Schiers, die Salginatobelbrücke. Foto/Photo: TES

Schiers, Habsburg, Zehngerichtebund und die Salginatobelbrücke

Urkundlich erscheint Schiers (Kanton Graubünden) erstmals im Jahre 1122 unter der Bezeichnung Assiere, einer Verdeutschung des romanischen Namens Aschera für Schiers, der heute noch im romanischsprachigen Teil des Kantons bekannt ist (Aschera = Ahorn).

Die romanische Sprache verschwand sukzessive, einmal aufgrund der Einwanderung deutschsprachiger Walser, die sich auch hier in den oberen Lagen angesiedelt hatten, und weil sich der deutschsprachige Einfluss im Vorderprättigau auch vom Rheintal her auswirkte.

Zudem bedienten sich die Feudalherren und das Domkapitel Chur in ihren Urkunden und im Umgang mit den Lehensleuten fast ausnahmslos der deutschen Sprache. Im 16. Jahrhundert war die romanische Sprache in Schiers verschwunden.

Die Geschichte von Schiers fällt auch mit derjenigen des Zehngerichtsbundes zusammen und ist von den Auseinandersetzungen mit dem Hause Habsburg gekennzeichnet. Zusammen mit dem Oberen oder Grauen Bund und dem Gotteshausbund bildete der Zehngerichtebund 1524 den Freistaat der Drei Bünde als Vorgänger des Kantons Graubünden.

Schiers verfügte eine Zeitlang nebst dem Hochgericht noch über ein Kapitelgericht, dem die Lehensleute des in dieser Gegend stark begüterten Domkapitels Chur unterstanden.

Die sich über die Jahre hinausziehenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Habsburgern fanden ein Ende, nachdem sich die Gerichte im Jahre 1649 von Österreich losgekauft hatten.

Der Stahlbetonpionier Robert Maillart (1872–1940). Seine Unternehmung erstellte auch Bauwerke in Spanien, Italien, Frankreich, Finnland, Ägypten und Russland.

 Die Salginatobelbrücke

Die Salginatobelbrücke ist ein Höhepunkt in der Geschichte des Brückenbaus. Seit ihrer Fertigstellung 1930 übt sie als hervorragende Ingenieurleistung und als modernes Kunstwerk eine magische Ausstrahlung auf Fachleute und Künstler aus.

1991 erkürte die American Society of Civil Engineers diese aussergewöhnliche Brücke zu einem «world monument». Insgesamt 50 Bauwerke bilden heute den kleinen Kreis der bedeutendsten Ingenieurschöpfungen, unter anderen so bekannte wie der Eiffelturm in Paris, die Freiheitsstatue in New York, die Inkastadt Machu Picchu in Peru, die endlosen Ifugao-Reisterrassen auf den Nordphilippinen, die Hagia Sophia Moschee in Istanbul, der Alaska-Highway oder der Panamakanal.

1999 wählte die renommierte britische Fachzeitschrift «Bridge – design & engineering» die Salginatobelbrücke zur schönsten Brücke des 20. Jahrhunderts.

Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat