Der Chinagarten

Der Chinagarten ist ein Geschenk der chinesischen Partnerstadt Kunming an die Zürcher Bevölkerung. Er wurde 1994 eröffnet und wird heute von Grün Stadt Zürich betrieben.

Er gehört in die Gruppe der Tempelgärten und gilt als einer der ranghöchsten Gärten ausserhalb Chinas. Der Garten ist eine Auseinandersetzung mit einem der Hauptthemen der chinesischen Kultur, der “Drei Freunde im Winter”: die Föhre, der Bambus und die Winterpflaume, die gemeinsam der kalten Jahreszeit trotzen.

Der Garten liegt mitten an der schönen Zürcher Seepromenade und dient auch als Location für Veranstaltungen. Ausserdem gibt es einen Take Away mit chinesischen Spezialitäten.

(Quelle und weitere Informationen: China Garten (chinagarten-zuerich.ch)

Korrektorin: Petra Ehrismann

 

Das Patek Philippe Museum

Das Patek Philippe Museum in Genf wurde im November 2001 eröffnet. Das Museum beherbergt eine der grössten und wertvollsten Uhrensammlungen der Welt.

Mit rund 2.500 Uhren und verwandten Objekten bietet es eine Reise durch fünf Jahrhunderte Genfer, Schweizer und europäischer Uhrmacherkunst sowie einen umfassenden Überblick über die Produktion von Patek Philippe seit 1839.

Das Museum zeigt ein Erbe aus fünf Jahrhunderten, darunter die oft prächtigen dekorativen Künste, die traditionell mit der Uhrmacherei verbunden sind, wie Gravur, Emaillierung, Edelsteinbesatz und Guillochierung.

Die Sammlung ist in zwei Teile gegliedert: Eine Reise durch die Geschichte der mechanischen tragbaren Uhr, von ihren Ursprüngen im 16. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, und ein Rundgang durch die schönsten Kreationen von Patek Philippe von 1839 bis heute.

Eine Bibliothek mit mehr als 8.000 Büchern ist der Uhrmacherei und verwandten Bereichen gewidmet und für die Öffentlichkeit zugänglich.

(Quelle und weitere Informationen: www.patek.com/museum).

Korrektorin: Melinda Fechner

Romanische Kunst im Elsass

Im französischen Elsass entwickelte sich zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert  eine eigene romanische Kunst. Obwohl sie sich von der romanischen Kunst in den benachbarten Regionen unterscheidet, bestehen auch einige Gemeinsamkeiten.

Das Elsass liegt im Oberrheingebiet und war schon immer ein Kreuzungspunkt der lateinischen und germanischen Kultur. Dies zeigt sich auch an den Einflüssen der Lombardei und anderer italienischer Regionen, des Burgund, der Auvergne und anderer Regionen in Frankreich, des Rheingebiets und Süddeutschlands sowie der Nordwestschweiz.

Nach der Teilung des Karolingerreiches im Jahr 843 (Vertrag von Verdun) gehörte das Elsass zunächst zum Mittelreich, das sich von den heutigen Niederlanden bis nach Italien erstreckte. Dieses Reich sollte jedoch nicht von langer Dauer sein und wurde infolgedessen wieder aufgeteilt. Ab etwa 865 fiel das Elsass unter verschiedene fränkische und deutsche Herrscher.

Den letzten Karolingern folgten die Könige und Kaiser (ab 962) des Heiligen Römischen Reiches: die Ottonen (919-1024), die Salier (1024-1125) und die Staufer (1138-1250).

Abtei Ottmarsheim. Photo: TES

Die erste romanische Kunst im Elsass stammt aus dem 11. Jahrhundert, am Ende der ottonischen Herrschaft. Die Architektur dieser Zeit zeugt von der karolingischen Tradition (zum Beispiel in Ottmarsheim, Epfig, Saint-Ulric d’Avolsheim, Dompeter, Altenstadt oder Hohatzenheim). Vor allem der achteckige Innenraum der Ottmarsheimer Klosterkirche erinnert an den Aachener Dom, der unter  Karl dem Grossen (747-814) zwischen 796 und 804 erbaut wurde.

