883) wurde zwischen 1868 und 1891 durchgeführt. Es umfasste Kanäle zwischen den Seen (Zihlkanal, Broyekanal), die Umleitung der Aare von Aarberg zum Bielersee (Hagneckkanal), den Büren-Nidaukanal und die Absenkung des Wasserspiegels in den drei Seen.

Die bedeutenden Überschwemmungen hielten jedoch an. Die zweite Juragewässerkorrektion wurde zwischen 1962 und 1973 durchgeführt, darunter der Bau des Wasserwerks Flumenthal sowie der Ausbau und die Verbreiterung des Hagneck-, Broye, Zihl- und Nidau-Büren-Kanals.

Auenwälder und Vogelarten

Auenwälder sind geprägt durch die periodischen Schwankungen des Wasserstandes. Durch die Bewegung wird neues Wasser eingetragen. Wasserliebende Arten sind vorherrschend. Die Dynamik des Wassers sorgt ausserdem für ein Mosaik verschiedener Lebensräume und eine aussergewöhnliche Artenvielfalt.

Über 200 verschiedene Vogelarten können in der Häftli beobachtet werden. Auch mehrere Biberfamilien haben hier ein zuhause gefunden. Das Gebiet ist zudem ein wichtiger Ort für Amphibien und Frosch- und Molcharten. In Verlandungszonen wachsen seltene Pflanzenarten. Die Bäume erreichen dank hohem Grundwasserstand mit ihren Wurzeln das Wasser und der Charakter des Auenwalds bleibt bestehen.

Büren

Eine Wanderung entlang der Alten Aare von Büren nach Büren lohnt sich also. Die mittelalterliche Stadt im Kanton Bern widerspiegelt die Geschichte der Schweiz. Die Kelten, Römer, Alemannen und Franken haben ihre (archäologischen) Spuren hinterlassen.

Seit dem dreizehnten Jahrhundert war die Stadt in den Händen der Freiherren von Strassberg, der Grafschaft Neuenburg, der Grafen von Neu-Kyburg, der Stadt Solothurn, der Habsburger und schliesslich der Stadt Bern.

Die Stadt Reiben auf der anderen Seite der Aare hingegen gehörte dem Fürstbistum Basel an. Der Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 führte zur Gründung der Helvetischen Republik (1798-1803).

Büren wurde ein  Bezirk in dieser Republik. Reiben, als Teil dieses aufgehobenen Fürstbistums, gehörte von 1800 bis 1814 zum französischen Departement Haut-Rhin. Der Wiener Kongress von 1815 fügte Reiben dem Kanton Bern hinzu.

Französische Truppen kehrten jedoch 1871 nach Büren und Reiben zurück, aber dann auf der Flucht vor der preussischen Armee. Das Bourbaki-Panorama in Luzern zeigt den Grenzübergang der französischen Armee unter der Führung von General Bourbaki bei Verrières im Kanton Neuenburg. Etwa 2.000 französische Soldaten gingen mit ihren Pferden nach Büren und Reiben.

1821 wurde eine (Holzbrücke über die Aare gebaut. 1911 fusionierten beide Orte schliesslich zu einer Gemeinde.

(Quelle und weitere Informationen: www.bueren.ch; www.be.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Das Laboratorium des Fortschritts

Wie wurde aus dem Kleinstaat Schweiz eine bedeutende Wirtschaftsmacht?  Schon im 18. Jahrhundert wiesen einzelne Gegenden einen sehr hohen wirtschaftlichen und industriellen Entwicklungsstand auf, wie ihn in Europa nur wenige andere erreichten.

In den 1860er Jahren war die Schweiz das meistbesuchte Land Europas. Das Land veränderte infrastrukturell und kulturell. Dieser Prozess war tiefgreifend und erfasste die unterschiedlichsten Bereiche von Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft.

Bis heute verlaufen die meisten Schweizer Bahnlinien da, wo die Pioniere der 1850er und , 1860er Jahre sie angelegt haben. Die glanzvollsten Hotels des Landes sind die Paläste der Belle Epoque. Aus dem Auswanderungsland ist ein Immigrationsziel geworden, aus dem Zugpferd der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert wurde eine postindustrielle Umnutzungszone.

Das Buch deckt die Quellen und Prozesse auf, die diese Entwicklung im 19. Jahrhundert angestossen haben und ist Lektüre für alle, die wissen wollen, wie die Schweiz zu einer erfolgreichen Wirtschaftsnation wurde.

Joseph Jung, Das Laboratorium des Fortschritts. Die Schweiz im 19. Jahrhundert, Zürich, 2019.

