Bäder- und Trinkkuren zählen zu den ältesten bekannten Heilpraktiken. Schon die Römer liebten und inszenierten das Bad und bauten auch in der heutigen Schweiz viele Thermen, zur Heilung, Vergnügen und Hygiene.
In Scuol-Tarasp (Graubünden) sprudeln über 20 Quellen aus dem Fels. Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus (1493-1541), erwähnte schon im Jahr 1533 diese Quellen.
Der Arzt Conrad Gessner (1516-1565) gehörte zu den wissenschaftlichen Besuchern. Die touristische Erschliessung begann 1841 mit dem Bau des Kurhauses.

Das Kurhaus
1864 ist das Hotel fertig und bietet 300 Gästebetten. Dampfpumpen führen das Heilwasser direkt in die Badelagen des Kurhauses. Der (internationale) Erfolg des Kurhauses beflügelt den Plan für den Bau einer repräsentativen Trinkhalle, die Büvetta.
Der Architekt Bernhard Simon (1816-1900) realisierte 1876 eine langgestreckte Halle mit grossen Bogenfenstern und eine oktogonale Rotunde mit Säulen und hohem Marmorsockel.
Diese Architektur zeugt vom Glanz der Blütezeit des Bädertourismus im Engadin mit über 20 hochmineralisierten Quellen von Ftan, Tarasp, Scuol und Sent.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die Gäste weg und danach war die Welt verändert und der Kurbetrieb kommt aus der Mode. Der Niedergang war nicht mehr aufzuhalten.

Hotel Val Sinestra
Viele Jahre stand die Büvetta leer, aber der Verein pro Büvetta blickt mit dem geplanten Weltwasserzentrum und Ausstellungen in die Zukunft.
Bäder- und Trinkkuren zählen zu den ältesten bekannten Heilpraktiken. In Scuol und Tarasp (Kanton Graubünden) sprudeln über 20 Quellen aus dem Fels.
Die touristische Erschliessung beginnt 1841 als zwei Unternehmer die Quellen von Tarasp pachten und die Bewilligung für den Bau eines Parks und die Fassung der Quellen am Ufer des Inns erhalten.
Um 1843 wurde die Trinkhalle Büvetta errichtet. Mit dem Bau des Kurhauses Tarasp kommen die Gäste und 1864 ist das Hotel betriebsbereit. Die Trinkhalle war 1876 fertig. Die Architektur zeugt heute vom Glanz der Blütezeit des Bädertourismus im Engadin.
Der Mineralwasserweg (Senda d’aua minerala Scuol auf Romanisch) in Scuol, Tarasp, Ftan und Sent (Kanton Graubünden) hat verschiedene Stationen.
Zweisprachige Tafeln (auf Romanisch und Deutsch) informieren über Name, Quelltype, wichtigste Inhaltstoffe und Eigenschaften der jeweiligen Quellen.
Auf einer Strecke von sechs Kilometern entspringen in dieser Region auf einer Höhe zwischen 1 165 bis 1 350 m. auf beiden Seiten des Inns über zwanzig Mineralquellen. Diese legten den Grundstein für den Bädertourismus im Unterengadin im neunzehnten Jahrhundert (rund 1850).
Die Häuser auf den alten Plätzen der Städte und Dörfer liegen um Quellen herum. Sie waren das Zentrum des (sozialen) Lebens bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.
Die wichtigsten und bekanntesten Quellen sind: Bonifacius, Carola, Emerita und Lucius, Fuschna, Chalzina, Sfondraz, Lischana, Sotsass, Clozza und Vi Quellen. Der Mineralwasserweg passiert rund 23 Quellen.
(Quelle und weitere Informationen: www.mineralquellen-scuol.ch)