Das 12. Jahrhundert und das erste Viertel des 13. Jahrhunderts waren das goldene Zeitalter der romanischen Kunst im Elsass. Diese Blütezeit fiel mit der Herrschaft der Staufer zusammen, insbesondere unter Friedrich I., besser bekannt als Friedrich Barbarossa (1122-1190).

Die Route Romane d’Alsace (Strasse der Romanik im Elsass) möchte dieses Kunst- und Kulturerbe aktiv  fördern. Die Route erstreckt sich über die gesamte Region und umfasst mehr als 120 Standorte.

Sie  zeigt den authentischen romanischen Stil des Elsass sowie den Austausch mit den oben erwähnten Regionen.

(Quelle und weitere Informationen: www.route-romane-alsace.fr).

Korrektorin: Melinda Fechner

Der Naturpark Schaffhausen

Insgesamt 15 Gemeinden haben sich im Kanton Schaffhausen (13 Gemeinden) und in Deutschland (2 Gemeinden Jestetten und Lottstetten) zusammengeschlossen und bilden als Regionaler Naturpark Schaffhausen eine Einheit.

Der Regionale Naturpark Schaffhausen ist der erste grenzüberschreitende Naturpark der Schweiz.

Die Hügel des Randens, die weiten Rebberge und Landwirtschaftsflächen, Wälder, die typischen Dörfer und der Rhein verleihen der Gegend ihre Vielfalt.

Zum Naturpark gehören die Regionen Randen, Südranden, Hochrhein, Klettgau und Reiat. Beteiligt sind auch zwei deutsche Gemeinden. Der Park besticht als Wander- und Veloparadies mit vielen Routen.

(Quelle und weitere Informationen: www.naturpark-schaffhausen.ch).

Heureka in Zürich

Die kinetische Grossplastik «Heureka» aus Eisenstangen, Stahlrädern, Metallpfannen und rohren hat Jean Tinguely (1925-1991) 1964 für die Landesausstellung in Lausanne geschaffen.

Der Titel ist ironisch zu verstehen, denn die Plastik ist eine Maschine ohne Zweck. Seine Leerlaufmaschinen sind weltweit als Allegorien auf die Konsum- und Industriegesellschaft zu verstehen, die sich in hektischer Betriebsamkeit erschöpfen und doch im Absurden enden.

Sie war Tinguelys erste öffentliche Arbeit. Die Maschine ist immer noch in Betrieb. Von April bis Mitte Oktober läuft sie dreimal täglich jeweils 8 Minuten.

(Quelle und weitere Informationen: www.zuerich.com) 

 

Die Oberrheinregion im Fokus

2023 wird ein Jubiläumsjahr für den Verein Regio Basiliensis: Seit seinem Gründungsjahr 1963 setzt er sich für eine bessere Vernetzung der Regionen am Oberrhein ein und war mit einer solchen grenzüberschreitenden Partnerschaft seiner Zeit voraus – ein Grund, das 60-jährige Bestehen gebührend zu feiern!

Regionalverband Basiliensis

Der Verband mit seinen rund 400 Mitgliedern ist nicht nur ein erfolgreicher Pionier der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, sondern zeichnet sich auch durch seinen politischen und institutionellen Rahmen aus.

Dies kommt, in der Oberrheinkonferenz, dem Oberrheinrat und der deutschen, französischen und schweizerischen Regierungskommission zum Ausdruck (weitere Informationen: www.regbas.ch).

Generalversammlung der Mitglieder

Am 3. Mai traf sich der Verband zu seiner 59. Generalversammlung in Bad Bellingen (Baden-Württemberg). Während des Treffens wurde ausführlich über die Digitalisierung, einen integrierten Arbeitsmarkt, eine gegenseitige harmonisierte und anerkannte Bildung und die demografische Entwicklung der Oberrheinregion diskutiert.

