Petinesca, Kelten und Tempelbezirk Gumpboden
11 Juni 2026
Studen (Kanton Bern) liegt am Fusse des Jäissbergs, im Herzen des Berner Seelands. Vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr war Petinesca hier das Zentrum der Region. Vorerst als keltische Siedlung und ab 13. v. Chr. als römisches Dorf (Vicus). Dank der Aare liessen sich von hier aus die Wasserwege nutzen.

Petinesca, Standort des römischen Tempelkomplexes bei Studen
Mit der Einbindung ins römische Strassennetz entwickelte sich Petinesca in einem bedeutenden Knotenpunkt zusammen mit Aventicum (Avenches), Brenodurum (Bern-Engehalbinsel) und Salodurum (Solothurn). Im 2. Jahrhundert zählte es rund 2000 Einwohner! Es gab wahrscheinlich eine Brücke über die Aare und am alten Aarelauf lag vielleicht auch ein römischer Flusshafen.

Petinesca ist ein Objekt von nationaler Bedeutung und heute sind die Wall- und Grabenreste der keltischen Siedlung, die Grundrisse einer grossen römischen Tempelanlage auf dem Gumpboden und die Ruine einer Torturmanlage aus dem 3. Jahrhundert noch sichtbar. Das keltische Gräberfeld von Studen liegt am östlichen Hangfuss des Jensbergs. Hier wurden 52 Bestattungen dokumentiert.

Der Tempelbezirk Gumpboden
Im römischen Tempelbezirk auf dem Gumpboden standen mehrere Tempel sowie ein Mehrzweckgebäude. Der Tempelbezirk gehörte zum Vicus Petinesca und diente als religiöses Zentrum des Umlands.

Der Bautyp des Tempels geht auf keltische Vorbilder zurück. Bild: © ADB 2015
Die Anlage entstand im 1. Jahrhundert. Das rund 1,5 Hektar grosse Areal war von einer Mauer umschlossen. Bei den sechs grossen Tempel handelt es sich um gallorömische Tempel.
(Quelle und weitere Informationen: Archäologischer Dienst des Kantons Bern (ADB).

Rekonstruktion eines gallorömischen Tempels. Bild: ©ADB
