Basel, der Basilisk, seine Legende und die Wettsteinbrücke
15 Februar 2026
Basel ist eine Stadt mit Hunderten von Wasserbrunnen und eine Stadt der Basilisken. Der Basilisk ist ein mythologisches Geschöpf aus dem antiken Griechenland, halb Hahn, halb Schlange. Er hat, der Legende nach, auch ein Zuhause in Basel gefunden.

„In dieses Brunnens dunklem Grund haust‘ einst – die Sage tut‘s uns kund – der Basilisk, ein Untier wild. Heut hält er Basels Wappenschild. D‘rauf ward hier ein Gericht gehegt, auch Tanz und Minnesang gepflegt; vom Zunfthaus, das beim Quell dann stand, ward Gerberbrunnen er genannt. Nachdem versiegt er manches Jahr, strömt heut‘ er wieder voll und klar. Kein Drach‘ mehr sinnt in ihm auf Mord, doch lebt ein andrer Drache fort. O Basel, mach‘ von ihm dich frei: der Zwietracht tritt den Kopf entzwei!“
Diese Kreatur konnte mit ihrem Blick töten und wer in ihre Fussstapfen trat, wurde versengt. Der einzige Schutz bestand darin, dieser Kreatur einen Spiegel vorzuhalten, sodass sie auf der Stelle tot umfiel, oder sie aus dem Sonnenlicht fernzuhalten, da ihre Kräfte nur im Licht wirkten.

Der Basilisk findet man als Träger des Stadtwappens und als Wächter von Brücken und Wasserbrunnen. Eine bemerkenswerte Erscheinung sind die Basiliskenbrunnen, die 1884 von Wilhelm Bubeck (1851-1890) geschaffen wurden. Das Stadtwappen in Bronze und sogar ein Trinkschälchen für Tiere am Fusse des Sockels sind wesentliche Merkmale.

Augustinergasse
Das Wasser kommt aus dem Maul. Insgesamt wurden 39 hergestellt; heute sind es noch 28. Sie sind über die ganze Stadt und entlang des Rheinufers zu finden.


Die Wettsteinbrücke und ihre Basilisken
Die Wettsteinbrücke, benannt nach einem Bürgermeister von Basel (Johann Rudolf Wettstein, 1594–1666), wurde am 7. Juni 1879 fertiggestellt. Das rasche Wachstum von Handel und Bevölkerung in Gross- und Kleinbasel machte eine zweite Brücke über den Rhein notwendig. Der vermehrte Autoverkehr und der Bau einer Strassenbahn führten 1939 zu einer ersten Verbreiterung der Brücke.

Fasnacht 2023
Die vier Basilisken, die den Zugang auf beiden Rheinseiten bewachten, wurden entfernt. Dies führte zu einer Diaspora der Basilisken. Ein Basilisk landete im Tierpark Lange Erlen in Basel, der zweite auf einem Hof in Basel und ein dritter in Meggen am Vierwaldstättersee.

Auch der vierte Basilisk ging ins Exil, doch seit der Renovation und der zweiten Verbreiterung der Brücke im Jahr 1996 bewacht er wieder das Rheinufer auf der Seite Grossbasels.
Lektorat und Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen



Die vergessene Legende von Basel, ein Werk von Damien Fontaine in der Elisabethenkirche, von 19. Januar zum 18. Februar 2026.




Der Basilisk, Fasnacht 2026

