Le lac souterrain Saint-Léonard. Photo/Foto: TES

St-Léonard und einer der grössten unterirdischen Seen Europas

Nicht nur der Mensch baut Tunnels. Auch die Natur hat eine Reputation auf diesem Gebiet, beispielsweise in Saint-Léonard (Kanton Wallis), Vallorbe (Kanton Waadt) oder Baar (Kanton Zug).

St. Léonard ist sogar Standort des grössten unterirdischen Sees in Europa, le lac Souterrain St. Léonard. Dieser 300 Meter lange, 20 Meter breite und mehrere Meter tiefe See liegt etwa 60 Meter unter den Bergen und ist im Laufe von Jahrtausenden entstanden.

Wasser aus Quellen, Schmelzwasser von Schnee und Eis sowie Regenwasser haben das weiche Gestein Gips verdrängt. Die anderen Gesteinsarten (Marmor, Schiefer und Anhydrit) bilden heute die Kulisse.

Anfangs gab es viele voneinander getrennte Räume, aber nach und nach bildete sich der heutige unterirdische See. Einwohner und Fachleute kannten diesen See schon lange, aber da das Wasser bis zum Höhlendach reichte, konnten lange Zeit keine Untersuchungen durchgeführt werden.

Ihr Forschungsboot ist heute ein Museumsstück.

Zwei Höhlenforscher untersuchten und dokumentierten den See 1943 zum ersten Mal. Der Durchbruch gelang jedoch erst durch das Erdbeben von 1946: Es verursachte Risse in den Wänden, wodurch das Wasser bis auf den heutigen Stand abfloss.

Die Bühne für die Künstler und Künstlerinnen

Mit einem Glas Wein vom Lac Souterrain St. Léonard

Der See ist mit Booten befahrbar, es finden sogar Musikaufführungen statt, und auch der Wein gedeiht aufgrund der konstanten Temperatur von 15 Grad Celsius gut.

Sogar die ersten Stalaktiten begannen sich nach 1946 zu bilden. Bis dahin gab es keine Luft und keinen Sauerstoff, nur Wasser. Das zeigt auch, wie viel Zeit Stalaktiten brauchen, um Vallorbe oder Baar gleichzukommen.

Was für das Salz in Bex gilt, gilt auch in St. Leonard: Die Natur kennt keine Zeit oder nimmt sich Zeit.

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

St. Léonard