Der Basler Totentanz und der Mengele Totentanz von Tinguely
31 Januar 2019
Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Basels gehörte bis 1805 ein Wandbild, das einen lebensgrossen Totentanz darstellte. Es befand sich beim ehemaligen Dominikanerkloster an der Mauer des Laienfriedhofs.
Die Prozessionsartige Reihe von 37 Totentanzpaaren umfasste vom Papst zum Waldbruder, vom Kaiser bis zum Bettler alle Stände und Lebensalter der mittelalterlichen Welt. Jedes Paar wurde von einer Inschrift in Versform begleitet, in der der Tod den Todgeweihten ansprach.


Basel, Museum Kleines Klingental. Der Totentanz.
Eindrücklich sollte damit den Menschen die Allgegenwärtigkeit des Todes, die Vergänglichkeit des Lebens und die Gleichheit aller Menschen vor dem Tod ins Bewusstsein gerufen werden. Die Betrachter wurden damit zu Umkehr und Busse aufgefordert. Das Wandgemälde wurde während des in Basel stattfindenden Konzils (1431-1448) angefertigt.
Der Topograph Emanuel Büchel (1705–1775) malte 1773 den Basler Totentanz im Klingentalkloster Bild für Bild in einem Album. Der Totentanz hatte eine Länge von 60 Metern und eine Höhe von 2 Metern und symbolisierte die mittelalterliche Klassengesellschaft.



Emanuel Büchel, ganz oben „Tod mit Kaiser“, aus dem Klingentaler Wandmalereizyklus, Aquarell auf Papier. Kunstmuseum Basel/Martin P. Bühler, Kupferstichkabinett, Skb A 48 H. Foto: TES

Basel, Fresko in der Webergasse beim Klingentalmuseum
Am 5. und 6. August 1805 erreichte die Zerstörung religiöser Kulturgüter die Predigerkirche in Basel.

Johann Jakob II Schneider (1882–1889), die Predigerkirche und der Abbruch der Friedhofsmauer, nach Constantin Guise (1811–1858). Inv. 2004.199

Daniel Burckhardt-Wildt (1752-1819), Abbruch des Totentanzes, 5. August 1805. Inv. 1950.103. Sammlung: Historisches Museum Basel
Johann Rudolf Feyerabend (1779-1814) malte 1806 den Totentanz am Friedhof der Predigerkirche und stützte sich dabei auf frühere Kopien.
Gerettete Fragmente
Dank dem Handeln einiger Bürger wurden am 5. August 1805 23 Fragmente gerettet. 19 gelangten ins Historische Museum Basel.




Sammlung: Historisches Museum Basel
Vom Original sind nur wenige Fragmente erhalten. Sie sind im Historischen Museum am Barfüsserplatz in Basel zu sehen.
(Quelle und weitere Informationen: F. Egger, Basler Totentanz, Basel 2009; Historisches Museum Basel).

Der Basler Totentanz, Matthäus Merian (1593–1650), „Todten-Tanz, wie derselbe in der löblichen und weitberühmten Stadt Basel zu sehen ist“, um 1621. Sammlung: Historisches Museum Basel, inv. 1932.1162

Jean Tinguely, Mengele Totentanz, 1987. Sammlung: Tinguely Museum Basel
