Estavayer-le-Lac im Laufe der Geschichte
13 Mai 2026
Estavayer-le-Lac entstand im 12. Jahrhundert als Residenz der Herren von Estavayer. Die Stadt liegt am Neuenburgersee, und auch dieser Ort war bereits in der Stein- und Bronzezeit besiedelt. Pfahlbaudörfer aus dem 9. Jahrhundert kamen hier ebenfalls zum Vorschein, nachdem der Wasserstand in den Jahren 1868–1891 gesenkt worden war.

Kelten aus der Hallstatt- und der Latène-Zeit haben hochwertige Eisenarbeiten hinterlassen. In der Römerzeit war es ein Hafenort namens Staviolum, bewohnt von den Helvetiern, und ein Handelsposten auf dem Weg nach Aventicum (Avenchues). Die Motte-Châtel war damals der bewohnte Teil.

La tour de Jaquemart (1443)
Nach dem Abzug der Römer gehörte der Ort zum Burgundischen Reich (436–554), zum Merowinger- und Karolingerreich (534–888) sowie zum Zweiten Burgundischen Reich (888–1032), wobei das nahegelegene Payerne als wichtiges Verwaltungs- und Religionszentrum fungierte.
Im Heiligen Römischen Reich waren nach 1032 die Herren von Estavayer und der Bischof von Lausanne die wichtigsten Machthaber in Estavayer. Weitere Anspruchsteller waren die Herren von Grandson und die Grafen von Neuchâtel.



Das Schloss Chenaux (1285)
Im Jahr 1156 taucht der Ort unter dem Namen Stavaiel und später Estavaier auf. Der deutschsprachige Name lautete „Stäffis am See“. Die Herren von Estavayer errichteten innerhalb der Stadtmauern drei Burgen (Motte-Châtel, Chenaux und Savoie), die ihr mittelalterliches Aussehen und ihre Bauweise teilweise oder weitgehend bis heute bewahrt haben.

Der Turm de Lombardie (1474) und der Turm de Savoyen (1316) des ehemaligen Schlosses Savoyen (rechts).
Ein bedeutendes Ereignis war die Annäherung an die Grafen von Savoyen im Jahr 1244. Von diesem Zeitpunkt an gehörte Estavayer zum savoyischen Waadtland. Isabelle de Chalon, Dame de Vaud und eine Nachfahrin der Savoyer, erwarb die Stadt zudem im Jahr 1349.




Das Dominikanerkloster (1316)
Die Stadt war ein Verwaltungszentrum im savoyischen Waadtland (Vertreter nahmen an den Versammlungen der États de Vaud in Moudon teil). Die Verbindung zu Savoyen hatte während der Burgunderkriege (1474–1477) erhebliche Auswirkungen. Bern und Freiburg eroberten und plünderten die Stadt im Jahr 1475 (Savoyen war ein Verbündeter des Herzogs von Burgund). Von diesem Zeitpunkt an wird die Stadt vom katholischen Kanton Freiburg verwaltet.
Der katholische Charakter ist daher noch immer allgegenwärtig. Das 1316 gegründete Dominikanerinnenkloster (le couvent de dominicaines) existiert noch immer, die Jesuiten sind jedoch im 19. Jahrhundert aus der Stadt verschwunden (verbannt worden). Die Stiftskirche (Collégiale) Saint-Laurent erstrahlt noch immer in voller Pracht und ist unter anderem die letzte Ruhestätte Humberts von Savoyen (1377-1433).






Collégiale Saint-Laurent
Eindrücke aus Estavayer-le-Lac


Schloss Chenaux

Hôtel de Ville


Die Place de Moudon war Teil jener Castrum und des angrenzenden Viertels Motte-Châtel und das Maison de Tir (1547). Die Linde wurde im 16. Jahrhundert gepflanzt!

Maison des Sires (14. Jahrhundert) bei la Motte-Châtel




