Basel und Musik

Basel hat eine jahrhundertealte Musiktradition. Die Musiktheorie und die Kompositionen von Bonifacius Amerbach (1495-1562), einschliesslich des Codex Amerbach, waren im 16. Jahrhundert sehr berühmt.

Hans Holbein der Jungere (1496-1543), Bonifacius Amerbach, 1519. Sammlung Kunstmuseum Basel. Foto: TES.

Dieser homo universalis war auch Kunstsammler, Jurist, Humanist und vor allem ein Freund und Zeitgenosse von Erasmus von Rotterdam (1469-1536), der in Basel lebte, arbeitete, publizierte und schliesslich starb.

Die Amerbach-Sammlung ist das erste inoffizielle Museum der Welt. 1661 wurde diese umfangreiche Sammlung in Basel der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aus dieser Sammlung gingen im 19. Jahrhundert das Kunstmuseum Basel, das Musikmuseum und das Antikenmuseum Basel hervor.

Musik ist in Basels DNA

Dies zeigt sich nicht nur in den vielen erstklassigen Orchestern, Chören und anderen Ensembles, sondern auch in der breiten musikalischen Ausbildung der Einwohner. Man schätzt, dass etwa 10.000 Einwohner Piccolo spielen und viele Tausende von klein auf  die Trommel oder andere Instrumente.

Der Musikunterricht für Kinder hat nach wie vor ein hohes Niveau. Es ist kein Zufall, dass das innovative Kammerorchester 1926 in Basel entstand.

Auch bei der Basler Fasnacht spielt die Musik eine grosse Rolle. Sie ist eine Kombination aus Musik und Kunsthandwerk und Talent für Tanz.  Das Theater Fauteuil und der Verein Charivari sind in Basel und schweizweit ein Begriff.

Das Basel Tattoo (seit 2006) reiht sich ein in die musikalische Tradition. Diese ursprünglich militärische Zusammenkunft von Armeekapellen wird in Basel mit Tanz, Gesang und Dialog mit dem Publikum bereichert. Auch das Loblied auf die Kuh Le Ranz des Vaches fehlt nicht. In der Schweiz geniessen der Bauer und seine Kühe ein hohes Ansehen, auch in den grossen Städten.

Was das Tattoo, die Fasnacht und, zum Beispiel la Fête des Vignerons in Vevey, gemeinsam haben ist die fröhliche und entspannte Atmosphäre ohne nennenswerte Zwischenfälle. Das solche Grossveranstaltungen problemlos stattfinden können, ist unter anderem ein Ausdruck des Milizsystems. So kamen vom 18. Juli bis 8. August 2019 über eine Million Besucher nach Vevey (Kanton Waadt), um die Aufführungen in der temporären Arena  zu besuchen. Es wurde viel Wein getrunken, bis spät in die Nacht, und zwar aus Gläsern, nicht aus Pappbechern.

Impression von der Premiere des Basel Tattoo am Freitag, 15. Juli 2022 und am Samtag, 16. Juli.

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Basel Tattoo 2022

Das Basel Tattoo findet vom 15. bis 23. Juli auf dem Gelände der Kaserne Klybeck (Kleinbasel) statt.

Die Red hot Chili Pipers und die Flings and Things Highland Dancers, berühmte schottische Dudelsackformationen, das Top Secret Drum Corps aus Basel, die Schweizer Militärmusikkompanie, die indische Kumudi Homes School Pipes and Drums Band, nationale bulgarische und südafrikanische Gruppen. königliche Musikformationen aus Grossbritannien und Norwegen sowie eine Band der US Air Force werden wieder ihr Bestes geben.

Die Schweizer Musik- und Gesangsformation Les Armaillis und ihre 21 Kühe werden ebenfalls in der temporären Arena (12 00o Plätze) auftreten. Armailli ist das Plattfranzösisch (Patois) der Kantone Freiburg und Waadt und bedeutet Kuh. Die Gruppe wird u. a. das schöne Stück Le Ranz des Vaches aufführen.

Es ist ein Spektakel mit hochkarätigen Choreografien, Tanz, Gesang und natürlich Musik von Blas- und Schlaginstrumenten in ungewöhnlichen Formationen.

Das Basel Tattoo ist nach dem Royal Edinburgh Military Tattoo die grösste Veranstaltung dieser Art. Basel wäre nicht Basel, wenn es nicht einen grossen Umzug mit über tausend Musikern und Tänzern und (kulturellen) Gruppen aus Gesellschaft und Militär geben würde.

