Die Burg Schenkenberg, Bern und Kanton Aargau
13 Oktober 2026
Die Burg Schenkenberg (Kanton Aargau) war vom 13. bis ins 15. Jahrhundert Sitz verschiedener Adelsfamilien. Von 1460 bis zu ihrer Aufgabe im Jahr 1720 diente sie als bernischer Landvogteisitz. Auf dem höchsten Punkt des Areals lag die Kernburg.

Sie bestand aus dem Hauptturm, der Schildmauer (siehe auch die Farnsburg) sowie dem Palas. Im Westen befand sich die Unterburg mit den Ökonomiebauten (Kornhaus, Stallungen, Bäckerei, Räucherkammer und Wasserversorgung) und der Toranlage. Der Zugang zur Kernburg führte über eine lange Treppe in den Palas. Die Burg war flankiert von Rundtürmen. Im Süden lag der umwehrte Burggarten und ein Burggraben schützte die gegen Osten.

I. Wernli, Bild im Restaurant Schenkenberg in Thalheim
Geschichte
Die Burg Schenkenberg wurde in der 1. Hälfte des 13. Jahrhundert gegründet. Im Jahre 1243 erwähnt eine Urkunde den „dominus H. de Schenkenberc“. Er war vermutlich ein Dienstmann der Grafen von Habsburg. Danach gehörte sie bis Mitte des 14. Jahrhunderts den Herren von Schönau.

Die Burg gelangte 1451 an die Herren von Baldegg. Die Berner, die seit 1415 den Aargau beherrschten, besetzten 1460 auch diese Burg. Sie war anschliessend Landvogteisitz bis 1720. Es residierten etwa 50 Landvögte auf Schenkenberg, Im Jahre 1720 wurde die Burg aufgrund ihrer Baufälligkeit aufgegeben und die Landvogtei auf das Schloss Wildenstein verlegt.

Thalheim
Das Dorf Thalheim (Kanton Aargau) liegt am Fuss der Burg im Schenkenbergtal, einem Teil des Juraparks Aargau. Das Dorf wurde 1064 erstmals urkundlich erwähnt. Alemannische Gräber zeigen, dass das Gebiet schon viel früher besiedelt war.

Dank dem Weinbau gedieh das Dorf bis zum 17. Jahrhundert zur zweitgrössten Gemeinde des Bezirks Brugg. Die Landwirtschaft und der Rebbau haben heute viel von ihrer Bedeutung eingebüsst, doch es gibt noch immer mehr als 30 haupt- oder nebenberufliche Landwirte.

Die Kirche und das Pfarrhaus
Mit dem Berner Wappen an seiner Fassade beherrscht das Pfarrhaus den Dorfplatz. Es wurde 1731 errichtet. Die Kirche, die dem heiligen Petrus geweiht ist, war ursprünglich romanisch geprägt.

Sie wurde im 14. und 15. Jahrhundert renoviert. 1543, nach der Reformation, wurde sie erweitert und wieder erneuert. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1675.