Die Coronapandemie hat gezeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit in grenzüberschreitenden Regionen ist. Der Erhalt und die Verbesserung der hohen Attraktivität in der Oberrheinregion hängen davon ab.

Aktionspunkte

Eine Studie des Vereins, die in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsforschungs- und Beratungsinstitut BAK Economics AG angestrengt wurde, bildete die Grundlage für die Gesprächsrunde und Diskussion der Tagung. Der Bericht «Arbeitsmarkt am Oberrhein» ist der dritte in einer Reihe dreier Studien.

Insbesondere die gegenseitige Anerkennung von Diplomen und die Koordinierung von Bildungsprogrammen, die Vorbereitung auf das digitale Zeitalter, Sprachkenntnisse, Projekte, die es den Einwohnern und vor allem jungen Menschen ermöglichen, grenzüberschreitend zu arbeiten, sowie ein guter öffentlicher Verkehr sind die wichtigsten Themen – dies auch angesichts des zunehmenden Arbeitskräftemangels, des Klimawandels und der demografischen Entwicklung.

Unterschiede zwischen den Regionen

Die folgenden Regionen des Oberrheins waren vertreten: das Elsass, Baden, der südlichen Teil von Rheinland-Pfalz (Südpfalz) und die Nordwestschweiz. Die Regionen unterscheiden sich voneinander in Bezug auf ihre industrielle und wirtschaftliche Entwicklung, die Innovation und Forschung, die Arbeitslosigkeit, die Digitalisierung und den (künftigen) Arbeitskräftemangel.

In der Nordwestschweiz (Kantone Solothurn, Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura) leben rund 1,5 Millionen Menschen, im Elsass 1,8 Millionen, in Baden 2,5 Millionen und in der Südpfalz rund 0,3 Millionen (insgesamt über 6,1 Millionen).

Die Nordwestschweiz ist der Jobmotor und Regiomeister der Patente, des Wirtschaftswachstums, der Innovation und des Einkommenswachstums – dicht gefolgt von Baden.

Der Oberrhein und die Europäische Union

Diese Fakten sind auch relevant in Bezug auf die (gescheiterten) Verhandlungen (das Rahmenabkommen) mit der Europäischen Union.

Die Beziehungen zur Europäischen Union wurden bei dem Treffen nur erwähnt und nicht diskutiert. Die Teilnehmenden forderten erneut eine Kompromissbereitschaft beider Seiten. Dass sich der baden-württembergische Ministerpräsident in Brüssel und Berlin aktiv für die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen die Schweiz einsetzt, zeigt, dass auch in Süddeutschland die Zusammenarbeit mit der Schweiz hochgeschätzt wird.

Die folgenden Kommentare sind daher kein Protokoll der Sitzung und geben keineswegs den Standpunkt des Vereins wieder. Es ist jedoch wichtig, dass sie angesprochen werden.

Börsenäquivalenz

Neben dieser Kompromissbereitschaft gibt es Vorbehalte gegen die Sanktionen der EU. In erster Linie hat die Europäische Kommission der Schweiz den Zugang zur direkten Teilnahme am europäischen Börsenhandel (die sogenannte Börsenäquivalenz) verwehrt.

Obwohl der Aktienhandel das Kennzeichen des freien Marktes schlechthin ist und nichts mit Politik oder Verträgen zwischen Ländern oder internationalen Organisationen zu tun hat, verweigert die EU der Schweiz das, was sie z. B. Singapur, Australien, Südafrika oder Argentinien genehmigt.

Europäisches Forschungsprogramm Horizon

Der zweite Punkt ist das europäische Forschungsprogramm Horizon. Es ist eine Tatsache, dass die Schweiz eines der innovativsten Länder mit den besten Forschungszentren der Welt ist. Obwohl auch dieses Programm nichts mit dem Rahmenabkommen zu tun hat und die Schweiz inhaltlich und finanziell der verlässlichste Partner ist, schliesst die EU sie aus.

