Das Panorama von Thun
26 Februar 2019
Das Panorama von Thun (1809) von Marquard Wocher (1760-1830) ist mit 210 Jahren das älteste erhaltene Panorama der Welt.
Nicht mehr als 21 weitere Panoramen aus der Zeit vor 1900 sind erhalten, vier davon in der Schweiz, in Einsiedeln (Kreuzigung Christi), in Murten (Schlacht von Murten 1476), in Luzern (Flucht des französischen Generals Bourbaki in die Schweiz (1871) und Thun (Stadt Thun um 1809).
Das Panorama ist eine besondere Kunst- und Medienform, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt war. Es war das erste optische Massenmedium. Die Menschen konnten ihre Städte, Landschaften, historischen Ereignisse und Schlachten sehen.


Es war eine Zeit der Globalisierung, der Beginn der industriellen und wissenschaftlichen Revolution und des Aufstiegs des Tourismus in der Schweiz und in den Alpen. Allerdings konnten sich nur wenige diese Ausflüge leisten. Das Panorama bot eine spektakuläre, zugängliche und nicht allzu teure Option.
Das erste Panorama wurde 1787 von Robert Barker (1739-1806) ausgestellt: Ein Rundblick auf London. Auf einem Podest stehend, konnte man die ganze Stadt sehen.
Viele würden folgen, aber gegen Ende des 19. Jahrhunderts, mit dem Erscheinen von Fotos, Zügen und bald Autos, bekamen die Menschen andere Quellen. Die meisten Panoramen wurden verkauft oder zerstört.
Das Panorama von Thun wurde durch Glück, Finanzierung und Vision gerettet. Es zeigt die Stadt Thun um 1809, ursprünglich ausgestellt in Basel, ab 1899 in Thun und 1961 in der Rotunda im Schadaupark in Thun.
Thun war die ideale Schweizer Stadt mit See und Bergen im Hintergrund. Das Panorama ist immer noch ein einzigartiges Dokument über das Leben, die Gebäude und die Natur in und um Thun jener Zeit.
(Quelle: D. Imhof und andere (Hersg.), Marquand Wocher, Das Panorama von Thun, Thun, 2009; Thun Panorama).
