Mittels eines auf vier Standorte verteilten Dispositivs und eines Begleitprogramms lädt die Ausstellung (Des étoiles aux atomes) dazu ein, die verschiedenen Arten zu erkunden, wie die Zeit beobachtet, gemessen, aufgezeichnet und verbreitet wurde – von astronomischen Praktiken bis hin zu zeitgenössischen Atomtechnologien.
Entlang dieses chronologischen und thematischen Fadens beleuchtet die Ausstellung die engen Verbindungen zwischen der Beobachtung des Himmels und den Atomen, zwischen wissenschaftlichen Messgeräten und der Entwicklung präziser Zeitmessung sowie zwischen der gemessenen Zeit und ihren sozialen und wissenschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten. Das Projekt wird vom Verein Automates & Merveilles getragen.
Als kohärentes Ganzes konzipiert, gliedert sich die Ausstellung in vier eigenständige Teile, die jeweils die Zeitmessung aus eigener Perspektive betrachten. Wer die vier Standorte besucht, kann diese Ansätze miteinander verbinden und nachvollziehen, wie die Zeit im Lauf der Jahrhunderte beobachtet, gemessen und weitergegeben wurde – vom Himmel bis zu den präzisesten Instrumenten.
Sie beleuchtet die Entstehung einer Präzisionskultur im Neuenburger Jura sowie die Rolle der Sternwarte bei der Zertifizierung von Uhrmacherei-Produkten und der Organisation von Chronometrie-Wettbewerben. Diese Aufgaben werden in einen grösseren historischen Zusammenhang eingebettet.
Die Ausstellung bietet einen chronologischen und thematischen Überblick über die Geschichte der Präzisionsuhrmacherei und zeigt, wie sich diese an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlichen Herausforderungen, wirtschaftlichen Interessen und institutionellen Entscheidungen entwickelt hat.
Sie beginnt mit den Ursprüngen dieser Präzisionskultur, die seit dem 18. Jahrhundert durch die Suche nach der Längengradbestimmung auf See geprägt wurde. Die Anforderungen der Hochseeschifffahrt trieben damals die Entwicklung der Marinemesstechnik voran und spornten die Uhrmacher des Jurabogens an, insbesondere jene in den Neuenburger Jurahöhen, ihre Instrumente zu perfektionieren.
Schliesslich wendet sich der Rundgang den zeitgenössischen Entwicklungen zu. Das Ende der Wettbewerbe an der Sternwarte bedeutet nicht das Verschwinden des Anspruchs auf Präzision, sondern dessen Transformation. Dieser findet heute seine Fortsetzung in Institutionen wie der Offiziellen Schweizer Chronometer-Kontrolle und dem METAS, die das Neuenburger Erbe in aktuelle Standards und in erneuerte Perspektiven der Zeitmessung einliessen lassen.
Die vier Standorte der Ausstellung sind: Musée international d’horlogerie in La Chaux-de-Fonds, Musée d’horlogerie du Locle — Château des Monts, Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel und l’Observatoire cantonal de Neuchâtel.
(Quelle und weitere Informationen: l’Association Automates & Merveilles)
