Saline de Bex. Photo/Foto: TES

Die Welt des Schweizer weissen Goldes und die drei Schweizer Salinen

Die Schweiz verfügt nicht über viele Rohstoffe. Kohle, Öl oder seltene Metalle fehlen im Boden. Stattdessen hat sie genug Baumaterial, zum Beispiel zahlreiche Steinarten, Holz, „weisse Energie“ sowie Zutaten für Zement und Beton. Dies sind bekannte Beispiele.

Viel weniger bekannt ist das Salz, jahrhundertelang bekannt als das „weisse Gold“. Nicht nur für die Konservierung und Zubereitung von Lebensmitteln, sondern auch für die Käseproduktion und Tierfutter ist Salz unverzichtbar.

Bild: Saline Schweizerhalle

Bis zum 15. Jahrhundert musste die Alte Eidgenossenschaft Salz aus Frankreich und Österreich (Salzburg) importieren. Schaffhausen war jahrhundertelang ein wichtiger Umschlagplatz für dieses Salz.

Saline de Bex

Wer Schafe sieht, denkt nicht sofort an Salz. Doch im 15. Jahrhundert waren Schafe die ersten Entdecker von Salz dort, was heute die Saline Bex heisst. Dem Hirten fiel auf, dass sie immer aus derselben Quelle tranken, wegen des hohen Salzgehalts. Dieses Salz stammt von Ozeanen, die vor 200 Millionen Jahren auch die Schweiz bedeckten.

Bild: Saline de Bex

Dann nahm die Salzgewinnung in der Saline de Bex ihren Lauf. Diese Geschichte wird nicht nur ausführlich im heutigen Freilicht- und Untergrundmuseum behandelt, sondern kann auch erlebt werden. Heute produziert die Mine noch etwa 30 Tonnen Salz pro Jahr, teils noch auf handwerkliche Weise, teils mit den modernsten Techniken.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden etwa 52 Kilometer Minengänge angelegt. Auch in der Mine fehlt der Zug nicht mit einer Strecke von mehreren Kilometern durch die Gänge, Galerien und verschiedene Ausstellungsräume.

Salz ist nicht nur für Schafe unverzichtbar, sondern auch für den Menschen. Es überrascht daher nicht, dass Bex im Land der Mineralquellen und Kurorte schnell zu Bex les Bains wurde.

Bex

Heute sind die Salzminen von Bex ein riesiges unterirdisches Labyrinth, von dem einige Kilometer für Besucher zugänglich sind. Das Salzmuseum („Die Salzkammer“) verfügt über 15 Säle und Galerien auf zwei Etagen, in denen die Welt des Salzes erkundet wird.

Wegen seiner konstanten Temperatur von 18 Grad Celsius eignet es sich auch gut zum Reifen von Käse, zum Konservieren von Wein – und wo könnte man Wurst besser konservieren als in einem Salzbergwerk?

 

Saline Schweizerhalle und Saline Ryburg

Bis 1837 hatte Bex das Monopol auf die Salzgewinnung in der Schweiz. Die Produktion reichte jedoch nicht für das ganze Land aus. 1837 begann auch die Salzgewinnung in der Saline Schweizerhalle bei Pratteln (Kanton Basel-Landschaft) und 1848 in der Saline Ryburg (Kanton Aargau).

Saline Schweizerhalle

Die Anlage in Riburg verfügt über einen der grössten Verdampfer Europas. Die Salzlagerhalle Saldome 2 ist die grösste kuppelförmige Holzkonstruktion der Schweiz. Das beeindruckende Hochregallager in Pratteln ist ebenfalls einen Besuch wert.

Saline Ryburg

Die Salzgewinnung in diesen Minen war technisch gesehen viel einfacher und billiger als in Bex. Heute produzieren diese Salinen etwa 600.000 Tonnen pro Jahr.Etwa die Hälfte dieser Produktion ist für die Eis- und Schneeräumung von Strassen bestimmt. Haushaltsgebrauch, die Lebensmittelindustrie und übrige Industrie, Medikamente, Reinigungsmittel sind andere Anwendungen.

Salzanwendungen und die Schweizer Strassen. Bild: Saline Schweizerhalle

Seit 2014 sind diese drei Salinen in den Schweizer Salinen vereint. Aktionäre sind die 26 Kantone und Liechtenstein. Das primäre Ziel ist die Sicherstellung der Salzversorgung für die Schweiz, was in unsicheren Zeiten kein überflüssiger Luxus ist. Diese drei Minen decken jedenfalls die Salzversorgung des Landes.

Saline de Bex und die Fahnen der drei Kantone der Schweizer Salinen/ Salines Suisses

Fazit

In diesem Konzept ist fraglich, ob die Europäische Union bei einem möglichen neuen Vertrag diesen Monopolisten akzeptieren wird, der die Position der SBB beeinträchtigen kann.

Das Salz wird es nicht kümmern, es hat seit 200 Millionen Jahren alle Zeit. Die drei Schweizer Salinen sind für die Öffentlichkeit zugänglich und zeigen auf beeindruckende Weise die Welt des „weissen Goldes“.

Salz als Molekül in Stein. Bild: Saline Schweizerhalle

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Eindrücke aus der Saline de Bex

   

Eindrücke aus der Saline Schweizerhalle

Eindrücke aus der Saline Ryburg