Alice Bailly (1872-1938), Dancing, 1923. Kollektion und Foto: Graphische Sammlung ETH Zürich

Bis weit ins 20.Jahrhundert hinein war die Druckgrafik für Künstler noch das Medium der Breitenwirkung. Die Druckgrafik fungierte als Spiegel der Malerei im Kleinformat, aber heute denkt kein  Künstler mehr an die Vervielfältigung seiner Ideen mittels Druckgrafik. Im Zeitalter der digitalen Welt ist das gedruckte Bild ein solitäres Werk geworden. Holzschnitt, Lithografie, Stich, Rädierung Techniken, Fotografie, Mischtechnieken und digitale Verfahren aller Art werden heute angewendet.

Im Fokus der Jubiläumsausstellung stehen die Wendepunkte in der Geschichte der Schweizerische Graphische Gesellschaft (SGG). Werke, mit denen Neuland betreten wurde und die durchaus zu Kontroversen führten. Von Emil Nolde etwa, der trotz vieler Gegenstimmen 1937 als erster Künstler ohne ausgeprägten Bezug zur Schweiz den Auftrag erhielt. Oder mit einem Werk von Meret Oppenheim, das den Begriff der Druckgraphik erweiterte und sich nicht mehr auf das Zweidimensionale reduzieren lässt. Solche Entscheidungen ermöglichten in den Folgejahren viele anregende Positionen. 100 Jahre Kunstförderung bedeutet auch 100 Jahre Vielfalt.