Die Pässe im Jura, Kienberg und die Klarissen von Erlinsbach
9 März 2026
Der Gotthardpass, der Simplonpass, der Grosse St. Bernhardpass, der Malojapass, der Julierpass oder der Ofenpass: Dies sind nur einige bekannte Namen der vielen Pässe in und über die Schweizer Alpen.
Aber wer kennt La Vue des Alpes, den Col du Chasseral, den Col de Pierre Pertuis, den Col du Mont D’orzeires, das Benkerjoch, die Wasserflue oder die Saalhöhe in den Kantonen Bern, Neuenburg, Waadt, Jura, Basel-Landschaft und Aargau sowie einige der vielen Pässe im Jura?

La Vue des Alpes, Kanton Neuenburg
Für die Bewohner und Bewohnerinnen dieser Kantone sind es viel genutzte Verkehrswege. Ausserhalb der Kantone sind sie kaum bekannt. Das gilt für viele Schweizerinnen und Schweizer, aber auch für die meisten Ausländerinnen und Ausländer.


Der Kienberg und seine Ruine
Die Höhe der Pässe (zwischen 600 und 1500 Metern) ist weniger spektakulär als die der Alpenpässe, aber ihre Aussichten und Landschaften haben eine eigene Schönheit. Ausserdem waren diese Pässe schon immer wichtig für Handel, militärische Operationen, Pilger, Diplomaten, Päpste, Bischöfe, Reisende oder die Engländer auf ihrer Grand Tour.
Die Klarissen von Erlinsbach


Im August 2011 haben die Clara-Schwestern das Haus übernommen. Bereits 1349 haben die Schwestern der heiligen Clara in Erlinsbach eine wichtige Rolle gespielt, da die Klarissen von Königsfelden hier einen grossen Gutshof von den Einsiedler Benediktinern übernahmen. Hier stand das bereits 1375 erwähnte dem heiligen Laurentius geweihte Kirchlein. Neben dieser Quelle entsprang eine Heilquelle, die als Laurenzenbrunnen bekannt ist. Die Quelle wurde auch als Thermalbad genutzt und ein Grossteil der heutigen Gebäude wurde 1839 als Kur- und Badehaus errichtet. 1908 erhielt der Komplex eine neue Nutzung als Krankenheim, aber der Laurenzenbrunnen versorgt die ganze Gemeinde Erlinsbach noch immer mit Trinkwasser.
Die Saalhöhe
Ein Beispiel ist die 621 Meter hohe Staffelegg im Kanton Aargau. Dieser Pass verbindet das Fricktal mit der Stadt Aarau. Eine gut sechs Kilometer lange Wanderung führt vom Pass durch den Jurapark Aargau zur Saalhöhe (787 Meter). Die Saalhöhe bildet die Grenze zwischen den drei Kantonen Solothurn, Basel-Landschaft und Aargau.

Saalhöhe
Die Aussicht auf das Fricktal, den Schwarzwald und die Alpen ist atemberaubend und mit etwas Glück lassen sich sogar Gämsen beobachten. Ausserdem bildete dieses Gebiet jahrhundertelang die Grenze zwischen Habsburg-Österreich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft.


Es ist heute kaum vorstellbar, aber bis 1803 war das Benkerjoch (847 m) der Grenzübergang bei Küttingen und Oberhof, nahe der Saalhöhe, zwischen Habsburg-Österreich und dem Kanton Bern. Dieses Gebiet, das Fricktal, war seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der Habsburger.
Kanton Bern und die Habsburger
Daran änderte auch die Eroberung des Aargaus durch die damalige Eidgenossenschaft im Jahr 1415 nichts. Davon ist auf dem Spaziergang nichts zu sehen, ausser dem Wappen des Kantons Bern, das sich hinter einer grossen Buche auf der Saalhöhe versteckt. Aus diesem Grund ist das Fricktal im Gegensatz zu den anderen Gebieten des Aargaus katholisch geblieben.

Selbst eine dicke Wolkendecke tut der Schönheit der Landschaft, des Naturparks mit seinen mittelalterlichen Dörfern, Schlössern und der reichen Flora und Fauna keinen Abbruch. Sie kitzelt sogar die Phantasie der Alpenriesen, die man bei klarem Wetter gut erkennen kann.

Jurapark Aargau, Fricktal, der Staffeleggpas.

Erlinsbach, Kantone Solothurn und Aargau


Der Schweizer Alpen-Club
Der Schweizer Alpen-Club (SAC) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land). Obwohl der Name anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur Skitouren, Bergsteigen und andere Sportarten im Hochgebirge und in den Alpen, sondern auch (Wander-)Aktivitäten in anderen Regionen.
(Quelle und weitere Informationen: www.sac-cas.ch).
Korrektorin: Melinda Fechner
De Moiren Stiftung


Eindrücke aus Kienberg (Kanton Solothurn)





