Die Fondation Beyeler widmet Paul Cézanne (1839–1906) eine Einzelausstellung. Dieser Pionier der modernen Kunst bedeutete nicht nur für Rainer Maria Rilke (1875–1926) eine neue Welt der Kunst, sondern auch Pablo Picasso (1881–1973) bezeichnete Cézanne als „Der Vater von uns allen“.
Von dem von der Antike geprägten Körperideal befreite er sich ebenso wie von der seit der Renaissance massgeblichen Zentralperspektive. Er revolutionierte die Malerei, indem er ihre Strukturen offenlegte.

Anhand von 58 Ölgemälden und 21 Aquarellen aus institutionellen und privaten Sammlungen konzentriert sich die Ausstellung auf die letzte und bedeutendste Phase seines Schaffens. Zeitlich setzt die Ausstellung in der Mitte der 1880er-Jahre ein. Damals hatte er sich von der Auseinandersetzung mit dem Impressionismus emanzipiert und zu dem Stil gefunden, der ihn zu einer Schlüsselfigur der Moderne macht.

Paul Cézanne, Die Kartenspieler, 1892–1896. Collection: The Courtauld, London. Samuel Courtauld Trust.
Zu sehen sind (Selbst-)Porträts, Aquarelle, Szenen mit Figuren wie Kartenspielern und Badenden, Stillleben, Sehnsuchtslandschaften aus der Provence und sein Lieblingsberg, die Montagne Sainte-Victoire, die der Künstler in immer neuen Ansichten darstellte.

Atelier des Lauves, letztes Atelier van Cézanne in Aix-en-Provence.
Atelier
In seinem Atelier brachte er mit meisterhaftem Gespür Licht, Farbe und Form in ein kraftvolles Spannungsfeld. Er gestaltete Bilder, die Generationen von Künstlern und Künstlerinnen bis heute inspirieren. Die Ausstellung macht anschaulich, wie er die Malerei veränderte.
Die Ausstellung zeigt, wie er die Strukturen seiner Bilder sichtbar macht und damit die Betrachtenden einlädt, sich mit seinem Malprozess auseinanderzusetzen und an ihm teilzunehmen.

Angeregt davon, wird den Besuchenden am Ende des Ausstellungsrundgangs die Gelegenheit geboten, die von Cézanne geprägte Aquarelltechnik selbst zu erproben. Die Einrichtung eines Ateliers im Museumsraum zielt darauf ab, das vom Künstler entwickelte Verfahren nicht nur visuell, sondern auch praktisch erlebbar zu machen.
