Diemtigen, toskanische Säulen, Wakkerpreis, Häuser, Landwirtschaft und Naturpark

Die meisten Dörfer in der Schweiz bieten eine oder mehrere historische, kulturelle, architektonische oder natürliche Attraktionen. Diemtigen (Kanton Bern) hat alle vier.

Der Name Diemtigen ist abgeleitet von „Thenno“, „Thietmar“ oder „Diemo“, einem alemannischen Namen. In einer Urkunde von 1257 wird das Dorf als Eigentum des Bischofs von Sitten erwähnt, der die Burg (castrum) von Diemtigen in jenem Jahr an den Grafen von Kyburg übertrug. Bern erwarb die Region und das Dorf im Jahr 1439.

Die an das Simmental angrenzende Gemeinde Diemtigen besteht heute aus den Dörfern Oey (Verwaltungszentrum), Diemtigen, Bächlen, Horben, Riedern, Entschwil, Zwischenflüh und Schwenden.

Oey und der Chirel

Das Dorf ist der Namensgeber des Diemtigtals, eines wunderschönen Naturparks mit Blick auf die Alpen, zumindest, wenn sie sich nicht wie die griechischen Götter gelegentlich hinter einem Nebelschleier verstecken. Das Tal grenzt an das Simmental.

Dieser griechische Einfluss zeigt sich unter anderem in den toskanischen Säulen eines Wohnhauses, vielleicht die einzigen toskanische Ordnung Holzsäulen der Welt. Auf jeden Fall zeigt auch dieses Haus jahrhundertealtes Fachwerk.

Nicht umsonst wurde diesem Dorf 1986 der Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes verliehen. Die monumentalen Holzhäuser und Bauernhöfe sind das Ergebnis einer jahrhundertealten Simmentaler Baukultur, Holzverarbeitung, Handwerkskunst und Heimatpflege.

Die Niklauskapelle

Die Niklauskapelle hat romanische Fundamente aus der Zeit um das Jahr 1000. Im Jahr 1314 erscheint die Kirche in Urkunden. Um 1490 wurde die Kirche im gotischen Stil renoviert, 1527 erfolgte die Reformation. Die letzte (barocke) Erneuerung fand im 17. Jahrhundert statt. Paul Zehnder (1884-1973) malte 1915-1917 die Wandmalereien im Jugendstil.

Nationalpark, Land- und Forstwirtschaft

Die Gemeinde Diemtigen (130 km2) liegt mitten im Nationalpark und verfügt mit 100 bewirtschafteten Alpen über eine der grössten landwirtschaftlichen Nutzflächen des Landes.

Von besonderer Bedeutung in dieser Landschaft ist auch das 600 Hektar grosse Waldreservat. Wie vielerorts in der teilweise dicht besiedelten Schweiz gehen auch im Diemtigtal Naturschutz, Pflege und Respekt vor Flora und Fauna, Tourismus und wirtschaftliche Nutzung Hand in Hand.

Der Schweizer Alpen-Club

Der Schweizer Alpen-Club (SAC/Club Alpin Suisse, CAS) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land). Obwohl der Name etwas anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur Skitouren, Bergsteigen und andere Sportarten im Hochgebirge und in den Alpen, sondern auch Wanderungen und weitere Aktivitäten in anderen Regionen.

(Quelle und weitere Informationen: Gemeinde Diemtigen)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

 Eindrücke aus dem nebligen Diemtigtal