Benefizkonzert in Genf

Die geopolitische Lage ist, abgesehen von der durch die Covid-Pandemie verursachten gesundheitlichen Situation, ernster, unsicherer und gefährlicher als noch vor einem Monat für möglich gehalten wurde.

Insbesondere der Schutz von Kindern ist von grösster Bedeutung und hat für UNICEF höchste Priorität. In diesem Zusammenhang organisieren das Genfer Kammerorchester und das Nexus Orchestra ein Benefizkonzert für UNICEF.

Die Orchester werden Dvoraks Symphonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“ aufführen. Die Cellistin Camille Thomas wird das Konzert von Edward Elgar aus dem Jahr 1919 spielen.

Quelle und weitere Informationen: www.illyria.ch

Das Historische Lexikon der Schweiz

Das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) ist ein wissenschaftlich erarbeitetes, vernetztes, aktuelles und multimediales Fachlexikon zur Schweizer Geschichte.

Es versteht sich sowohl als verlässliche Forschungsinfrastruktur für die wissenschaftliche Gemeinschaft wie als umfassende und attraktive Informationsdienstleistung für die breite Öffentlichkeit.

Seine (identischen) Inhalte werden in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch angeboten.

Fundament und Ausgangspunkt der Online-Version bilden die etwas über 36’000 Artikel der Druckausgabe (publiziert von 2002 bis 2014). Diese werden laufend thematisch erweitert, konzeptionell erneuert, konsequent verlinkt und multimedial an die Anforderungen des neuen Mediums angepasst.

Gleichzeitig wird dank enger Zusammenarbeit mit der Forschungsgemeinschaft und konsequenter Orientierung am neuesten Forschungsstand das Lexikonkorpus systematisch ergänzt.

Die Inhalte reflektieren die kulturelle Vielfalt der Schweiz und die unterschiedlichen historischen Realitäten ihrer Landesteile und Kulturräume. Ein besonderes Augenmerk gilt der mehrsprachigen historischen Begrifflichkeit.

Das HLS stellt in erster Linie die Geschichte der Räume dar, die heute die Schweiz ausmachen. Es bezieht dabei die voreidgenössische Zeit in Territorien, die erst später zur Eidgenossenschaft gestossen sind, mit ein und berücksichtigt auch jene Gebiete, welche die Eidgenossenschaft verlassen haben.

Die Darstellung der engen Verflechtungen und Austauschprozesse der Schweiz mit dem Ausland erhält auch ein besonderes Gewicht.

Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, Das Historische Lexikon der Schweiz, Bern; online: https://hls-dhs-dss.ch/

 

Kultur und Geschichte im Val Müstair

Ein kleines Tal mit rund 1 600 Einwohnern, sechs Dörfern (fusioniert zu der Gemeinde Müstair), mit weltberühmten und einzigartigen Sehenswürdigkeiten und bemerkenswerten sprachlichen, kulturellen und historischen Besonderheiten: das ist das Val Müstair, im äussersten Osten der Schweiz, an der Grenze zum Südtirol und zur Lombardei (Italien).

Die wichtigsten Institutionen werden im Folgenden erläutert. Ausserdem gibt es mehrere Galerien und andere private Einrichtungen. Die lokale Sprache ist Jauer, eine Variante des im Unterengadin gesprochenen rätoromanischen Vallader. Im Südtirol, in der Region Taufers, wird der Vinschgauer Dialekt gesprochen, in der Lombardei das Ladin, ebenfalls eine rätoromanische Sprachvariante.

Karl der Grosse (748-814) kannte dieses Tal wie kein anderer: Er hielt sich hier 774 und 775 vor und nach seiner Rückkehr von seinem Feldzug gegen die Langobarden auf. Das um diese Zeit gegründete Kloster St. Johann in Müstair (Claustra Son Jon) verdankt ihm seine Existenz

Auch die Kirche in Sta. Maria wurde um diese Zeit gegründet. Das Dorf hiess damals Silvaplana, nahm aber im Laufe der Zeit den Namen der Kirche an, wie es oft geschah.

 Sta. Maria

Das Dorf liegt am Fusse des Umbrailpasses, einem der höchsten Schweizer Pässe mit 2503 (oder 2501) Metern, je nach italienischer oder Schweizer Messung!

Bis 1918 war Österreich sein Nachbar. Italien erwarb das Südtirol nach dem Ende des Ersten Weltkriegs (1914-1918) als Ergebnis der Versailler Verhandlungen (1918-1919). Seitdem heisst der Umbrailpass auf der italienischen Seite Giogo di Sta. Maria.