Wie es sich für das Dreiländereck geziemt, nehmen der Kanton Basel-Stadt, das Elsass und das Markgräflerland mit einer gemeinsamen Delegation am Samstag, 16. Juli, am Umzug durch die Innenstadt von Grossbasel nach Kleinbasel teil. Niederländische, österreichische, französische, deutsche und amerikanische Gruppen werden ebenfalls teilnehmen.

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Impression von der Basel Tattoo Parade am Samstag, den 16. Juli 2022.

Medien, Demokratie, Föderalismus

Medien sind für das Funktionieren einer Demokratie unverzichtbar. Dies gilt insbesondere für die multikulturelle, föderale und dezentrale Schweiz mit ihrer direkten Demokratie und der direkten Beteiligung der Bürger*innen und der Zivilgesellschaft.

Was zeichnet die Medien im Föderalismus im Allgemeinen und in der Schweiz im Besonderen aus? Wie sieht die Schweizer Medienlandschaft aus? Und wie gehen die Kantone mit aktuellen Herausforderungen wie der Covid-Pandemie, der Neutralität in Kriegszeiten oder der Finanzierung der Medien um?

Diesen und weiteren Fragen geht der Blog in einer öffentlichen Debatte nach und entwickelt Ideen und Konzepte für die Zukunft der Schweizer Medien.

Die ch stiftung mit Sitz im Haus der Kantone in Bern bloggt regelmässig zu diesem Thema. Neben Politikern und Mitarbeitern der Stiftung kommen auch Dritte aus der Wissenschaft zu Wort.

Allen Beiträgen ist gemeinsam, dass sie eine Debatte anstossen wollen. Diese Diskussion könnte auch für andere Länder interessant sein.

Quelle und weitere Informationen: www.chstiftung.ch

Korrektorin: Melinda Fechner

Römische Monumenten und das Erleb-AR Erlebnis

Das römische Theater von Aventicum (Avenches, Kanton Waadt) wird, wie die Stadtmauer, seit mehreren Jahren restauriert.

Das zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtete Bauwerk ist das grösste der vier in der Schweiz entdeckten römischen Theater (Avenches, Augst, Lenzburg und Lausanne).

Das römische Theater. Foto: TES

Das römische Theater von Aventicum

Das Theater  wurde aus Neuenburger Kalkstein und grossen Blöcken grauen Sandsteins erbautund es bot Platz für etwa 12.000 Zuschauer.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde das verlassene Theater  jahrhundertelang als Steinbruch genutzt. Im 19. Jahrhundert führte die Nachfrage nach Baumaterialien jedoch zu einem umfangreichen Abriss im Herzen des zuvor gut erhaltenen Denkmals.

Im Jahr 1892 beendete der Verein Pro Aventico den Abbau. Im Jahr 1959 wurde das Theater vom Kanton unter Denkmalschutz gestellt.

Das Amphitheater von Avenches. Foto: TES

Der Tempel und das Cigognier-Heiligtum. Foto: TES 

Das Theater, das Amphitheater, der Tempel und das Cigognier-Heiligtum in Avenches können mit der von der Berner Fachhochschule entwickelten Anwendung Erleb-AR in 3D entdeckt werden.

Die Erleb-AR-App zeigt die römischen Städte Aventicum und Augusta Raurica (Augst) mit damals 20 000 Einwohnern sowie die römischen Bauwerke in Bern, wie sie damals (ungefähr) ausgesehen haben könnten.

Der Name Erleb-AR ist abgeleitet von erlebbar auf Deutsch und Augmented Reality auf Englisch (weitere informtionen: Erleb-AR bfh.science).

Das Amphitheater mit der Erlebar-App. Foto: TES

(Quelle: Bärtschi Delbarre, Alexandra Spühler, Savoir-faire au théâtre romain, Association pro Aventico, 40/2021, Avenches).

Quelle und weitere Informationen: Die EngelhalbinselRömermuseum Aventicum und Museum Augusta Raurica.

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

 

Gregorianische Gesänge

Die Fundaziun Origen widmet sich dem gregorianischen Choral. Die uralten Gesänge gehören zur Identität klösterlichen Lebens, gliedern den Tag, geben ihm Form und Halt. Origen zelebriert die Laudes, jene Gebetshore, die den Tag begrüsst, und die Complet, die den Tag verabschiedet und den Menschen in den Schlaf begleitet.

In der kommenden Woche bespielt Das Origen Ensemble schöne Räume: die karolingische Klosterkirche von Mistail, die Martinskirche von Savognin und die Kirche Sta. Maria in Pontresina.

