Kanton Zug

Der deutschsprachige Kanton Zug ist seit 1415 Mitglied der Eidgenossenschaft.

Bereits 1352 hatte der Kanton einen Vertrag mit der Eidgenossenschaft geschlossen, allerdings unter Vorbehalt der Herrschaft des Hauses Habsburg.

Die Grafen von Lenzburg, Nellenburg, Kyburg und ab dem 13. Jahrhundert das Haus Habsburg waren die wichtigsten politischen Kräfte. Am Ende des 14. Jahrhunderts spielte der Adel keine bedeutende Rolle mehr.

Im Jahr 1415 erhielt Zug die Reichsunmittelbarkeit oder den Status einer freien Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich.

Um 1500 erreichte der Kanton seine heutige Grösse. Zug blieb während der Reformation katholisch.

Zug war einer der 19 Kantone der neuen Eidgenossenschaft im Jahr 1803 (Mediationsakte) und schloss sich 1815 dem Nachfolgemodell an. Der Kanton war Mitglied des Sarnerbundes (1832) und des Sonderbundes (1845) und gehörte zu den katholischen Verlierern des Sonderbundskrieges von 1847.

Die Landsgemeinde war bis zur neuen Verfassung von 1848 die politische Organisation des Kantons. Zug ist heute einer der kleinsten und wohlhabendsten Kantone des Landes.

 Die Flagge

Die Flagge von Zug war bis 1352 mit der von Habsburg identisch. Danach wurde das heutige Weiss-Blau-Weiss eingeführt, wahrscheinlich ein Hinweis auf die Farben der Grafen von Lenzburg, wie es auch in Luzern und Zürich der Fall ist.

 (Quelle: www.schweizerkantone.ch, Kanton Zug)

 Korrektorin: Melinda Fechner

General Alexander Suworow in Pigniu

Nachdem Napoleon 1798 die Eidgenossenschaft besetzt und die Helvetische Republik (1798-1803) ausgerufen hatte, fielen österreichische und russische Truppen (die sogenannte Zweite Koalition) in dieses Gebiet ein.

Nach der Niederlage dieser Truppen bei Zürich (25./26. September 1799) führte der russische General Alexander Suworow (1730-1800) seine Truppen über sieben Bergpässe zurück nach Österreich und von dort nach Russland (regiert von Zar Pawel Petrowitsch 1754-1801).

Seine Überquerung des hohen Panixerpasses (2 407 m.) ist legendär. Dieser Pass ist die Verbindungsstrecke zwischen den Kantonen Glarus (und dem Dorf Elm im Sernftal) und Graubünden (Pass di Veptga ist der romanische Name für den Pass).

Der General und seine Armee verbrachten die Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 1799 in Pigniu, einem Dorf mit siebzig Einwohnern im Vorderrheintal. Viele Soldaten überlebten nicht, aber der General wurde nicht besiegt. Er starb jedoch bald darauf in seiner russischen Heimat.

Mehrere Denkmäler erinnern an dieses Ereignis. Das Fresko auf dem Panixer Damm von Martin Valär. ist das eindrücklichste Mahnmal.

(Quelle und weitere Informationen: Museum Suworow, www.1799.ch).

Chasté crap da sass

Das neoromantische Schloss in Sils Maria am Ufer des Silvaplanasees wurde 1906 vom deutschen General Wilhelm, Prinz zu Schaumburg-Lippe (1834-1906) erbaut. Es ist eines der bedeutendsten Beispiele für die späthistorische Architektur in Graubünden.

Das Schloss ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Der Name bedeutet Steinburg (auf Romanisch Chasté crap da sass).

(Quelle: www.engadin.ch)

150 Jahre Rigi Bahnen

Der königliche Rigi (Kanton Luzern) ist heute ein Ferien- und Ausflugsparadies. Er  ist u.a. für die erste Zahnradbahn der Welt (seit 1871) und die heutigen Berg- und Seilbahnen (Rigi Bahnen AG) bekannt.

Das Prädikat königlich verdankt dieser Berg (1 800 Meter) Albrecht von Bonstetten (1443-1504). Er beschrieb den Berg im Jahr 1479 als „Regina Montium“, die Königin der Berge. Von Bonstetten war Geograph, Humanist und Dekan des Klosters Einsiedeln.

Der Name Rigi leitet sich von dem lateinischen Wort Riga ab, das Linie bedeutet. Riginen ist die geografische Bezeichnung für den oberen Rand des Berges. Diese Bezeichnung weist bereits darauf hin, dass der Berg nicht sehr steil ist. Er ist, im Gegensatz zum gegenüberliegenden Pilatus (2.137 Meter), leicht zugänglich. .

