Kanton Aargau

Der Kanton Aargau und seine Hauptstadt Aarau haben ihren Namen vom Fluss Aare. Seit der Römerzeit ist das Gebiet durch die drei grossen Flüsse Aare, Reuss und Limmat eine wichtige Verkehrsader.

Dies spiegelt sich auch in der Flagge des Kantons wider. Sie wurde für den neuen souveränen Kanton im Jahr 1803 entworfen. Davor kannte das Gebiet viele andere Herrscher.

Die römische Zeit

In römischer Zeit führten die Strassen im Aargau nach Norden (Gallia, Belgica, Germania) über Augst (Augusta Raurica), nach Osten über Zürich (Turicum) und die Pässe in Graubünden (Raetia), nach Westen über das Drei-Seen-Gebiet um die römische Provinzhauptstadt Avenches (Aventicum) und nach Süden über den Grossen St. Bernhard-Pass (Summus Poeninus).

Nachdem Julius Caesar 58 v. Chr. die keltischen Stämme der Helvetier und Rauracer besiegt hatte (nahe Bibracte und Autun, Departement Saône-et-Loire), gründete er die römische Stadt (colonia) Augusta Raurica (Augst).

Zu Beginn des ersten Jahrhunderts errichteten die Römer das grossen Lager Vindonissa (Windisch) für sechstausend Soldaten (eine Legion). Der Rhein war die Grenze (Limes) zu Germania.

Das Lager für Tausende von Soldaten und die strategische Lage führten zur Gründung weiterer Städte, darunter Baden (Aquae Helveticae), Lenzburg (Lentia ?, mit den Resten eines römischen Theaters) und Bad Zurzach (Tenedo).

500-1000

Windisch war im 6. Jahrhundert sogar ein Bistum. Aufgrund der Einfälle der Alemannen wurde der Sitz nach Avenches und dann im selben Jahrhundert nach Lausanne verlegt.

Nach der fränkischen Herrschaft (534-843) und einer Periode des Burgunderreichs (888-919) war der Herzog von Schwaben der mächtigste Akteur. In dieser Zeit wurde auch die Abtei Beromünster gegründet.

Die Grafen von Lenzburg regierten im 11. und 12. Jahrhundert. Die aus dem Elsass stammende Dynastie der Habsburger errichtete um 1030-1040 die Habsburg (Habichsburg) bei Brugg. Danach entstand die Gemeinde Habsburg.

Habsburg gründete in den Jahren 1020-1030 die Abtei Muri (nach der Gründung der Klöster Murbach und Ottmarsheim im Elsass).

Habsburg

Nach dem Aussterben der Familien von Lenzburg (1173) und deren Nachfolgern Kyburg (1264) wurde  Habsburg zur  wichtigsten Macht. Das Jahrhundert der Habsburger in Aarau begann, endete aber bereits 1415.

Die Eidgenossen eroberten Aarau (aber nicht das Fricktal) 1415 mit Zustimmung des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches und des deutschen Königs Sigismund I. (1368-1437).

Anlass war die Uneinigkeit über die Ernennung des Papstes vor und während des Konzils von Konstanz (1414-1418).

Aarau wurde bis 1798 von den Eidgenossen als Untertanengebiet verwaltet.

Die Reformation von 1520-1530 projizierte die religiösen Widersprüche innerhalb der Eidgenossenschaft auch nach Aarau. Die von protestantischen Kantonen beherrschten Gebiete wurden protestantisch, die von katholischen Kantonen beherrschten Gebiete blieben katholisch. Auch in Aarau funktionierte der Schweizer Kompromiss und beide Religionen existierten nebeneinander.

Der Kanton Aargau wurde durch die Mediationsakte von 1803 und die neuen Eidgenossenschaften von 1815 und 1848 geschaffen.

 Die Flagge  

Das Wappen stellt im linken Teil die drei Flüsse auf schwarzem Hintergrund als Symbol für fruchtbares Ackerland dar. Die drei Sterne auf der rechten Seite kennzeichnen die drei grössten Regionen des Kantons: das Fricktal, den Aargau und Baden. Die Farbe Blau symbolisiert Wasser.

(Quelle: Historisches Lexion der Schweiz, Kanton Aargau, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007392/2018-02-06).

Korrektur: Melinda Fechner