Avers. Foto/Photo: TES

Eine kurze Geschichte von Avers

Die erste urkundliche Erwähnung von Avers (Kanton Graubünden) findet sich in einem Eintrag im Statutenbuch der Stadtgemeinde Como vom Jahr 1289 im Zusammenhang mit der Ansiedlung von Walliser Söldnern im Hochtal Avers.

Der untere Talabschnitt (Campsut, Campsur, Cröt und Platta) war im 10. Jahrhundert bereits von Romanen besiedelt, während dem das Obertal zwischen Cresta und Juf nur als extensives Alpgebiet diente. Einen Hinweis auf diese Besiedlung geben heute noch die zahlreichen romanischen Flurnamen.

Avers gehörte bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts zumindest teilweise zur Grafschaft Scham. Die Gerichtsgemeinde Avers hat 1396 ein eigenes Siegel.  Dies zeigt einen springenden Steinbock, womit auf die Zugehörigkeit zum Gotteshausbund hingewiesen wird.

Zwischen 1520 und 1525 traten die Einwohner des Tals  zur Reformation über und vertraten während der Zeit der Bündner Wirren (1619-1639) die französisch-venezianischen Parteiinteressen.

Vor dem Bau der Kantonsstrasse von der Abzweigung der Splügenstrasse in der „Roffla“ nach Avers-Cresta in den Jahren 1890-1895 bestand zwischen dem Schams und Avers nur ein mangelhafter Saumweg.

In den Jahren 1958 bis 1962 erfolgte der Bau der Staumauer und der Kraftwerkanlagen im Val di Lei, verbunden mit dem Ausbau der Averserstrasse bis nach Avers-Juf zu einer wintersicheren Verbindung.

Avers-Juf

Durch diese verbesserte Erschliessung blühte auch der Tourismus auf. Als Folge der Abgeschiedenheit blieb das Avers seit dem 14. Jahrhundert vor Kriegszügen und Verwüstungen verschont und die kulturhistorisch wertvolle, zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurückgehende Bausubstanz sowie die ursprünglichen Siedlungsstrukturen sind weitgehend erhalten geblieben.

Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat