Period II newsletter

Donatyre, 11th century. Photo: TES.

Romanische Kunst

Das Gebiet der heutigen Schweiz war vom 11. bis 13. Jahrhundert, der Zeit der romanischen Kunst, keine politische Einheit.

Verschiedene Dynastien (u.a. Habsburg, Kyburg, Zähringen, Savoyen, Schwaben), kleine lokale Herrscher, der deutsche Kaiser und mächtige Äbte und Bischöfe (Genf, Sitten, Lausanne, Chur, Basel und Konstanz) herrschten in kleineren oder grösseren Gebieten.

Diese Gebiete lagen am Rande der grossen Zentren der romanischen Kunst.

Die Lombardei, war die Inspiration für den romanischen Stil in Graubünden, Zürich und das Tessin. Die Ostschweiz, Schaffhausen, Basel und die Nordschweiz, orientierten sich hauptsächlich an Süddeutschland. Lausanne, Sitten und Genf, orientierten sich insbesondere an Burgund, die Abtei Cluny und die Auvergne.

Die romanische Kunst hatte eine grosse regionale Vielfalt, abgesehen von einigen allgemeinen Merkmalen.

Was die Schweiz für die romanische Kunst so besonders und interessant macht, ist die Vielfalt der regionalen Stile, die auf relativ kleinem Raum zu sehen sind.

Die unzugänglichen Berggebiete in Graubünden waren auch ein Segen für die Erhaltung der (prä-)romanischen Kunst, zum Beispiel in Müstair, Zillis und Mistail.

In grösseren Städten wurden die meisten romanischen Bauten ersetzt oder an die späteren Stile, insbesondere Gotik und Barock, angepasst. Dennoch sind romanische Details nie ganz verschwunden, wie in Sitten, Zürich, Basel oder Schaffhausen zu sehen ist.

In kleineren Städten wie St. Ursanne, Payerne, Romanmôtier oder Donatyre sind die Kirchen viel weniger an neue Stile angepasst, zumal sie für die Herrscher nicht interessant waren.

Es gibt weiter noch einige romanische Gebäude, ausnahmslos Burgen, zum Beispiel in Maienfeld oder Habsburg.

In Graubünden sind kirchliche Gebäude mit den intaktesten romanischen Merkmalen zu sehen. Die romanische Kunst ist aber in allen Regionen präsent. \

(Quelle: H.-R. Meier, Romanische Schweiz, Würzburg 1996).