 Das Museum 1914-1918

 Das Museum 1914-1918 ist dieser Geschichte gewidmet. Die österreichisch-ungarische Armee der Doppelmonarchie kämpfte vom 23. Mai 1915 bis zum 11. November 1918 gegen die italienische Armee am Stilfser Joch (2578 m) und am Umbrailpass.

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass  Benito Mussolini (1883-1945) die treibende Kraft hinter diesem Krieg war, obwohl das Königreich Italien nicht nur neutral sondern seit 1882 sogar Mitglied des Dreibundes mit dem Deutschen Reich und der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn war.

Doch die Entente aus Frankreich und Grossbritannien versprach Italien im Falle eines Sieges österreichische Gebiete in der Lombardei und sogar im Südtirol, obwohl dort fast keine Italiener lebten.

Es war ein erbarmungsloser Krieg auf 2.500 Metern Höhe, zu allen Jahreszeiten: schwere Artillerie, Nachschub, Munition, Lazarette, Schützengräben und Bunker in einer Höhe, in der sich nicht einmal die Steinböcke gerne aufhalten. Die Front veränderte sich in dieser Zeit nicht. Der menschliche Tribut war enorm.

Das Museum widmet sich dieser Geschichte aus der Perspektive des Drei-Länder-Platzes auf Italienisch, Deutsch und Rätoromanisch (Platz der drei Sprachen, plaz da las trais linguas und Piazza delle tre lingue).

Die Schweizer Armee bewachte und verteidigte ihre Neutralität. Eine Gedenktafel an der Kirche erinnert an den Soldaten Joseph Bauhofer (1890-1918), der an der Spanischen Grippe starb.

Joseph Bauhofer (1890-1918)

Whiskymuseum, Brennerei und Museum

Das Guinness-Buch der Rekorde listet die Whisky-Bar 2007 als die kleinste der Welt, aber mit satten 300 Whiskysorten. Und das für ein Dorf mit weniger als 350 Einwohnern! Ausserdem gibt es eine eigene Whisky-Brennerei und ein Whisky-Museum.

Die Muglin Mall

Die Mühle stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist die älteste noch funktionierende Getreidemühle der Schweiz. Der Murainza-Bach und der Kanal treiben die Mühle an. Der Komplex ist auch ein Museum.

Die Handweberei Tessanda

Die Handweberei ist ein traditioneller Wirtschaftszweig des Tals. Bis 1900 besass fast jeder Bauernhof einen Webstuhl. Tessanda wurde im Jahr 1928 gegündet. Heute arbeitet die Weberei mit 26 Webstühlen, die nur mit menschlicher Kraft betrieben werden. Die Maschinen sind zwischen 40 und 120 Jahre alt.

Sie beschäftigt 9 Weberinnen, 3 Näherinnen, 4 Personen im kaufmännischen Bereich und verfügt über 3 Ausbildungsplätze. Die Weberei fertigt im Auftrag und in Eigenproduktion für den Export und die Schweiz. Sie ist die älteste erhaltene Handweberei dieser Grösse in der Schweiz.

Valchava

Die Biblioteca Jaura

Die Bibliothek in der Chasa cumünala ist mehr als eine Sammlung von Büchern und Zeitschriften. Sie ist ein Dokumentationszentrum über den Jauer und die im Südtirol und in der Lombardei gesprochenen Dialekte, die Geschichte dieser Region und den jahrhundertelangen (kulturellen) Austausch und die regionalen Beziehungen. Der Schriftsteller Tista Murk (1915-1992) gründete das Zentrum 1984 und vermachte ihm sein umfangreiches Archiv und seine Sammlung.

Hans-Peter Schreich, ehemaliger Pfarrer in Valchava, hat es  zu einer weitgehend digitalisierten Sammlung von 5 000 Büchern, 40 Zeitschriften, Tausenden von Fotos und Dias ausgebaut. Die Biblioteca Jaura ist  ein  Teil des Museumsverbands Chasa Jaura.

Etwa 10% der Bücher sind älter als 1900, darunter die Vallader Bibel von 1679, gedruckt in Scuol ! Später wurde die Druckerei nach Strada verlegt.

 Chasa Jaura, Museum-Art-Cultura

Das Museum widmet sich der Geschichte, Kunst und Kultur des Tals und organisiert regelmässig Veranstaltungen und Ausstellungen.

Müstair

Die ursprüngliche Wortbedeutung von Müstair ist Kloster. Damit ist das Kloster St. Johann (Claustra Son Jon) das Aushängeschild und der Namensgeber des rund 700 Einwohner zählenden Dorfes und des ganzen Tals.

Korrektorin: Eva Maria Fahrni