The Bank for International Settlements (BIS). Foto/Photo: TES

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wurde 1930 gegründet, um die 1919 (Vertrag von Versailles) festgelegten Reparationszahlungen Deutschlands zu verwalten. Mehr als zehn Jahre später, in einer Zeit sehr hoher Inflation und eines Börsencrashs (1929), wurde deutlich, dass diese Reparationszahlungen für Deutschland wirtschaftlich unrealistisch und politisch gefährlich waren.

Aus diesem Grund hat die BIZ auch einen englischsprachigen Namen, die Bank for International Settlements (BIS). Sie wurde auf der Haager Konferenz in den Niederlanden gegründet. Ein Übereinkommen zur Gründung der BIZ wurde von Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und dem Vereinigten Königreich einerseits sowie der Schweiz andererseits unterzeichnet. Basel wurde aufgrund des neutralen Status der Schweiz, ihrer zentralen Lage in Europa und ihrer guten Erreichbarkeit als Standort gewählt.

Von ihrer Gründung bis heute hat die BIZ eine Reihe von Schlüsselrollen in der Weltwirtschaft gespielt, von der Abwicklung der Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg auferlegten Reparationszahlungen bis hin zur Unterstützung der Zentralbanken bei ihrem Streben nach monetärer und finanzieller Stabilität.

Die BIZ befindet sich heute im Besitz von 63 Zentralbanken und nimmt weiterhin neue Mitglieder auf, die Länder aus aller Welt vertreten, auf die zusammen etwa 95 % des weltweiten BIP entfallen. Ihr Hauptsitz befindet sich in Basel, Schweiz, und sie unterhält zwei Repräsentanzen: in der Sonderverwaltungszone Hongkong und in Mexiko-Stadt sowie Innovationszentren weltweit.

Ihre Aufgabe besteht darin, die Zentralbanken in ihrem Streben nach Währungs- und Finanzstabilität durch internationale Zusammenarbeit zu unterstützen und als Bank der Zentralbanken zu fungieren. Die BIZ bietet Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden ein Forum für Dialog und Zusammenarbeit, in dem sie frei Informationen austauschen, ein gemeinsames Verständnis entwickeln und gemeinsame Massnahmen beschließen können.

Zweimonatliche Treffen

Die Zentralbankpräsidenten und andere hochrangige Vertreter der BIZ-Mitgliedszentralbanken treffen sich alle zwei Monate, in der Regel in Basel, um aktuelle Entwicklungen sowie die Aussichten für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte zu erörtern. Ausserdem tauschen sie Meinungen und Erfahrungen zu Themen aus, die für Zentralbanken von Interesse sind.

Weitere Treffen der Zentralbankpräsidenten

Die Gruppe der Zentralbankpräsidenten und Aufsichtschefs ist ein hochrangiges Forum, das für die internationale Zusammenarbeit in der Bankenaufsicht zuständig ist. Sie trifft sich regelmässig.

Das Financial Stability Institute unterstützt Zentralbanken und Regulierungsbehörden bei der Stärkung ihrer Finanzsysteme. Es fördert die Anwendung globaler Regeln und eine gute Aufsicht. Dies geschieht durch politische Arbeit, Wissensaustausch und Schulungen.

Durch dieses Programm aus regelmässigen Treffen und der Unterstützung der wichtigsten globalen Normungsgremien des internationalen Finanzsystems trägt die BIZ dazu bei, den Dialog zwischen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden zu fördern und so die weltweite Währungs- und Finanzstabilität zu stärken.

Die Zukunft des Zentralbankwesens ist untrennbar mit Innovation verbunden. Um dem wachsenden Bedarf an Zusammenarbeit der Zentralbanken in diesem Bereich gerecht zu werden, bieten die BIS Innovation Hub Centres eine Plattform für verantwortungsvolle Innovation, während das Cyber Resilience Coordination Centre den Zentralbanken ermöglicht, sich vor den damit verbundenen Risiken zu schützen.

Das Botta-Gebäude 

Es ist eine Bank

Wie der Name schon sagt, fungiert die BIZ auch als Bank. Sie bietet Finanzdienstleistungen ausschliesslich für Zentralbanken, Währungsbehörden und internationale Organisationen an. Ihre Bankgeschäfte finanzieren Aktivitäten, Gehälter, Büros und Projekte. Die BIZ ist finanziell selbsttragend – eine Ausnahme unter den internationalen Organisationen!

Tower headquarters building

Die derzeitigen und geplanten Standorte

Die BIZ verfügt derzeit über zwei Hauptgebäude in Basel: das Hauptsitzgebäude «Tower» (entworfen von Martin Burckhardt im Jahr 1977) am Centralbahnplatz und das Botta-Gebäude (entworfen von Mario Botta im Jahr 1986) am Aeschenplatz. Zudem besitzt sie zwei ältere Gebäude an der Centralbahnstrasse und der Gartenstrasse.

Nach einem internationalen Wettbewerb hat die BIZ beschlossen, die Erweiterung ihres Komplexes um einen neuen Turm fortzusetzen. Die erste Phase wird voraussichtlich bis 2027 dauern.

(Quelle und weitere Informationen: Bank for International Settlements)