Der Wägitalersee (kanton Schwyz). Foto/Photo: TES

Die Geheimnisse des Wägitals

Eine Herbstwanderung entlang des Wägitalersees (Kanton Schwyz) bietet alles, was die Alpenlandschaft so schön macht: Berge, Wälder, Wiesen, einen See, Bäche, ein Dorf, Bauernhöfe, Kühe, Schafe und an diesem Tag (5. Oktober)  herrliches Herbstwetter.

Doch im Oktober 1847, vor 175 Jahren, war es im Wägital und seinen beiden Dörfern Innerthal und Vorderthal nicht idyllisch. Der Kanton mobilisierte Männer für die Armee des Sonderbundes. Dieser Nachfolger des 1841 aufgelösten Sarnerbundes vereinigte 1845 die katholischen Kantone Zug, Luzern, Freiburg, Wallis, Schwyz, Obwalden, Nidwalden (Unterwalden) und Uri.

Diese konservativen Kantone wollten ihre Souveränität behalten und stellten sich gegen die protestantischen und liberalen Kantone. Diese sprachen sich für einen starken Bund aus. Auch die Kantone St. Gallen, Tessin und Solothurn unterstützten dieses Verfassungskonzept, obwohl sie mehrheitlich katholisch waren. Die protestantischen Kantone Basel-Stadt und Neuenburg sowie das katholische Appenzell Innenrhoden blieben neutral.

Die liberalen Kantone hatten die Mehrheit in der Tagsatzung und erkannten den Sonderbund nicht an. Dann nahm der Konflikt seinen Lauf mit den Schlachten bei Gisikon und Meierskappel im November 1847. Der Sonderbund verlor diesen kurzen (Bürger-)Krieg, der 25 Tage dauerte und 93 Todesopfer forderte. Die siegreichen Kantone der Eidgenossenschaft zeigten sich jedoch versöhnlich und grossmütig.

Die neue Verfassung von 1848 schuf einen schwachen Bundesstaat. Kantone und Bürger waren und blieben die Souveräne.

Die Kantone erhielten gleiches Stimmrecht im Ständerat,  der sogenannten “Zweiten Kammer”.  Dem Ständerat und dem Nationalrat standen die gleichen Rechtezu. Bundesgesetze oder Beschlüsse konnten von beiden Kammern initiiert werden, und beide Kammern mussten zustimmen.

Dieses Konzept gab den kleineren und weniger katholisch-konservativen Kantonen eine akzeptable (Gegen-)Stimme im föderalen System. Auch das katholische Schulwesen und die katholische Kirche erhielten Verfassungsrechte.

Das neue Dorf Innerthal

Nach 1848 war es wieder ruhig im Wägital; bis 1924. Das Dorf Innerthal verschwand, um dem Stausee Platz zu machen, der nach dem Bau der Staumauer entstand. Das Dorf und seine Kirche wurden weiter oben auf dem Hügel wieder aufgebaut, wodurch das heutige idyllische Bild entstand.

)Quelle und weitere Informationen: René Roca, Historisches Lexikon der Schweiz, HLS)

Der Schweizer Alpen-Club (SAC)

Der Schweizer Alpen-Club (SAC, Sektion Basel) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land).

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur (Ski) Touren in den Alpen, sondern auch Wanderungen und Aktivitäten in anderen Regionen.

(Quelle und weitere Informationen: www.sac-cas.ch).

Korrektorin: Eva Maria Fahrni