Ruine Chanoua, die Via imperiale. Foto/Photo: TES

Via Engadina und Via imperiale, von Casaccia nach Vinadi

Die Via Engiadina ist ein Wanderweg (teilweise auch mit dem Fahrrad möglich) von Casaccia (Bergell) im Oberengadin an der Grenze zu Italien nach Vinadi im Unterengadin an der Grenze zu Österreich.

Das Bergell (Val Bregaglia) grenzt an das Veltlin (Valtellina), das über zweihundertfünfzig Jahre (1512–1798) ein Untertanengebiet des Freistaats der Drei Bünde, des Vorläufers des Kantons Graubünden, war.

Die 140 Kilometer lange Strecke lässt sich aufgrund der hervorragenden Unterkünfte leicht zu Fuss (oder mit dem Fahrrad) in Etappen zurücklegen. Der Höhenunterschied beträgt in Vinadi  2 500 bis 1 086 Meter.

Kunst, Tourismus, Geschichte, Natur und weltberühmte Orte und schöne Dörfer mit engadiner Architektur und berühmten Bergpässen begleiten den Wanderer.

Schellen-Ursli (Uorsli) Museum Guarda

Replik des Schellen-Ursli Hauses in Rust (Europapark, (Baden-Württemberg)

Maloja, Sils Maria (und See) und St. Moritz (und See) sind die ersten grösseren Dörfer in der schönen Berglandschaft. Giovanni Segantini (1858-1899) und das ihm gewidmete Museum in St. Moritz verleihen dieser Landschaft eine künstlerische Dimension.

Von Sils mit seinem berühmten Waldhaus und Museum (Nietsche-Haus), dem Haus Friedrich Nietzsches (1844–1900), führt der Inn (En in romanischer Sprache) nach Vinadi.

Susch

Der Rundgang führt durch Celerina, Bever, Zuoz (mit seinen schönen Häusern (u.a. Chesa Planta) und Platz (Plazzet), Brail (die Grenze zwischen Oberengadin, Putèr-Romanisch, und Unterengadin, Vallader-Romanisch), Zernez (und dem höchsten Gipfel des Engadins, dem Piz Linard mit 3 410 Metern), Schloss Wildenberg und das Zentrum des Nationalparks der Schweiz) Susch, Lavin, Guarda, Ardez, Ftan, Scuol (Bogn Engiadina und das Unterengadiner Museum), Vulpera Tarasp (Schloss Tarasp und Trinkhalle, Stiftung Nair in Vulpera), mit Blick auf die Engadiner Dolomiten, Sent, Vnà, Val Sinestra, Ramosch, Tschlin, Martina und schliesslich Vinadi.

Vinadi ist die alte Grenzstadt des Freistaates der Drei Bünde, das Schloss Altfinstermünz auf der österreichischen Seite erinnert daran.

Die Via imperiale

Die Via imperiale ist die alte römische Verbindungsstrasse Como-Tirol durch das Unterengadin und folgt teilweise der Via Engiadina. Bei Ardez befindet sich im ehemaligen, inzwischen verlassenen Weiler Chanoua eine Herberge, die bis 1867 in Betrieb war. In diesem Jahr wurde die Verkehrsstrasse Lavin-Scuol im Tal in Betrieb genommen und die Herberge aufgegeben.

Sie diente jahrhundertelang als Umsteigestation für Pferde und Kutschen, als Stall für Vieh, als Raststätte für Reisende und Händler sowie als Lager für Waren. Die beeindruckende Ruine ist ein stiller Zeuge des grossen Komplexes, der bereits in einem Dokument aus dem 9. Jahrhundert erwähnt wird.

Die Via imperiale in Guarda

 

Ruine Chanoua, die Via imperiale bei Ardez

Bild: Stiftung Chanoua, Grafik Atelier George Jenny Grusch/ Gravure SA Erlach

(Quelle: A. Planta, T. Planta, Alte Talwege im Unterengadin (Chur, 2022)

Eindrücke aus Guarda