Selbst während der kommunistischen Ära gab es viele wissenschaftliche Partnerschaften zwischen Ost und West – vor diesem Hintergrund verwundert es, dass der Schweiz die Teilnahme verwehrt wird.

Darüber hinaus zeichnet sich die Schweiz gerade dadurch aus, dass sie international führende wissenschaftliche Projekte, Forschungen und Experimente nicht nur initiiert, sondern auch weiterführt. Dabei schaut sie stets über den europäischen Tellerrand hinaus, denn Qualität und nicht Quantität ist oberstes Gebot.

Dieser Anspruch gilt nicht nur entlang des Rheins, sondern auch in Zürich (ETH, Eidgenössische Technische Hochschule), in Lausanne (EPFL, L’École Polytechnique Fédérale de Lausanne), in Genf (CERN, Conseil européen pour la recherche nucléaire) oder in den internationalen Forschungszentren in Davos. Ein gutes Beispiel ist auch das Projekt Mont Terri in St. Ursanne (Kanton Jura).

Der Binnenmarkt

Ein dritter Aspekt betrifft den Binnenmarkt. Vor allem die Nordwestschweiz ist der Job- und Wirtschaftsmotor der Region. Jeden Tag überqueren rund 34 000 Französische Bürger*innen die Schweizer Grenze um zu arbeiten gegenüber 100 Schweizer *innen, die in der französischen Grenzregion ihr Geld verdienen, und über 36 000 Deutsche gegenüber über 400 Schweizer*innen. Dennoch hat die Nordwestschweiz die niedrigste Arbeitslosenquote.

Die Sanktionen der EU treffen die gesamte Region. Auch  eine mögliche Nichterneuerung der bilateralen Verträge, wodurch automatisch die WTO-Regeln in Kraft treten würden, hätte einschneidende Folgen. ohne den gegenseitigen Bedarf an Handel und Produkten zu verringern.

Inflation und der Euro

In der Schweiz beträgt die Inflation derzeit rund 2,5 %, in Frankreich und Deutschland nähert sie sich  der 10 %-Marke. In anderen Ländern, wie zum Beispiel in den Niederlanden, hat sie dieses Niveau bereits erreicht (11%). Bezeichnend ist auch die Abwertung des Euro, nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern auch im Vergleich zum Schweizer Franken. Bis 2002 hatten auch Deutschland und die Niederlande eine solide Währung. Im Jahr 2002: Hfl. 1: 1,60 CHF, Mai 2022: 1 Euro: 1,04 CHF.

Der billige Euro oder der teure Franken und die Inflation sind auch für Baden und die Südpfalz auf lange Sicht ein Nachteil. Diese Situation wird sich mit der bevorstehenden Transferunion und der Teilnahme von immer mehr Ländern noch verschärfen. Die Löhne in der Schweiz sind bereits dreimal so hoch, die Inflation und die (kantonalen) Steuern viel niedriger als im Elsass, in Baden und in der Südpfalz.

Die politischen Diskussionen über die (direkte) Demokratie, die Rolle des Europäischen Gerichtshofs, den Lohnschutz, die Bürgerrichtlinie und die Subventionen haben eine andere Dimension.

Schlussfolgerung

Die Studie und die Akzente des Vereins zeigen den Mehrwert für die Oberrheinregion. Gleichzeitig machen die vielen Unterschiede in dieser Region deutlich, dass die Realität oft hartnäckiger ist als Ideale einer undifferenzierten Einheit.

Die Schweiz ist auf der Mikroebene bereits eine Art Europäische Union. Dies gilt umso mehr für die Oberrheinregion. Die traditionell pragmatische Politik der Schweiz und die konkreten Aktionspunkte und Arbeitsweise der Regio Basiliensis zeigen, dass ein Bottom-up-Ansatz Probleme und Engpässe für Bürger und Unternehmen am effektivsten identifiziert, analysiert und versucht zu lösen.

