Die Dauerausstellung «Noblesse oblige! Leben auf dem Schloss im 18. Jahrhundert» lädt die Besuchenden mit einer lebendigen Ausstellungsgestaltung ein, in den Alltag einer Waadtländer Adelsfamilie des 18. Jahrhunderts einzutauchen.
Die ehemaligen Prunkräume des Château de Prangins, die einen Salon, Speisesäle und ein Bibliothekszimmer umfassen, erstrahlen im einstigen Glanz und bilden den Rahmen der Ausstellung. Holztäfelungen in Originalfarben, Textilien mit raffinierten Mustern und Wände mit falschem Marmor dienen als Dekoration für 600 Objekte des 18. Jahrhunderts.
Die Ausstellung inszeniert das Alltagsleben einer Waadtländer Adelsfamilie Ende des Ancien Régime und ermöglicht, am Leben eines Barons teilzuhaben. Neun Räume sind je einem Thema gewidmet.
Das Theater des Schlosses Hauteville aus dem Jahr 1777, das erhalten geblieben ist und in Prangins ausgestellt wird, ist ein auf europäischer Ebene sehr seltenes Ensemble.
Im 18. Jahrhundert war das Theater auf dem gesamten Kontinent eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung der Aristokratie. Die hugenottische Familie Cannac, die ursprünglich aus Lyon stammte und sich in Saint-Légier-La Chiésaz am Ufer des Genfer Sees niedergelassen hatte, brachte die Mode des Gesellschaftstheaters aus Frankreich mit.
Im Jahr 1777 beauftragte Pierre-Philippe de Cannac den Lyoner Maler Joseph Audibert mit der Anfertigung von vier Theaterkulissen für das Schloss Hauteville. Die vier Szenen zeigen eine Küche, ein Wohnzimmer, einen Wald mit Ruinen und einen französischen Garten. Dort wurden Stücke von Marivaux (1688-1763), Molière (1622-1673) sowie lokaler Autoren aufgeführt.
Die Bewohner des Schlosses Hauteville, in der Nähe von Vevey, führten die Tradition des Gesellschaftstheaters mit Unterbrechungen bis in die 1920er Jahre fort.
Die zwanzig Rahmen, die auf beiden Seiten von Joseph Audibert, einem Meister der Trompe-l’œil-Malerei, bemalt wurden, stellen einen französischen Garten, einen malerischen Wald, einen bürgerlichen Salon und ein rustikales Schlafzimmer dar.
Nach einer sorgfältigen Restaurierung haben die Stücke einen Platz in der Dauerausstellung ‚Décors. Meisterwerke aus der Sammlung‚ gefunden. Dank einer einzigartigen Multimedia-Installation und einer Theaterkulisse kann das Publikum Ausschnitte aus Le médecin suisse allemand, einer Komödie aus dem 18. Jahrhundert, gespielt vom Théâtre de Carouge, sehen.
(Quelle: Der Schweizerische Verband für Konservierung und Restaurierung SKR)