Das Singen der monastischen Laudes gehört zur kulturellen DNA von Origen. Die einfachen Horen gehören seit der Gründung des Festivals zum alljährlich wiederkehrenden Programm. Sie sind Interpretationen des Lebens, sie reflektieren die atmende Schöpfung. Sie begleiten den Sonnenlauf. Entsprechend findet die Laudes bei Sonnenaufgang um 5.30 Uhr, die Complet in der Abenddämmerung um 21.00 Uhr statt.

Aufführungsdaten:

Kirche St. Mistail in Alvaschein: 20. und 27. Juli 2022,  05.30 Uhr
Kirche Son Martegn in Savognin: 18. Juli, 21.00 Uhr
Kirche Sta. Maria in Pontresina: 22. Juli, 21.00 Uhr, 23. Juli, 05.30 Uhr

(Quelle und weitere Informationen: www.origen.ch)

Helvetia, Basel und der Rhein

Der Rhein fliesst bei Basel aus der Schweiz. Er setzt seine Reise zur Nordsee als (Grenz-)Fluss durch Deutschland, Frankreich und die Niederlande fort. Er fliesst bei Spijk und Millingen in die Niederlande, heisst von da an Waal und teilt sich in mehrere Flüsse. Die berühmte niederländische Flusslandschaft beginnt.

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Die Waal und die Spiegelwaal nahe Nimwegen. Foto: Wikipedia/Damatrix

Nimwegen ist die erste grosse (römische) Stadt auf dem Weg der Waal. Später spaltet auch sie sich. Ein Teil mündet bei Rotterdam in die Obere Merwede (Boven-Merwede) und die Neue Mosel (Nieuwe Maas).

Nijmegen

Die Alte Mosel (Oude Maas) mündet bei Rotterdam in die Nieuwe Maas und bildet den Nieuwe Waterweg, der zur Nordsee führt. Dieser Flusskomplex ist die Grundlage für den Hafen von Rotterdam.

Ein zweiter Arm der Waal mündet nach dem Zusammenfluss mit der Bergschen Maas in das Hollands Diep, das Haringvliet und schliesslich in die Nordsee, obwohl das Haringvliet durch die Deltawerke keine direkte Verbindung zur Nordsee mehr hat.

Neben diesen beiden grossen Flüssen entstehen aus der Waal auch mehrere kleinere Nebenflüsse. Diese beginnen gleich hinter der deutschen Grenze. Die Waal teilt sich nahe Millingen in die IJssel und den Lek.

Die IJssel biegt nach Norden ab und endet im IJsselmeer, das bis 1929 Zuiderzee (Südsee) hiess. Unterwegs schlängelt sie sich durch die Provinzen Gelderland und Overijssel, vorbei an wunderschönen mittelalterlichen Hansestädten (u. a. Zutphen, Deventer, Zwolle und Kampen).

Die IJssel. Photo: www.Hanzesteden.nl 

Der Lek mündet mit einer grossen Biegung in die Nieuwe Maas und die Nordsee.

Der Nederrijn (bekannt von Arnheim, Operation Market Garden, September 1944, eine Brücke zu weit/ One Bridge too Far, operation Market Garden) ist ein Seitenarm des Lek. Der Nederrijn hat auch Nebenarme, die in die Nordsee münden.

Der Amsterdam-Rhein-Kanal, (Amsterdam-Rijnkanaal) Mitte des 19. Jahrhunderts gegraben, verbindet Amsterdam und die Nordsee (über den Nordseekanal) mit dem Rhein.

Der Schelde-Rhein-Kanal (Schelde-Rijnkanaal) verbindet Städte wie Dordrecht mit der Westerschelde.

Der Rhein nahe Augst (Kanton Basel-Landschaft). Foto: TES.

Helvetia ist seit langem das Bild auf der Zweifrankenmünze bis sie eines Tages genug hatte und sich auf eine Reise begab, um ihre Schweiz kennen zu lernen. Nach einer langen Reise durch Täler, Berge, Dörfer und Städte erreichte sie Basel.

Sie beschloss dort zu bleiben und über den Rhein und das, was ihn auf seiner Reise erwarten würde, nachzudenken. Helvetia sinniert vielleicht über die niederländische Flusslandschaft. Sie sitzt jedenfalls nachdenklich seit mehr als vierzig Jahren auf dem Pfeiler der Mittleren Rheinbrücke in Basel.

Helvetia ist eine Skulptur von Bettina Eichin (1942) aus dem Jahr 1980. Sie stellt die sitzende Helvetia dar als eine selbstbewusste Frau, die über Grenzen hinweg denkt und in die Welt schaut.

