Das Löwendenkmal wurde am 10. August 1821 eingeweiht, 29 Jahre nach dem Angriff auf die Schweizergarde im Tuilerien-Palast in Paris (10. August 1792). Einer der wenigen Überlebenden war Carl Pfyffer von Altishofen (1771-1840), ein Offizier der Schweizergarde von König Ludwig XVI (1754-1793).
Am 10. August 1792 war er in der Schweiz, sonst hätte er das Schicksal von etwa 700 Kollegen geteilt. Die meisten starben an diesem Tag; die Überlebenden wurden am 3. September hingerichtet.

Er war der Initiator des Denkmals. Während der französischen Besatzung (1798–1813) war dies politisch unmöglich.
Erst 1815 und unterstützt durch die konservative Stimmung während der Restaurierung, konnte er seinen Plan zum Gedenken an seine Kollegen verwirklichen. Carl Pfyffer sammelte mehr als 20.000 Schweizer Franken dank Spenden aus dem In- und Ausland, unter anderem von Mitgliedern ausländischer Königshäuser wie dem russischen Zaren, dem König von Preußen und der französischen Königsfamilie.
Der Auftrag für das Denkmal ging an den damals berühmten dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770-1844). Der Löwe wurde direkt aus der Steinmauer im alten Steinbruch geschnitzt, den Pfyffer seit 1805 für diesen Zweck gemietet hatte. Seine Idee war, dass das Denkmal ein Löwe im Stil der alten Modelle sein sollte.
Der Solothurner Bildhauer Urs Pankraz Eggenschwiler (1766-1821) meisselte den Löwen direkt in die Wand des ehemaligen Sandsteinbruchs am Stadtrand von Luzern, überlebte seine Fertigstellung allerdings nicht.

Nach seinem tödlichen Unfall auf der Baustelle vollendete der Konstanzer Lukas Ahorn (1789-1856) den Löwen. Über dem Denkmal befindet sich die Inschrift Helvetiorum Fidei ac Virtuti (über die Treue und den Mut der Schweizer).
Der sterbende Löwe wird mit einem gebrochenen Speer durchbohrt. Sein Bein ruht auf einem Schild mit der Fleur-de-Lis der französischen Königsfamilie. Ein weiteres Schild trägt das Wappen der Schweiz. Die Inschrift unter dem Löwen enthält die Namen der Offiziere und die Zahl der Opfer und Überlebenden.
Die Einweihung am 10. August 1821 war ein Fest des Ancien Régime. Die Botschafter oder Vertreter der Königs- und Adelshäuser von halb Europa waren anwesend.
Für die liberalen und progressiven Kreise, die gleiche Rechte für alle Bürger forderten, war es eine reaktionäre Demonstration und eine Unterstützung für die konservative herrschende Klasse in Luzern.
Das Denkmal ist wegen seiner künstlerischen, den politischen Gehalt überragenden Qualität und wegen seiner besonderen Situierung ein Unikat. Die kosmopolitische Popularität dieses innerschweizerischen Denkmals entstand aus seiner sich selber verstärkenden Eigendynamik.
Heute ist das Denkmal eine Attraktion für die ganze Welt und für Touristen aus allen Gesellschaftsschichten.
(Quelle: B. Schumacher, Kleine Geschichte der Stadt Luzern, Baden, 2015; www.loewendenkmal21.ch).
Korrektorin: Melinda Fechner





















































