Seit dem dreizehnten Jahrhundert und der Eröffnung des St. Gotthard-Passes (um 1230) ist  Luzern ein wichtiges Handelszentrum.

Die Kapelle stammt  aus dem Jahr 1689. Die Kapelle war, aufgrund eines von der Kirche anerkannten „Wunders“,  ein Wallfahrtsort . Jedes Jahr kamen Tausende von Reisenden und Pilgern vorbei.

Der Berg liegt am Rand des Mittellandes und der Alpen sowie der Nord-Süd-Handelsroute. Er  bietet eine herrliche Aussicht auf die Alpen und das Mittelland und liegt am Vierwaldstättersee. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Rigi im neunzehnten Jahrhundert zu einer der ersten touristischen Attraktionen der Schweiz wurde.

1816 eröffnete das Hotel Kulm, 1840 folgte das Kurhotel auf der Rigi Scheidegg und 1875 das Grand-Hotel Schreiber. Im Jahr 2021 hat die Königin der Berge nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

(Quelle und weitere Informationen: www.rigi.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Schwyz, Forum Schweizerische Geschichte und Bundesbriefmuseum

Der Name für die Schweiz, la Suisse auf Französisch, Svizzera auf Italienisch und Svizra auf Romanisch, leitet sich vom Kanton und der Stadt Schwyz ab, ein altes germanisches Wort Sueit für Sengen.

Schwyz spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Schweiz als souveränes Land in einem Prozess von Jahrhunderten.

Schwyz, Uri und Unterwalden waren die ersten Eidgenossen und Gegner der Habsburger und des Klosters Einsiedeln (1314 Plünderung des Klosters, 1315 Schlacht bei Sempach).

1513 bestand die Eidgenossenschaft aus 13 unabhängigen deutschsprachigen Kantonen.  Nur Freiburg (Fribourg) war zweisprachig. 1648 wurde die Eidgenossenschaft als souveräner Staat anerkannt.

Die bemerkenswerte Schweizer Flagge hat ihren Ursprung auch im Mittelalter und in Schwyz: die Soldaten trugen ein weisses Kreuz auf rotem Grund auf dem Schlachtfeld.

In Schwyz wird diese Geschichte in zwei Museen dargestellt, dem Forum Schweizer Geschichte (www.forumschwyz.ch), einem der drei Nationalmuseen (die anderen befinden sich in Zürich und Prangins) und dem Bundesbriefmuseum (www.bundesbrief.ch).

Die Via d’Acqua transalpina

Der Ingenieur Rudolf Gelpke (1873-1940) propagierte 1903 in seinem Masterplan die Schiffbarmachung des Hochrheins bis zum Bodensee, eine Verbindung von Rhein und Zürichsee und einem Kanal vom Genfersee zum Bodensee und die Rhein-Gotthard-Wasserstrasse mit Häfen in Flüelen und Biasca.

Der Bündner Ingenieur Pietro Caminada (1862-1923) hatte jedoch auch 1907 kühne Pläne: Die Via d’Acqua transalpina, ein schiffbarer Wasserweg über die Alpen. Der Ausbau der Wasserwege und Kanalnetze stand ganz oben auf der Agenda in Europa.

Die Broschüre ‘Canaux de montagne’ im Jahr 1907 zeigt ein neues Transportsystem von Genua durch die Poebene nach Mailand und an den Comer See, durch das Valle San Giacomo hinauf zum Splügenpass, auf 1.200 Metern Höhe, wo der Wasserweg durch einen 15 Kilometer langen Tunnel in die Roflaschlucht führt, dann durch die Viamala-Schlucht nach Thusis, auf dem Rhein in den Bodensee und weiter bis Basel. Die Schiffe sollen die grossen Steigungen mit ‘geneigten Röhrenschleusen’ überwinden.

Es war kein 1. April Witz. Der Ingenieur scharte Prominente, Politiker und Geldgeber um sich. König Vittorio Emanuele III. lobte den Erfinder. Die öffentliche Meinung und Zeitungen hielten das System auch durchführbar.

Der Gotthardtunnel (1882)  und der Suezkanal  (1869) waren schon gebaut. The sky was the limit. Es war die Zeit der Technikeuphorie und des Machbarkeitsglaubens. Nur einige Fachleute sprachen von Science-Fiction.

Das Projekt blieb jedoch   eine Utopie und so gibt es bis heute keine kletternden Schiffe in den Alpen.

(Quelle: H. Stalder, ‘Schiffe sollen klettern lernen’, in Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2020).

Korrektur: Melinda Fechner