„…eines Tages verlässt Helvetia ein Zweifrankenstück, mischt sich unters Volk und unternimmt eine längere Reise. Auf dem Weg dorthin kommt sie auch nach Basel. Nach einem anstrengenden Gang durch die Stadt legt sie Mantel, Schild, Speer und Koffer ab und ruht sich auf einem Brückenpfeiler der Mittleren Rheinbrücke aus und blickt nachdenklich rheinabwärts„.

Korrektorin: Petra Ehrismann

Partnerschaftssymposium in Genf

Am NATO-Partnerschaftssymposium (Partnerships 360 Symposium), das vom 11. bis 13. Juli 2022 stattfindet, treffen sich Mitgliedstaaten und Partnerländer zu Gesprächen über die Zukunft der NATO-Partnerschaftspolitik.

Die Schweiz ist das erste Partnerland, das mit der Durchführung eines solchen Symposiums betraut wurde. Nach einem ersten Symposium in Deutschland 2018 und einer zweiten Ausgabe in Griechenland 2019, ist Genf Gastgeberin des dritten Symposiums. Es findet statt im Haus der Frieden (la Maison de la Paix).

Das 2018 ins Leben gerufene NATO-Partnerschaftssymposium bringt einmal im Jahr Vertreterinnen und Vertreter der Mitglieds- und Partnerländer zusammen. Das Symposium soll den Dialog über die Zukunft der NATO-Partnerschaftspolitik fördern.

Die Schweiz nimmt seit 1996 auch an der Partnerschaft für den Frieden (PfP, Partnership for Peace) der NATO teil. Die PfP bietet einen institutionalisierten Rahmen fûr einen sicherheitspolitischen Dialog mit der NATO, ihren Mitgliedstaaten und anderen Partnerländern, darunter auch die Länder des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens.

(Quelle und weitere Informationen: www.eda.admin.ch)

 

Die Burg Joux

Das Wort Joux stammt aus dem lateinischen Iuria, was „Bergwald“ bedeutet, und dem keltischen Wort Jor für „bewaldeter Hügel“. Jura oder Joux bedeutet also ursprünglich ein bewaldetes Berggebiet.

 

Die Burg Joux ist ein emblematisches Bauwerk der Franche-Comté (Frankreich). Das Schloss liegt 5 km von Pontarlier und 15 km von der Schweizer Grenze entfernt.

 

Das Schloss liegt strategisch günstig an der Cluse de Pontarlier, einer engen Schlucht, die das Juramassiv durchquert. Dieser Militär- und Handelsweg verbindet die Strassen der Champagne, Flanderns und der Haute-Saône mit Italien und der Schweiz.

 

Ab dem Jahr 1000 herrschte das Geschlecht der Joux über die Gegend und befestigte den Felsvorsprung mit einer ersten Burg. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer wieder umgebaut und erweitert.

 

Im 15. Jahrhundert kaufte der mächtige Herzog von Burgund, Philipp der Gute (1396-1467), den Nachkommen der Joux-Dynastie die Burg ab. Der Herzog erweiterte damit seine Herrschaft über die Grenzgebiete des Herzogtums Burgund. Sie verschaffte ihm Zugang zur Cluse und damit zu einer wichtigen Verkehrsader zu seinen wohlhabenden Regionen in den Niederlanden und Flandern.

 

Im 16. Jahrhundert ging die Festung von Joux durch Vererbung und Erbfolge an die spanische Krone über. Diese herrschte damals über die Franche-Comté.

 

Das Schloss von Joux wurde zu einem wichtigen Verteidigungsposten am Rande des französischen Königreichs, der Schweizerischen Eidgenossenschaft und des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.

 

Der französische König Ludwig XIV. (1638-1715) eroberte die Franche-Comté 1678. Der Militäringenieur und Baumeister Sébastien Le Prestre, Seigneur de Vauban (1633-1707), reorganisierte und veränderte die dem spanischen Feind abgenommenen Verteidigungsburgen.

Die Verteidigung der Ostgrenze stützte sich auf die Zitadellen von Belfort, Besançon, die Festungen von Salins und  die Burg Joux. Ende des 19. Jahrhunderts, nach der französischen Niederlage von 1871 und dem Verlust von Elsass-Lothringen, wurde diese Ostgrenze weiter nach Osten verschoben.

Im 18. und 19. Jahrhundert diente die Burg als Gefängnis. Berühmte politische Gefangene waren Mirabeau (1749-1791) und Toussaint Louverture (1743-1803). Im Gegensatz zur Bastille in Paris wurde die Burg in der Französischen Revolution von 1789 nicht zerstört. Sie  lag in einer abgelegenen Gegend und war zu weit entfernt.

