Die Walser, Davos, Holsboer, der Zauberberg, Mann und Kirchner
8 August 2025
Vor den Walsern war die Landschaft von Davos (Kanton Graubünden) von romanisch Sprechenden bewohnt. Gemäss einer Urkunde aus dem Jahr 1213 soll Davos von Obervaz, Lenz, Brienz und Alvaneu her besiedelt worden sein.
Deutschsprachige Walser unter den Freiherren von Vaz besiedelten das Gebiet. Die Walser waren dazu berechtigt, ihren Lebensraum auch über die Umgebung von Davos hinaus auszudehnen. So entstanden auch Arosa, Lenzerheide und andere Dörfer.


Davos und der See
Davos nahm im Walsergebiet, das sich 1436 zum Zehngerichtebund zusammenschloss, eine führende politische Rolle ein. Dieser Bund war die demokratischste der Drei Bünde (Gotteshausbund, Grauer Bund and Zehngerichtebund).

Das Schweizerhaus
Ausschliesslich Bauern, Kaufleute und andere Bürger vereinigten sich miteinander. Von Anfang an galt der Grundsatz, dass sich die Minderheit der Mehrheit zu fügen habe. Als Tagungsort wurde Davos bestimmt, Haupt des Zehngerichtebundes war der Landammann von Davos.
Seit mehr als 700 Jahren präsentiert sich das Rathaus als politisches Zentrum. Seine grösste Bedeutung erlangte es nach der Gründung des Zehngerichtebundes, der in Davos tagte.
Das Rathaus wurde auch zum Gerichtssitz. 1559 brannte das aus dem 13. Jahrhundert stammende Gebäude nieder, wurde wenige Jahre später wieder aufgebaut. 1856 wurden im Rathaus zwei Fremdenzimmer eingerichtet. Das Bettenangebot wurde ständig vergrössert, so gross war die Nachfrage. Die strenge kubische Form erhielt es 1930.

Sammlung: Waldhotel Davos
Die Kurgeschichte begann im Jahr 1853. Alexander Spengler aus Deutschland und der Holländer Willem Holsboer errichteten 1868 die Kuranstalt Spengler-Holsboer. Holsboer gründete auch die Eisenbahnlinie von Landquart nach Davos.



Die Englische Kirche St. Luke wurde 1883 durch die englische Kolonie im Stil einer neuromanischen Bergkirche erbaut.

1869 kam der erste englische Gast nach Davos und wenig später reisten immer mehr Engländer nach Davos. Viele Engländer verblieben in Kurhotels oder bauten Villen. So entstand, wie in vielen anderen Dörfern des Kantons (und der Schweiz), das Englische Viertel. Von 1891 bis 1939 hatten sie ein Konsulat, eine Zeitung und eine Bibliothek mit 6000 Bänden, einer der grössten englischen Bibliotheken auf dem Kontinent.

Von der starken Präsenz der Engländer spricht auch der Bau des Hotels Belvedere, das auf Drängen eines Engländers nach modernsten Erkenntnissen erbaut wurde.
Hotels, Pensionen, Sanatorien und Villen wuchsen wie Pilze aus dem Boden. Mit den Kurgästen kamen auch der Sommer- und Wintersport nach Davos. Entscheidend war der Bau von Bergbahnen und Skiliften.

Um die Jahrhunderte lebten neben besonders vielen Deutschen und Engländern auch über 3000 Russen in Davos. Wie die Engländer hatten auch sie eine eigene Bibliothek, eigene Konzerte, ein russisches Theater und die Zeitschrift „Dawosskij Westnik„. Wegen des Kriegsausbruchs von 1914 wurde der Bau einer russischen Kirche eingestellt.


Davos ist heute auch ein Kongress- und Wissenschaftszentrum und beherbergt renommierte Forschungsinstitute.
(Quelle: www. gemeindedavos.ch)
Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen
Thomas Mann, der Zauberberg, das Waldhotel und Ernst Ludwig Kirchner
Wer Davos sagt, sagt auch Thomas Mann (1875-1955) und Ernst-Ludwig Kirchner (1880-1938). Vom 15. Mai bis 12. Juni 1912 wohnte Thomas Mann im Haus am Stein unterhalb des heutigen Waldhotels Davos, des damaligen Waldsanatoriums.

Dort weilte seine Frau Katia Mann (1883-1980) zur Kur. Inspiriert durch seine Eindrücke schrieb er von 1913 bis 1924 sein bedeutendes Werk „Der Zauberberg“. Das Buch verschaffte Davos und dem heutige Waldhotel einen Platz in der Weltliteratur.
Im Waldhotel Davos sind am 8. und 28. August und am 11. September im Thomas Mann Jahr 2025, in dem sich der Geburtstag des Schriftstellers zum 150. Mal jährt, Aufführungen der VR-Installation „Being Thomas Mann“ vorgesehen.
Lektorat und Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen




Eindrücke aus dem heutigen Waldhotel Davos
Ernst Ludwig Kirchner
Ernst Ludwig Kirchner war ein deutscher Maler und Grafiker. Er zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus und er war ein Gründungsmitglied der Künstlergruppe Brücke. 1917 zog er in die Schweiz, nach Davos. Das Kirchner Museum Davos ist dem Künstler gewidmet.

Plakat im Waldhotel Davos


Das Waldhotel Davos
