Die Taubenlochschlucht, Petinesca, das Bistum Basel und Bern
12 April 2026
Die Geschichte der Taubenlochschlucht als Nord-Süd-Verbindung und als Eintrittstor in den Jura reicht weit zurück in die Römerzeit.
Die römische Zeit
Die Hauptachse von Marseille über den Genfersee hin zum Rhein bildete einen Zweig, ein zweiter verlief von Bern (Engehalbinsel) her bis weit in den Jura hinein. Der Kreuzungspunkt der beiden Achsen lag bei Petinesca bei Studen. Der römische Tempelkomplex auf dem Gumpboden nahe Studen zeugt davon.



Petinesca, Standort des römischen Tempelkomplexes bei Studen
Der Juraweg führte über den Bözingenberg, hoch über der Taubenlochschlucht. Ein römischer Wachtturm am Geissrücken oberhalb von Frinvillier unterstreicht die strategische Bedeutung der Verbindung.
Sie zog entlang der Schüss bis Sonceboz, um dann über den Pierre Pertuis, den von den Römern durchbohrten Felsen (piedra pertusa), ins Tal der jungen Birs zu gelangen.

Die heutige Zeit
Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts reichte diese Strassenverbindung ins Erguel und ins Bistum Basel. Mit der Abtrennung des Bistums Basel und der anschliessenden Integration in den Kanton Bern im Jahr 1815 wurde die Verkehrslage kritisch.





Am Anfang der Taubenlochschlucht
Die neue Strasse von Biel bis Sonceboz mit der Bogenbrücke über die Schüss wurde im Jahre 1859 vollendet. Die Jurabahn wurde 1874 erstellt. Sie bedeutete jedoch das Ende des Postkutschenverkehrs.


Das Wasserkraftwerk
Seit 1889 besteht der Fussweg durch die Schlucht, der vom Schweizerischen Alpenclub (SAC) initiiert wurde. Zur Unterhaltung und Pflege wurde die Taubenlochgesellschaft gegründet. 1969 begann der Bau der Taubenlochstrasse. Sprengungen, Brücken, Viadukte, Stützpfeiler und viele weitere Bauten mussten in der Taubenlochschlucht verankert werden.
(Quelle und weitere Informationen: Verein Taubenlochschlucht)
Korrektur: Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat



