Römer, Fasnacht und das Antikenmuseum Basel
13 Februar 2026
Es sind verwirrende Zeiten für die Römer. Julius Caesar marschierte im Jahr 2023 mit seinen Legionen durch die Strassen von Basel, damals besser bekannt – oder besser gesagt unbekannt – als Basilia, eine keltische Siedlung auf dem Münsterhügel und bei der alten Gasanstalt. Caesar (100–44 v. Chr.) gründete im Jahr 44 v. Chr. die Colonia Augusta Raurica und die Colonia Julia Equestris (Nyon) oder hatte wahrscheinlich den Auftrag dazu erteilt.

Fasnacht 2023
Augusta Raurica, einst eine der grössten römischen Städte nördlich der Alpen, besteht heute aus zwei Dörfern, Augst und Kaiseraugst, die zudem in zwei verschiedenen Kantonen liegen: Basel-Stadt und Aargau.
Ausserdem ist ihr Erbe nicht nach ihm benannt (Caesar oder Kaiser), sondern nach den späteren Habsburger Kaisern, die bis 1803 Kaiseraugst regierten, zur Unterscheidung von Augst, das nach Augustus (63 v. Chr.–14 n. Chr., dem Nachfolger und Adoptivsohn von Caesar) benannt ist. Augst gehörte bis 1833 zum Kanton Basel, seitdem ist es Teil des Kantons Basel-Landschaft.

Fasnacht 2025
Die römische Legion, die im Jahr 2025 die Mittlere Brücke überquerte, verstand die Inschrift „800 Joor Rybrugg“ oder diese alemannische Sprache überhaupt nicht. Zu ihrer Zeit gab es nämlich nur eine einzige Brücke über den Rhein, und sie befand sich bei Augusta Raurica!
Um die Verwirrung bei den Römern komplett zu machen, stellte sich heraus, dass die griechische Mythologie in Basel nicht nur lebendig ist, sondern im Antikenmuseum Basel auch neue Dämonen und Helden auftreten.

Eine neue Heldin im Antikenmuseum
Die Römer waren mit der griechischen Mythologie aufgewachsen, und griechische Helden waren auch ihre Helden, wie im Antikenmuseum bis zum 29. März zu sehen sind. Die Einführung einer neuen Heldin inmitten neuer Dämonen wäre ihnen jedoch fremd gewesen. Es bleibt auch die Frage, wie Caesar die heutigen Machthaber in ihm damals unbekannten Amerika und Russland beurteilen würde.

Wie dem auch sei, zum Glück war Kunsthistoriker Mike Stoll im Antikenmuseum anwesend, um die Beziehung zwischen den Römern und der Fasnacht näher zu erläutern. Mit seiner Eloquenz und seinem Wissen gelang es ihm, einen Zusammenhang zwischen den römischen Saturnalia, dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 und der Basler Fasnacht herzustellen.
Mythos oder nicht, seine Erläuterung über die Entstehung und Entwicklung der Basler Fasnacht (23.–25. Februar 2026) als UNESCO-Weltkulturerbe beschränkte sich nicht nur auf die Römerzeit, sondern war unter dem wachsamen Auge von Dionysos/Bacchus, anderen Göttern und ihren Helden umfassend.
Die Fasnacht-Veranstaltung im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig fand im Rahmen des sechzigjährigen Bestehens des Museums statt. Und das ist kein Mythos.
(Quelle und weitere Informationen: Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig)
Korrektur: Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

