Ende des 18. Jahrhunderts setzt die touristische Entwicklung der heutigen Côte d’Azur ein mit der Reisebeschreibung von Tobias Smolletts ‘Travels through France and Italy‘. Darin schildert der englische Schriftsteller die Mittelmeerküste Frankreichs als ein Land, in dem das Licht heller als anderswo leuchtet, der Himmel gnädiger gestimmt ist und die Sonne öfter scheint.
Das milde Winterklima lockte bald darauf die Adligen aus Grossbritannien, aber auch aus Deutschland und Russland nach Nizza, das sich zusammen mit seinem Umland zur Riviera wandelte. Entlang der Küste entstanden mondäne Hotels und Villenviertel, Parks wurden angelegt, tropische Pflanzen akklimatisiert.
Die Ausstellung Tout est lumière in der Villa Flora des KunstMuseums Winterthur zeigt französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung lässt die Besucherinnen und Besucher in sonnendurchflutete Landschaften eintauchen. Sie vereint Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Pierre Bonnard, Henri Matisse und anderen Künstlern, die es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Städten an die französische Mittelmeerküste zog.
An der Riviera entdeckten sie die bislang kaum gemalte maritime Natur und fanden neue Ausdrucksformen, um sich von alten Traditionen zu lösen und im Licht des Südens den Aufbruch in die Moderne voranzutreiben.
Wie etwas gemalt ist, wurde nun wichtiger als das, was gemalt ist. Diesem Motto folgte die jüngere Künstlergeneration, um im Licht des Südens ihre Sinne zu schärfen und ihre Kunst weiterzuentwickeln.
Auch das Sammlerehepaar Hedy und Arthur Hahnloser fand im milden Klima ein zweites Zuhause. Ab 1923 verbrachten sie die Wintermonate in Cannes, wo sie in regem Austausch mit ihren Künstlerfreunden standen.
Die Ausstellung ist eine Hommage an das Licht des Südens – an die Künstler, die darin ihre Freiheit fanden, und an Hedy und Arthur Hahnloser, die dieses Leuchten in ihrer Sammlung weitertrugen.