(Quelle: www.regbas.ch; Bak Economics AG, Arbeitsmarkt am Oberrhein, Regio Basiliensis (Herausgeber), Basel 2022).

Korrektorin: Petra Ehrismann

Savoyen, Chambery, die Schweiz und der letzte italienische könig

Die Herzöge von Burgund, wer kennt sie nicht aus ihrer Blütezeit in der Zeit von 1363-1477. Der letzte Herzog, Karl der Kühne (1433-1477), verlor nicht nur drei Schlachten (Grandson, Murten/Morat (1476) und Nancy (1477), sondern auch sein Leben 1477 im Krieg mit der  Eidgenossenschaft.

Chambéry

Savoyen

Eine andere Dynastie in dieser Region, die Herzöge von Savoyen, ist weniger bekannt, hat jedoch eine viel längere und grössere politische Rolle gespielt als die Herzöge von Burgund.

Der Name Savoie ist von Sapaudia abgeleitet. Dieser Begriff stammt aus der gallorömischen Kultur des vierten Jahrhunderts. Bis zur römischen Herrschaft ab 120 v. Chr. bewohnte der keltische Stamm der Allobroger dieses Gebiet.

Die Dynastie von Savoyen entstand während und aus dem Zweiten Burgundischen Königreich (888-1032) in einem Gebiet, das sich im 15. und 16. Jahrhundert von den heutigen Departements Haute-Savoie und Savoie in Frankreich, der Waadt und dem Unterwallis in der Schweiz bis zum Piemont, dem Aosta-Tal und Turin in Italien mit Chambéry als Regierungssitz erstreckte.

Im 17. Jahrhundert hatte sich das Gebiet auf die Grafschaft Nizza ausgedehnt.  Ab 1563 war Turin die Hauptresidenz der Herzöge.

Die Abtei Hautecombe am Lac du Bourget. Seit dem 12. Jahrhundert die letzte Ruhestätte der Dynastie der Savoyer. Der letzte italienische König Umberto II. (1904-1983), ein direkter Nachkomme der Familie, wurde 1983 hier beigesetzt, ebenso wie seine Frau Marie-Josée von Belgien (1906-2001) im Jahr 2001.

Savoyen und seine Nachbarländer

Jahrhunderte standen die Grafen und Herzöge in fast ständigem Konflikt mit dem französischen König, den westlichen Kantonen der Eidgenossenschaft (insbesondere mit Bern), der Stadt Genf und den sieben Zenden des Oberwallis.

Die Herzöge von Burgund waren im fünfzehnten Jahrhundert die „natürlichen“ Verbündeten Savoyens gegen den französischen König, die Eidgenossenschaft, die Stadt Genf und das Oberwallis.

Die Niederlagen Burgunds gegen die Kantone der Eidgenossenschaft in den Jahren 1476 und 1477 läuteten auch den Anfang vom Ende der savoyischen Präsenz auf dem Gebiet der heutigen Schweiz ein.

Die Eidgenossen (vor allem Bern und Freiburg) eroberten 1536 die Waadt. Das Oberwallis besetzte das Unterwallis. Diese Situation dauerte bis zur französischen Invasion und der Gründung der Helvetischen Republik (1798-1803) im Jahr 1798.

Die Waadt wurde ein Kanton (1803-1813) in einer Eidgenossenschaft unter französischer Kontrolle und trat der neuen Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1815 bei. Das Unterwallis fusionierte mit dem Oberwallis zum französischen Vasallenstaat Wallis (1802-1810), zum Departement Simplon (1810-1813) und schliesslich zum neuen Kanton Wallis (1815).

Champvent (Kanton Waadt) , carré savoyard

Kulturelles und politisches Erbe

Die aussergewöhnliche Herrschaft der Savoyens dauerte länger als die Herrschaft der österreichischen Habsburger (1918). Die Nachkommen der Grafen (1029-1416) und Herzöge von Savoyen (1416-1713) waren Könige von Sizilien, Sardinien, Savoyen und Piemont unter dem Titel Könige von Piemont-Sardinien (1713-1860) und Könige von Italien (1860-1946).

