Brice Malden: „Nature is a huge influence. Nature is reality. We painters deal with this weird aspect of reality. Every painting you make, you really want it to be a real thing, not just a real painting, and you’re always sort of hoping for this weird kind of apotheosis, where it all comes together“. (Quelle: Interview Josef Helferstein mit Brice Marden, Kunstmuseum Basel). Die alte Discussion über die Beziehung zwischen Kunst und Natur erwähnt in einigen Wörtern.
Brice Marden (1938) etablierte sich in den 1960er Jahren mit monochromen Gemälden und emotional geprägten Zeichnungen. Er vereint in seinem Werk zwei grundlegende Positionen der modernen Malereitradition: einerseits die für den Abstrakten Expressionismus typische Gestik, andererseits den Hang zur Reduktion auf das Wesentliche.
Die Ausstelling Brice Marden. Inner Space präsentiert Œuvre, das an die Sammlungsschwerpunkte der Öffentlichen Kunstsammlung Basel zur US-amerikanischen Kunst nach 1960 anknüpft. Der Künstler setzte sich während sieben Jahren intensiv mit der Stadt auseinander. 1978 gewann er einen Wettbewerb zur Neugestaltung der Chorfenster des Basler Münsters. Seine Entwürfe wurden jedoch nie realisiert.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der Studien zu diesem Projekt, die sich in der Sammlung des Kunstmuseums Basel befinden, sowie einige in diesem Kontext entstandene Window Paintings, die äusserst selten zu sehen sind.
Im Zentrum seiner malerischen und zeichnerischen Praktiken steht sein Interesse an Linien, Gesten und an der Beschränkung auf einfache Mittel und Materialien.
Durch die Gegenüberstellung von Zeichnungsserien und Malerei wird in Inner Space das Prozesshafte in Mardens Schaffen deutlich gemacht. Ausgangspunkt ist eine Werkphase, die in Basel ihren Ursprung hat:
Er begann sich Anfang der 1980er Jahre mit asiatischer Kalligrafie und Dichtung auseinanderzusetzen. Mit dieser Auseinandersetzung begann für Marden die Abkehr von der monochromen Malerei.
Mitte der 1980er Jahre begann er die Cold Mountain-Serie. Er bezog sich damit auf die Schriften des berühmten Dichters Han-Shan, bekannt als «Cold Mountain», der während der Tang-Dynastie (618–907) in China tätig war.
Die Flächen des Frühwerks sind darin aufgelöst und ersetzt durch Linien und Bildzeichen, die Bewegung spürbar werden lassen. Spannungsreiche Farbgitter und verschlungene Linien beherrschen fortan Mardens Leinwände. In den weiteren Jahren verfestigten sich die Lineaturen und finden wieder zu Farbe.
Inner Space ist eine erweiterte Version der Ausstellung Think of Them as Spaces. Brice Marden’s Drawings, The Menil Collection, Houston, 21.2.–14.6.2020).
