Calvin in Amerika
30 Oktober 2020
Im November 1620 landeten die Passagiere und Besatzung der Mayflower an der Küste von Massachusetts und gründeten eine Siedlung. Unter ihnen waren Puritaner und Puritanerinnen, die den Ozean überquert hatten, um eine Gemeinschaft nach ihren Vorstellungen und Überzeugungen zu erschaffen.
Die Episode gilt als das Gründungsmoment der Vereinigten Staaten von Amerika. Der künftige Befreier und Hüter Europas im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert, war klar protestantisch und calvinistisch reformiert geprägt.
Die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika (1786) sollte auch Europa,einschliesslich die Schweiz im Jahr 1848, für immer verändern. An der Spitze der demokratischen Welt ist es heute jedoch einsam.
Diese verletzliche Demokratie mit ihrer brillanten Verfassung aus dem achtzehnten Jahrhundert macht Fehler, aber sie übernimmt immer Verantwortung, vielleicht inspiriert durch den calvinistischen Hintergrund.
Das Land ist die offenste Demokratie der Welt, in der alles, wenn nicht sogar zu viel, an die Öffentlichkeit dringt, (zu) oft durch Aktivisten und (mittelmässige) Journalisten, die nach Sensation und einer Periode von kurzer Berühmtheit suchen.
Dieses Vermächtnis und die Identität, die damit begründet wurde, greift das Internationale Museum der Reformation (Musée international du Réformation) in Genf in einer Ausstellung auf. Die Besucher können, dank virtueller Realität, auf dem Schiff mit den ersten reformierten Amerikanern mitreisen.
Sechzig Dokumente, Augenzeugenberichte, Statistiken und Objekte aus amerikanischen Museen und Bibliotheken, Leihgaben von Privatpersonen und Artefakte aus dem Fundus des Museums lassen ein Bild von der religiösen und protestantischen Identität der USA von 1620 bis heute entstehen.
Musikstücke aus der Zeit von 1773 bis heute zu hören, die alle einen religiösen Hintergrund haben: Chöre, Balladen, Blues und Jazz. Mit einer Komposition von Filmausschnitten wird gezeigt wie Religion auch als Kultur und Inspiration grosser Regisseure eine Rolle spielt. (Quelle und weitere Informationen: www.mir.ch).