Am 23. April 1861, nach der Auflösung des Königreichs Piemont-Sardinien durch die Gründung des Königreichs Italien im Jahr 1860, stimmten die Bürger von Savoyen in einem Referendum für das französische Kaiserreich von Napoleon III.

In der Schweiz (und anderswo in der Region) zeugen zahlreiche Schlösser, Klöster, Abteien und Städte von der Präsenz des Hauses Savoyen. Die Carrés savoyards, unter anderem in Morges, Rolle, Yverdon-les-Bains, Romont, Champvent und z.B. das Schloss von Chillon stehen noch stolz da.

Auch wenn Savoyen nicht mit dem Glanz und der Kultur der burgundischen Herzöge mithalten kann, geben die mittelalterliche Burg, die schöne gotische Kapelle, die Klöster und Kirchen, die Kathedrale und die Stadtpaläste, die (mittelalterlichen) Strassen in Chambéry und die vielen Kunstwerke im Musée Savoisien einen Eindruck vom grossen kulturellen Reichtum.

(Quelle: Thérèse en Jean-Pierre Leguay, La Savoie, Rennes, 2014).

Korrektorin: Petra Ehrismann

Chambéry

Das Schloss Rolle

Das Schloss Rolle (Kanton Waadt) am Genfersee wurde im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts vom Haus Savoyen gegründet. Die Errichtung der ersten Burg zwischen 1264 und 1269 wird durch dendrochronologische Untersuchungen bestätigt.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1291, als es im Besitz des Grafen Amédée V. von Savoyen war. Das aus Tuffstein, einem lokalen Kalkstein, errichtete Gebäude ist eines der grössten seiner Art (Carré Savoyarde).

Die Burg diente zur Lagerung von Waren und zur Verteidigung. Es hat sogar einen Innenhafen, der vom See aus zugänglich war. Um 1330 gründeten die Grafen von Savoyen westlich des Schlosses die Stadt Rolle.

Im Jahr 1295 kam das Lehen in die Hände des Ritters Jean de Greilly, dessen Nachkommen die Burg bis ins 15. Jahrhundert bewohnten.  Nach 1400 erbten die Herren von Greilly auch die umfangreichen Ländereien in Guyenne oder Aquitanien in Frankreich, damals noch englisches Gebiet.

1531 ging das Schloss in den Besitz von Jean Amédée de Beaufort über. 1536 wurde Bern nach der Eroberung der Waadt (le Pay de Vaud) zum Besitzer. Jean Amédée von Savoyen, Mitglied der Löffelgesellschaft ( Ligue de la Cuiller, siehe Swiss Spectator, 5. April 2021, La lique des chevaliers de la Cuiller), erkannte seine Niederlage erst 1543 an.

Das Schloss wurde 1558 von dem wohlhabenden Berner Patrizier Jean de Steiger gekauft. Die Familie besass das Schloss und seine Herrschaftsrechte fast zwei Jahrhunderte lang. Das Schloss wurde am 29. März 1799, nach der französischen „Befreiung“ des Waadtlandes und der Errichtung der Helvetsichen Republik (1798-1803), von der Gemeinde Rolle gekauft.

Heute beherbergt das nationale Monument einen Ausstellungsraum und eine historische Bibliothek mit über 13.000 Büchern.

(Quelle und weitere Informationen: www.chateauderolle.ch).

Korrektorin: Petra Ehrismann

Zeitgenössische Tanz in Neuenburg

Die Association Danse Neuchâtel (ADN ) wurde 1996 gegründet. Im Sommer 2003 lancierte die ADN das Festival „Neuchâtel Scène Ouverte“, um den Tanz ins Stadtzentrum zu bringen, mit Aufführungen vor dem Rathaus, auf den Plätzen und in den Parks und Gassen.

