Der Lai da Marmorera
4 Dezember 2022
Der Lai da Marmorera (Murmarera im rätoromanischen, surmirischen Idiom) oder der Marmorerasee ist ein Stausee. Er wurde 1954 nach dem Bau des Staudamms angelegt. Der Stausee liegt zwischen den Dörfern Mulegns und Bivio an der Julierpassstrasse (Pass digl Gelgia) auf 1680 m Höhe.
Der Stausee wird hauptsächlich von der Julia, der Namensgeberin des Julierpasses, gefüllt. Der Stausee, der vom Elektrizitätswerk Zürich (EWZ) betrieben wird, ist rund 1,4 km lang und bis zu 700 m breit.
Das EWZ besitzt 16 Wasserkraftwerke in Graubünden und drei an der Limmat (in den Kantonen Zürich und Aargau). Im Gegensatz zu Staudämmen und deren Anlagen in Flüssen, die kontinuierlich Strom liefern, können Speicherkraftwerke flexibel eingesetzt werden.

Marmorera
Sie halten das Wasser zurück und ermöglichen die Nutzung der Turbinen nach Bedarf. Das bedeutet, dass die Wasserkraft auch dann zur Verfügung steht, wenn die Sonne weniger scheint oder die Windturbinen nicht in Betrieb sind.
Auf der Ostseite des Stausees führt die Strasse zum Julierpass. Etwa auf halber Strecke zum See liegt das Dorf Marmorera, das 1960 wieder aufgebaut wurde. Das alte Dorf wurde 1954 von dem Stausee verschluckt. Der See ist bei Tauchern beliebt, denn die Überreste des alten Dorfes Marmorera und seiner Kirche von 1522 sind ein Mekka für archäologische Forschungen.

Eine mehr als tausendjährige Geschichte des Dorfes ging 1954 zu Ende. Die erste Erwähnung erfolgte im Jahr 831 unter dem Namen „Marmoraria“. Bis zum 16. Jahrhundert waren seine Besitzer die Herren von Marmels.
Heute bildet das neue Marmorera zusammen mit anderen Dörfern, darunter Bivio (Beiva), die Gemeinde Surses.
Korrektorin: Petra Ehrismann



