Schweizer Rhythmus in Fleurier
13 Februar 2021
Das Val-de-Travers im Neuenburger Jura bildet eine Ost-West-Verbindung. Das Tal war immer eine wichtige Verbindung in den Handelsströmen von Franche-Comté bis ins Schweizer Mittelland.
Seit dem achtzehnten Jahrhundert ist das Tal zu einem Industriegebiet für Textilien, Asphalt, Absinthgetränke und vor allem Uhren geworden. Das Herz des Tals schlägt noch heute im Rhythmus der Uhrmacher, besonders in Fleurier, einem mittelalterlichen Dorf.
Die erste Erwähnung von Fleurier stammt aus dem Jahr 1284. Das Dorf wurde ab dem 14. Jahrhundert zuerst von den Herren von Vautravers und dann von den Grafen von Neuenburg verwaltet.
1730 führte David Vaucher (1712-1786) die erste Uhrenindustrie in Fleurier ein, 1800 gab es bereits 200 Uhrmacher.
Edouard Bovet (1797-1849), ein junger Uhrmacher aus Fleurier, öffnete 1818 den Uhrmachern von Fleurier die Türen des chinesischen Reiches.
Der chinesische Markt war ein grosser Schub und viele Uhrmacher waren aktiv, um nur den chinesischen Markt zu beliefern.
Im Jahr 1900 waren in Fleurier mehr als 2.000 Menschen in diesem Sektor beschäftigt, und die Bevölkerung war von 800 im Jahr 1800 auf mehr als 3.300 um 1900 gewachsen
Nach den Krisen der Napoleonischen Kriege (1800-1813), der Zwischenkriegszeit (1918-1939), den Weltkriegen (1914-1945) und vor allem nach 1970 (nach der Erscheinung der japanischen und amerikanischen Quarzuhren und der Ölkrise) zeigte die Uhrmacherei des Dorfes (und der Schweiz) eine grosse Solidarität, Entschlossenheit und eine beeindruckende Innovationskraft.
Die Erschliessung neuer Märkte und das Genie einiger Unternehmer sorgte dafür, dass sich das Dorf (und die Schweizer Uhrenindustrie) rasch erholen konnte.