Mit der Veranstaltung „Hiver de Danses“ ist die Kontinuität auch im Winter gewährleistet. Aufgrund seines Erfolgs ist sie sogar an immer mehr Orten im Kanton zu sehen.

Im Jahr 2018 wurde eine Zusammenarbeit mit dem Théâtre populaire romand – Centre neuchâtelois des arts vivants in La Chaux-de-Fonds und Neuchâtel vereinbart.

Hiver de Danses organisiert derzeit von Januar bis Dezember Tanzveranstaltungen.

(Quelle und weitere Informationen: (www.danse-neuchatel.ch).

Der Wiedertäufer David Joris starb als Johann von Brügge in Basel

Die Anfänge der St. Margarethenkirche liegen im 9. oder 10. Jahrhundert. Sie wurde durch private Hand gestiftet und stand auf privatem Boden. Die Stifter waren Gutsbesitzer, die sich eine Kirche in ihrer Nähe bauen liessen.

Sie wurden nach dem Tod in ihrem Gotteshaus beigesetzt. Danach wurde die Kirche oft auch als Grablege für weitere Generationen der Stifterfamilie genutzt.

Die Dörfer Binningen und Bottmingen (Kanton Basel-Landschaft) waren seit 1004 im Besitz des Bischofs von Basel.  Die erste Nennung von St. Margarethen im Jahr 1251 belegt die Existenz als Pfarrkirche in bischöflicher Hand.

Mit der Reformation  im Jahre 1527 ging St. Margarethen in die Hände von Basel über. Der Rat der Stadt fand Bottmingen und Binningen zu unbedeutend für eine eigene Kirche und sie wurde 1530 aufgehoben und in private Hand verkauft.

Johann von Brügge erwarb die Kirche und das St. Margarethengut. Er war im Jahre 1544 aus Flandern nach Basel übersiedelt, nachdem es in Ostfriesland, Holland und Oldenburg zu einer Täuferverfolgung gekommen war.  Er war  ein Wiedertäufer und Johann von Brügge (Jan van Brugge) war das Pseudonym für David Joris (1501-1556), der Täuferführer der David-Joristen.

In Basel gab er sich  als verfolgter Zwinglianer aus (nach Huldrich Zwingli, 1484-1531).  Er verstand sich gut mit der Basler Oberschicht, die jedoch seine wahre Identität nicht kannte und er erwarb bald nach seiner Ankunft das Basler Bürgerrecht.

David Joris wohnte bis zum seinen Tod 1566 im Spiesshof in Basel und wurde zunächst in der Leonhardskirche begraben, doch nach der Entdeckung seiner wahren Identität wurden seine sterblichen Überreste aus der Kirche entfernt und verbrannt.

Die Leonardskirche

Obwohl Basel relativ tolerant war, wurden die Täufer auch in dieser Stadt nicht geduldet. Die Verfolgung war weniger fanatisch als in anderen Teilen der Eidgenossenschaft.

Huldrych Zwingli (1484-1531) in der Kirche, wenn er gewusst hätte……

In David Joris‘ Besitz waren damals unter anderem auch das Binninger Schloss, das Landgut St. Margarethen mit Kirche, und das Holeeschlösschen. Sein Schwiegersohn, der adlige Joachim van Berchem (1520-1574), wurde 1556 Besitzer des Schlosses von Binningen und lebte dort bis zu seinem Tod.

Ein Epitaph in der Kirche erinnert  an Niklaus von Diesbach (1684-1722), Hauptmann in niederländischen Diensten. Der Berner Offizier war auf dem Heimweg in die Schweiz, als er bei Binningen vom Pferd fiel und den Tod fand. Auch er wurde in der St. Margarethenkirche beigesetzt.

Diese Begebenheiten zeigen die jahrhundertealten Verbindungen und Beziehungen zwischen der Schweiz und den Niederlanden.

(Quelle und weitere informationen: www.altbasel.ch)

Der Rebbau am St. Margarethenhügel