Die Schweiz auf der Tabula Peutingeriana Ein Ausschnitt der Tabula Peutingeriana Konrad Millers (1844-19330. Version von 1887. Bild/Image: Wikipedia

Die Schweiz auf der Tabula Peutingeriana

Die Peutingerkarte (Tabula Peutingeriana) ist eine Kopie einer römischen Strassenkarte, auf der die wichtigsten Strassen und Orte des Römischen Reiches dargestellt sind, gewissermassen eine antike Version einer digitalen Landkarte.

Das Original wurde um 12.- 7. v. Chr. auf dem Porticus Vipsania oder dem Porticus Agrippae in Rom eingraviert. Kaiser Augustus hatte in den Jahren zuvor weitere Gebiete erobert, darunter auch das Gebiet der heutigen Schweiz. Das Römische Reich erstreckte sich über 8.000 Kilometer von Westen nach Osten, was damals etwa 300 Tagesmärschen zu Fuss entsprach.

Diese Routendarstellung diente nicht nur der Propaganda, sondern war zugleich eine Wegbeschreibung für Kaufleute, Armeen, Händler, Diplomaten, Politiker und andere Reisende. Wahrscheinlich war diese Karte in kleinerem Massstab auch auf Pergament verfügbar, doch darüber ist weder etwas bekannt noch erhalten geblieben.

De cursus publicus

Die Römer waren Städte-, Strassen- und Brückenbauer und hatten sogar einen gut funktionierenden Postdienst eingerichtet, den cursus publicus. Aus diesem Grund verzeichnet die Karte auch Halte- und Raststationen entlang des cursus publicus. Sie alle waren auf klare Routenbeschreibungen angewiesen, und diese Karte bildete dafür die Grundlage.

Die Karte gibt ausserdem Entfernungen in römischen Meilen an (1.482 Meter). Darüber hinaus zeigt sie Flüsse, Meere, Ozeane, Inseln, Seen, Gebirgsketten, Wälder, bedeutende Bauwerke, Gebirgspässe, Brücken und Häfen. Die drei wichtigsten Städte des Reiches, Rom, Konstantinopel und Antiochia, sind zudem besonders gekennzeichnet. Kurz gesagt handelt es sich um ein römisches Wunderwerk der Kartografie, auch wenn die Karte heute aufgrund der fehlenden geografischen Proportionen und Orientierung nur schwer zu lesen ist.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass ihre Angaben für die Lokalisierung der wichtigsten Orte des Römischen Reiches von grossem Wert sind. Die Karte zeigt 37 Orte auf dem Gebiet der heutigen Schweiz oder unmittelbar jenseits ihrer Grenzen, darunter Augst/Kaiseraugst, Nyon, Genf, Windisch, Arbon, Bad Zurzach, Avenches, Chur, Yverdon-les-Bains, Martigny, Moudon, den Grossen St. Bernhardpass, Solothurn, den Rhein, die Rhone, den Genfersee, den Bodensee und den Lago Maggiore.

Wie dem auch sei, das Original in Rom ist nicht erhalten geblieben. Nach einer verlorengegangenen Kopie auf Papier oder Pergament fertigten Mönche aus Colmar im 12. Jahrhundert eine Abschrift auf zwölf Blättern an.

Elf dieser Blätter sind erhalten geblieben und befinden sich im Besitz der Nationalbibliothek in Wien. Zusammen sind diese Blätter 6,82 Meter lang und 34 Zentimeter hoch. Die Karte trägt den Namen ihres letzten Besitzers, Konrad Peutinger (1454–1547). Seit 2007 ist dieses Dokument in das Weltdokumentenerbe der UNESCO eingetragen.

(Quelle und weitere Informationen: Österreichische Nationalbibliothek)