Agostino Carracci (1557–1602) und Hendrick Goltzius (1558–1617) waren die tonangebenden Kupferstecher des späten 16. Jahrhunderts, der eine in Italien, der andere in den Niederlanden.
Neben dem Erfolg, den sie als Kupferstecher hatten, laden noch weitere Parallelen zu einer Gegenüberstellung ein: Beide waren literarisch und kunsttheoretisch interessiert und gründeten in ihrer Heimat eine Akademie.

Unabhängig voneinander entdeckten Carracci und Goltzius das illusionistische Potential an- und abschwellender Linien.

Durch die Weiterentwicklung dieser technischen Innovation legten sie die Grundlage für den Kupferstich des Barockzeitalters.
Die Ausstellung zeichnet ihre parallelen Lebenslinien nach und fragt nach Berührungspunkten.

Das gesamte thematische Spektrum ihrer Werke wird präsentiert, das von Bildern der Andacht über Porträts bis hin zu erotischen Darstellungen reicht.