Laufenburg. Foto/Photo: TES

Laufenburg, Habsburg, der Rhein und die Pfähle von Amsterdam

Seit dem Abschmelzen der Gletscher nach der letzten Eiszeit (um 12.000 v. Chr.) hat sich der Rhein seinen Weg durch die Schweiz gebahnt. Am Standort der heutigen schweizerischen und deutschen Stadt Laufenburg entstanden eine Schlucht und ein Wasserfall, der an der schmalsten Stelle 12 m breit war.

Daher wurde dieser Wasserfall auch der Kleine Laufen genannt, im Gegensatz zum Rheinfall bei Schaffhausen (dem Grossen Laufen). Während des Baus des Wasserkraftwerks Laufenburg von 1909 bis 1914 wurden die Felsen bei Laufen gesprengt – damit war das Ende des Kleinen Laufens besiegelt.

Laufenburg um 1850. Unbekannter Künstler. Bild: www.salzstrasse.salz.ch

Der keltische Stamm der Rauriker gründete hier eine Siedlung am „Louffen“ und an dessen Berg, daher der Name Louffenberg. Der gut zu verteidigende „Berg“, der Fischfang (Lachs) sowie der Handel (Holz, Vieh, Salz) waren vermutlich die wichtigsten Motive für das Leben an diesem Ort.

Im späten Mittelalter entwickelte sich rasch eine Industrie aus Holz‑, Papier‑, Öl‑ und Getreidemühlen, Schmieden für Waffen und Gebrauchsgegenstände sowie Handel.

Die Flösserei

Matthäus Merian (1593–1659), Laufenburg, um 1644.

Das Kloster Säckingen verwaltete die Stadt bis 1173. In diesem Jahr übernahm das Haus Habsburg den Ort. Der Schlossberg war ihre Residenz. Nach dem Tod des Grafen Rudolf II. (1168–1232) teilten seine Söhne das Erbe und begründeten die Dynastie Habsburg‑Laufenburg, die jedoch bereits 1408 ausstarb. Laufenburg war danach von 1408 bis 1803 habsburgisch‑österreichischer Besitz.

Der Schlossberg

Die Geschichte Laufenburgs am rechten Rheinufer als deutsche Stadt beginnt mit dem Frieden von Lunéville (1801). Der deutsche Teil fiel an das Grossherzogtum Baden. Laufenburg am linken Rheinufer wurde 1803 dem neu gegründeten Kanton Aargau zugeteilt (Mediationsakte von 1803). Diese Geschichte ist in der weitgehend intakten Altstadt deutlich erkennbar.

Laufenburg in Deutschland

Laufenburg in der Schweiz

Die Laufenbrücke wurde erstmals 1207 erwähnt und war lange Zeit die wichtigste Rheinüberquerung am Hochrhein. Neben der Fischerei, dem Handel und den industriellen Betrieben war auch die Flösserei über Jahrhunderte hinweg ein bedeutender Wirtschaftszweig.

Sammlung: Museum Die Bastei, Nimwegen (Nijmegen)

Grosse Holzflösse mit Holz aus dem Schwarzwald und aus der Schweiz nahmen hier ihren Weg zu den Pfählen von Amsterdam! Dampfschiffe und der Eisenbahnverkehr übernahmen diese Funktion jedoch ab dem 19. Jahrhundert.

Die Kirche St. Johann wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Die barocke Renovierung erfolgte zwischen 1753 und 1755. Das Sprachpanorama und das Museum Schiff sind zwei Beispiele für die vielen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt. Der Erlebniswanderweg Laufenburger Acht bietet ausserdem die Möglichkeit, die Geschichte beider Rheinufer auf einer Strecke von etwa sechs Kilometern zu erleben.

(Quelle und weitere Informationen: www.laufenburg.ch)

Eindrücke aus Laufenburg

Osterbrunnen in Laufenburg