Photo/Bild: Fondazione Casa Tondü di Lionza.

Der Palast Tondü

Seit seiner Gründung in den Jahren 1798-1815 hatte der Kanton Tessin nie so viele Deutschschweizer(innen) zu Gast wie im Sommer des Jahres 2020. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich bei der sanitären Krise.

So wird die Corona-Krise zum Anlass einer Entdeckung dieses schönen Kantons. Doch wie viele Menschen kennen den Tondü-Palast im Dorf Lionza bei Locarno ?

Heute zählt das Dorf nur noch zwanzig Einwohner, viel weniger als im neunzehnten Jahrhundert. In der Mitte des Dorfes befindet sich ein grosser, verlassener Palast aus dem siebzehnten Jahrhundert.

Dieser typisch italienische Palast auf einer Höhe von 780 Metern in einem kleinen Dorf wurde zwischen 1650 und 1690 erbaut.

Alles begann mit dem Schornsteinfeger Andrea Tondü, der im siebzehnten Jahrhundert mit seinen beiden Söhnen nach Parma emigrierte.

Seine Söhne machten später ein Vermögen und bauten den Palast in ihrem Heimatdorf. Danach betrieb die Familie Seidenhandel und Bankgeschäfte und liess sich in Parma nieder.

Der Palast in Tondü wurde zur Sommerresidenz. Pietro Antonio Tondü wurde am Ende des siebzehnten Jahrhunderts sogar Intendant des Herzogs von Parma.

Im Jahr 1784 schenkte die Familie Tondü den Palast dem Dorf Lionza. Das Dokument, Legato Tondü, ist erhalten geblieben.

Seit jener Zeit ist der Palast nicht mehr bewohnt und hat die Multifunktion eines Hauses für die Dorfbewohner. Es gibt Pläne ihn zu renovieren: als Restaurant, Gefängnis, Loft für Künstler oder Museum.

Nur die Zeit wird es nach mehr als zweihundert Jahren des Leerstandes zeigen.

(Quelle: Fondazione casa Tondü di Lionza, www.palazzotondu.ch).