Period IV

Scuol graffiti. Photo/foto: TES.

Graffiti

Vor allem im Engadin, aber auch an anderen Orten in der Schweiz sind Häuser oft mit geometrischen Motiven, Zeichnungen, Tieren oder Sprüchen verziert.

Diese Technik wurde von italienischen Künstlern im Engadin im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert nach der Bündner Expansion in die italienischen Gebiete eingeführt.

Diese Künstler wollten Geld verdienen und die Freskentechnik war in dieser Region bekannt.

Es stellte sich als erfolgreiches Exportprodukt heraus. Die Technik selbst ist universell und findet sich auch in Afrika, anderen Teilen Europas, zum Beispiel Böhmen und auf der Insel Chios in der Ägäis wieder.

Der Name Graffiti kommt aus dem Engadin, in romanischer Sprache ils sgrafits. Es handelt sich um eine einfache Freskentechnik auf Basis von weisser Farbe auf Mörtel. Solange die Farbe noch nicht getrocknet ist, können Motive aufgetragen werden und der Farbunterschied zwischen weiss-grau macht die Motive deutlich sichtbar.

Im Engadin ist Graffiti zu einer wahren Kunst geworden und erlebte in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts sogar eine wahre Renaissance.

Vielleicht ist der hohe künstlerische Stellenwert von Graffiti der Grund, warum Graffiti selten an ungeeigneten Stellen mit Spraydosen angewendet wird. (Quelle: A. Overath, Gebrauchsanweisung für das Engadin, München, Berlin, 2017).