Die Burg ist seit 1954 ein Museum. Weitere Informationen: Accueil – Chateau de Joux

 Korrektorin: Petra Ehrismann

Tanz auf dem Julierpass

Am 14. Juli beginnt Nova Fundaziun Origens Tanz-Saison auf dem Julierpass. Den Auftakt des diesjährigen Reigens neuer Choreographien macht der Schweizer Luca-Andrea Tessarini mit dem Werk «Venom». Eine Woche später lädt der französische Choreograph Sébastien Bertaud zur Uraufführung von «Laniakea».

Der Rote Turm vereint zwei grosse Traditionen der Tanzwelt: Die Tänzerinnen und Tänzer der Pariser Oper stehen für klassische Perfektion, die Künstlerpersönlichkeiten des Nederlands Dans Theaters für zeitgenössische Avantgarde.

Tessarini erforscht mit seinen Tänzern aus dem Umfeld des Nederlands Dans Theaters die metaphorische Bedeutung von Gift, das Gedanken trübt, die Sinne täuscht, Arglist sät, Freundschaften zerstört, Kriege auslöst – und manchmal, richtig dosiert, auch heilen kann. Ein zeitgenössischer Abend mit jungen Talenten und kraftvollen Künstlerpersönlichkeiten.

Aufführungen vom 14. 15.  16. bis 17. Juli 2022, Anfang 21.30 Uhr

Der französische Choreograph Sébastien Bertaud und die Solisten der Pariser Oper widmen sich der Unendlichkeit des Universums, der Komplexität allen Seins, dem Rausch des Unergründlichen, dem Kosmos, der alles Leben trägt. Ein bewegender Tanzabend mit den wunderbaren Künstlern der wohl berühmtesten und ältesten Ballettkompanie der Welt.

Aufführungen vom 21. bis  24. Juli 2022, Anfang 21.30 Uhr

Weitere Informationen: www.origen.ch

Olladunum und Olten

Der Name «Oltun» wird 1201 erstmals schriftlich fassbar und ist zurückzuführen auf «Ollodunum» oder «Olladunum». Bereits rund tausend Jahre v. Chr. bestand ein befestigter Platz (ein dunum) an einem Fluss, der zu jener Zeit Olla geheissen haben dürfte. Durch zahlreiche Grabungsfunde ist der Nachweis erbracht, dass in Olten schon zur Römerzeit eine ziemlich bedeutende Siedlung bestanden haben muss. 

 

 

Die Alte Brücke wurde erstmals 1275 erwähnt. Es gab schon in der Römerzeit ein Kastell zum Schutz dieses Flussübergangs. Im Laufe der Jahrhunderte ist sie mehrmals abgebrannt, durch Hochwasser oder Eisgang beschädigt oder weggerissen, letztmals anlässlich der französischen Invasion im Jahr 1798. Die heutige Brücke stammt aus 1803.

 

Olten (Kanton Solothurn) liegt an der Aare und zählt zu den acht Kleinstädten, deren Gründung dem Grafen von Frohburg zugeschrieben wird. Diese Dynastie lebte vom 10. bis ins 14. Jahrhundert. Sie zählte zu den mächtigsten Grundbesitzern und Landesherren in der Nordwestschweiz. 

 

Die ehemaligen Herrschaftsgebiete liegen heute in den Kantonen Solothurn, Bern, Aargau, Luzern und Basel-Landschaft. Das alte Stadtschloss Zielemp war der Sitz der Frohburgischen Stadtvögte.

Toulouse, Der König von Olten. Foto: TES

Basel besass die Herrschaftsrechte bis 1532. In diesem Jahr erwarb Solothurn die Herrschaftsrechte über die Stadt.

Olten wurde im 16. Jahrhundert zu einem regionalen Zentrum der Verlagswirtschaft und ab 1786 Tagungsort der Helvetischen Gesellschaft. In der 1762 gegründeten Helvetischen Gesellschaft versammelten sich die aufklärerisch gesinnten Kräfte der Schweiz des 18. Jahrhunderts. 

 

Olten wurde bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Knotenpunkt der bedeutendsten schweizerischen Eisenbahnlinien. Die Bedeutung Oltens als Eisenbahnknotenpunkt war auch Anlass für eine grosse wirtschaftliche und bevölkerungsmässige Entwicklung. 

 

Station Olten, c. 1900. Bron: Wikiwand